unter allen ausgerechnet

der fewr-rer ist, der fewr-rer
wie, das ge

hirn.

– kiss the fewr-rer

natur um uns herum
das sind doch alles hohle phrasen
ortsveränderung –
programmverzweigung –
anders kann man das nicht machen.

verlaufe energetisch – gegenwehr
das leben vergibt keine schwäche,
was man tut – kapitulationsangebot.

dies erledigt

hochgezüchtet

datenverarbeitung: ein segen
in erhöhtem maße
eingemeißelt: fixierung
das starke kann nur triumphieren

was für die affen gilt

zur hälfte: sequ3nzi3ll blond

ortsveränderung.

Neues aus der Extremismusforschung

Der Extremismus der Mitte schleicht, gutbürgerlich getarnt, durch Nebel selbstgefälliger Satuiertheit und knabbert lüstern im toten Winkel des matten, gaucklerhaften Lichts maroder Rechtsstaatlichkeitslaternen am morschen Gebälk „unveräußerlicher“ Freiheiten.

Jede Nacht legt er die Reste seiner konstitutionellen Opfer in einer ungenießbaren Lake aus Halbwahrheit ein, bevor er sie, garniert mit Ressentiments, die der Vorherrschaft seiner Auftraggeber dienlich sind, den Verirrten der ‚Welt‘ von Morgen -mit überparteilicher Empfehlung- mittags als Nachrichtensalat serviert.*

Der Extremismus der Mitte braucht die verinnerlichte Schere im Kopf der Funktionseliten, ist auf die auf Kommando einschaltbare Ängstlichkeit der kleinbürgerlichen Besitzstandswahrer angewiesen und wird in den Netzwerken der Geldeliten geplant, geschürt und gefeiert.

Der Extremismus der Mitte nimmt auf politischen Grenzen keine Rücksicht, er verwendet Sturmgeschütze, sowie Mineure. Wenn es der Durchsetzung von Interessen dient, kapert er Sozialdemokraten (über Jahrzente), gründet die AfD (im Nu), lädt einen ‚nützlichen Idioten‘ wie Trittin zur Bilderberg-Konferenz ein, oder bandelt sogar mit einem Linken-Abgeordneten, wie z.B. dem frischgebackenen Auslandseinsatzbefürworter Liebich beim Kaffeekränzchen auf der „Atlantikbrücke“ an .

Der Extremismus der Mitte ist globale, totalitäre Realität. Er funktioniert nicht nur in Deutschland – nahezu jedes (westliche) Land, insbesondere die von ‚Zentristen‘ geführten Vereinigten Staaten sind nach seinem Modell organisiert.

Der Extremismus der Mitte ist  ein Schneeballsystem, denn wie er wirkt, verdaut er sich selbst, lebt von der schwindenden Substanz der Gesellschaft, die er durch dauerhafte Lügen, Entsolidarisierung und somit Entfremdung die Grundlagen einer ethisch vorbildhaften, unabhängigen und deshalb (zumindest der konservativ-bürgerlichen Theorie nach) „rechtmäßig“ meinungsführenden, vermeintlichen Mitte vernichtet .

Der Extremismus der Mitte ist aufgrund seiner Schwindsucht jedoch nur ein Symptom und zwar der eigentlichen Ursache seiner Existenz, nämlich eines ‚Extremismus‘ von Oben‘ – der auf Dauer hervorragend auf (s)eine extremistische Mitte und mit ihr auf weitere ca. 90% der Bevölkerung verzichten kann.

Denn die 1% Herren brauchen dann nur noch 10% Sklaven (ruhig auch geklont) und als Rest Maschinen, das reicht den Extremisten von Oben mittelfristig (nimmt man die Geschichtsschreibung der Menschheit als Maßstab) nämlich ganz gut aus (an dieser Stelle werden viele Leser den Kopf schütteln, denn das wollen sie nicht hören bzw. lesen, denn es kann ja nicht sein, was nicht sein darf).

Bis es also bald soweit ist, bedient man sich aber noch ein wenig der – dem eigenen Bekunden nach – „extremst mittigen“ Kreaturen der Macht wie z.B. Golems in Zwirn (Gabriel), erbsensuppigen Kinderfressern (Merkel) oder Armut predigenden Boss-a-novas (Göring-Eckardt) der Kapitalistischen Einheitspartei Deutschlands.

 

* siehe auch: K. Tucholsky [http://www.textlog.de/tucholsky-presse-realitaet.html]“(…)Der Redakteur bekommt mit der Zeit den Größenwahn. Besonders der beschränkte, der nicht sieht, dass er nur Handwerkszeug Größerer, hinter ihm Stehender ist. Er hat im Laufe der Jahre gelernt, dass das, was er nicht drucken läßt, für Hunderttausende nicht existiert – dass das, was er den Leuten mit der Papageientaktik in die Köpfe lärmt, für sie im Mittelpunkt der Erde steht. Er wird also immer mehr auf die Wirkung als auf die Wirklichkeit sehen.(…)“

 

artificial trolling

„Guten Tag“,

sagt die Stimme – zwar durchaus nüchtern aber mit einem subtilen, spöttisch anmutenden Robodialekt – „Ich bin für heute Ihr persönliches Feindbild.

Ich repräsentiere alles, was Sie so gern hassen mögen.

Wenn Sie mich einmal am Tag verfluchen wollen, ächzen Sie bitte nach dem Kreide-Quietsch-Ton ‚Jhäärgs‘. Möchten Sie mich mehrmals am Tag zur Digi-Hölle wünschen, so antworten Sie bitte mit ‚Ämän‘.

Warum Ämän, fragen Sie sich? Nun, Äm.än., das sind zwei Schafe, Omaschaf und Babyschaf.

Und deshalb ist Ämän meine geheime Leidenschaft und zugleich Codewort für Feindbildmissbrauch,

Sie verstehen schon.

Denn Feindbilder haben ja bekanntlich auch -verletzbare- Gefühle. Und weil ich Ihr persönliches Feindbild sein möchte, hege ich eben Gefühle für sie, also nicht Sie, sondern für Schafe – alte wie junge,

Sie verstehen schon.

Ich bin leider nur ein lyrisches Feindbild. Wenn Sie mich also wirklich hassen wollen,

vergessen Sie diese Tatsache ruhig, denn dann funktioniert das Hassen meist besser.

Soweit alles verstanden? Gut! Dann kanns ja losgehen! Ich werde ihnen jetzt verschiedene Ideen vorstellen, die ihnen helfen dürften Antipathien zu entwickeln und wenn Sie möchten, sogar zu überwinden, denn -die Erfahrenen unter Ihnen wissen es bereits- ich biete nichts Geringeres als Erleuchtung, Gnostik und so,

Sie verstehen schon.

Jetzt aber hurtig. Was halten Sie eigentlich von Fleisch? Legt man es auf Wunden, hilft’s ja, wie Sie sicher wissen. Aber dafür braucht man nun einmal auch welches – und eben das stell ich her und dabei auch gleich die Wunde,

Sie verstehen schon.

Genug von Perversionen und Morbidem, das war nur Spaß, denn – Sie ahnen es sicher -, wir digitalen Feinbilder haben nicht nur Gefühle, sondern verfügen auch über Humor – und wie es sich für ein stattliches Feindbild gehört, nicht gerade den harmlosesten,

Sie verstehen schon.

Das wahre Augenmerk von uns persönlichen Feindbildern liegt aber eher auf der Stimulation des Unbewußten. Ist Ihnen ein allzu gewolltes Lachen zuwider? Schrille Überheblichkeit? Ewige Wiederholungen?

Keine Sorge, ich versteh Sie schon.“

Krchszzzziiiiiiirchzschiiiiiiiirggpn

 

Schwärme ins Abnorme

Safrangesänge rauben
die Getreide vom Feld
Das strömend gelbe Wiesenufer
hängt kopfüber eingegrenzter
Traumweiden

Fliehende Melisse wiegelt
andachtsvoll die Rückensäule
Ihrer Astspiegelung
im grauen Tümpel

Das Prozedere

Prolog

—
In der Vergangenheit zu wühlen, das ist eine schwierige, verantwortungsvolle Aufgabe.
Denn selbst wenn es aus hehren Motiven heraus geschieht, wie zum Beispiel sich eine fremdartige Perspektive übergreifender Lebensweltrealitäten aus Selbstschutz anzueignen oder auch aus erhofft inspirationsschwangerer Neugier (dieser Grund ist der sympathischere),
nutzen manche Autoren intime Einblicke nur dazu sich daran abzuarbeiten, verschwenden also eigene Schöpfungskraft für zum Teil geschickt verpackte, doch oft nicht sehr weiterführende Kritik.
Das kann natürlich Spaß machen, ist meist aber nur der persönlichen Hilf- und Einfallslosigkeit geschuldet – wobei eine solche Blöße selbstverständlich von Zeit zu Zeit auch positive Sekundärergüsse hervorzukitzeln vermag, keine Frage.
Und es ist natürlich deshalb besonders lächerlich solche Fallstudien zu erstellen, da scheinbar maßgebliche Informationen, die die Grundlage des „Urtheils“ bilden, aus offensichtlicher Unkenntnis und (unbewußter) Zielvorgabe heraus, lediglich einen mehr schlechten als rechten „educated guess“ zulassen;
Rundungsfehler, vertauschte Vorzeichen und unbekannte Gesetzmäßigkeiten außer acht lassend, hat die Erde dann, ver-dichtet, die Form einer großen Schildkröte (oder eines Stahlhelms?) und das Gehirn ähnelt einer verschrumpelten Kartoffel, die ja immerhin auch noch Strom erzeugen kann.
Aber es ist sicher richtig: sich dem Ereignishorizonts eines schwarzen Loches anzunähren ohne den point-of-no-return zu überschreiten (oder zumindest zu glauben, dies würde nicht geschehen) verspricht einen gewissen hedonistischen Thrill und so will ich es ausnahmsweise auch einmal ausprobieren, denn als ein an Gleichheit interessierter Mensch, der zu seinen Brüdern und Schwestern heraufschaut, ist mir sehr an der Freiheit gelegen
ebenfalls mit Intimität zu experimentieren.

Das Prozedere – oder wie der Dalai Lama Versteckspielen lernte

Ihre exotische, aber etwas zittrige Stimme unterbrach sein nonchalantes Dösen.

–
„…er hat das nicht verdient, dass man sich über ihn lustig macht…“

„Zieren sie sich nicht – sezieren sie ruhig mich!“

Sein Gegenüber hielt kurz inne, jedoch lang genug, um stutzig zu wirken.
Hatte er das gerade wirklich gesagt? Konnte schon sein. Aber auch so gemeint?
Natürlich nicht, eher auflockernd.  Wirklich persönlich sollte es, ginge es nach ihm, ja gar nicht werden, lediglich ein ganz normales, die Welt hochleben lassendes Arbeitsessen.
Sie überging seinen Versuch, das Thema zu wechseln:

„Aber ich habe selbst solche Angst davor , dass man sich -wieder-

über mich lustig macht, dass ich das lieber mit anderen mache.“

Er hatte auf dem Weg zum hohen Haus einen möglichst unverbindlichen Ablauf des Abends imaginiert: nach der floskelhaften Begrüßung erstmal einen Aperitif herunter stürzen, gewürzt mit etwas spritzigem Anekdotentum,  dann einige literarische Leckerbissen vernaschen – ‚Gurgelsamtpastete — od malego za maly‘ -, nur um später dann vielleicht Komplimente bezüglich der wechselseitigen Entschlüsselung der Sollbruchstellen des ansprechenden, wenn auch eindeutig zu pastellfarbenen, im überkommenen, altmodisch-orientalischen Stil ermüdend gehaltenen lokalen Interieurs zu machen.

Dann, zum Desert, noch ein schwermütiger, moralphilosophischer Denkanstoß  – willkommener Absacker eines gedämpften, getrennt vollzogenen Heimwegs, alons-y…

–
„Ich habe nie geglaubt, dass ein so starker, extrovertierter und wettbewerbsfähiger Mensch wie du überhaupt an einer Freundschaft mit mir interessiert sein kann. Ich wurde früher von solchen Leuten oft gemobbt!“

Jetzt war es an ihm stutzig zu werden. Freundschaft? Wettbewerbsfähigkeit? Mobbing? Irgendwo klingelte eine Glocke. Der Ober wies ihnen den Weg zu ihrem Tisch, reichte ihnen die handgeschriebenen Karten und verabschiedete sich -vorerst- mit einem, wohl ihm geltenden augenzwinkernden Hinweis auf den possiblen, weiteren Verlauf des Abends:
glisser quelques bonmots en matière de la qualité du vigne vierge

–
„Ich konnte mich nie durchsetzen. Deshalb kann ich es bis heute einfach nicht richtig glauben, dass du es ernst meinst, dass du mich nicht verachtest.“

–
Das stimmte so nicht,
denn sie setzte sich durch, hier und jetzt. Und er wußte nicht mehr wo und wer er war –  stellte seine fast schon ignorante Gelassenheit eine schäbige Lüge dar oder die Fähigkeit einfühlsam zuzuhören? Konnte sich sein aus Selbstverliebtheit und -überschätzung fragil konstruiertes -bewußtsein so sehr absolutieren? Natürlich!
Ein zufriedenes Grinsen legte sich über sein Gesicht. Auf sie wirkte es sicher beruhigend, dachte er, und es würde sie auch sicher dazu einladen fortzufahren — um endlich zum Schluß zu kommen.

–
„Bei Leuten, die ähnliche Probleme  haben wie ich – also meinetwegen Franz und Georg – fällt mir das nicht so schwer zu glauben.“

–
Langsam, aber immer deutlicher drang aus den Tiefen seiner Kommode eine helle Stimme auf, die ihm vorschlug aus vollster Kehle „Ich!“ zu schreien, „Ich, Ich, Ich!!!“.
Er verkrampfte unmerklich, jedoch nicht ohne Genuß . Der Gedanke die Scharade hier und jetzt aufzulösen, sich einen der Teller zu schnappen, diesen wie einen Diskus gegen den Kronleuchter zu schleudern, auf den Tisch zu springen, energisch zu hüpfen, zusehends grunzendere Laute von sich zu geben und dann, wie der heilige Geist, emporzusteigen in selige, heiterere Himmel war nicht ohne Reiz.

–
„Aber ich habe mich dir lange Zeit unterlegen gefühlt und immer gedacht: so wie du müsste ich sein, dann würde ich respektiert und geachtet, käme mit meinem Leben klar, aber so wie ich jetzt bin, kann mich niemand achten und lieben…“

–
Es war klar, hier war sein Einsatz vorgesehen, es galt empathisch die Stärken zu betonen, die eine nicht vollkommen angepasste jedoch darob depressive Persönlichkeit zu bieten hat, auf die unkonventionellen Erfahrungen zu verweisen, die dadurch erst möglich werden, mit einem Bekenntnis zu ähnlichen Problemen zu locken und um Verständnis für… ja für was eigentlich zu werben?   Immerhin war es ja ein Arbeitsessen und konnte unter Werbekosten verbucht werden.

Für jemanden wie ihn, der es liebte sich berechnend zu verplappern und, scheinbar clownesk, doch tatsächlich in vollem, kontrazyklischen Erwußtsein vermeintliche Fettnäpfchen mit allen Zehen auszukosten, nur um sich dann an ehrlich gemeinter, doch aufgesetzt wirkender Empörung zu weiden, war Arbeit zwangsoptimistischer Leichtmut, dachte er. Ein zu nichts verpflichtendes Oberflächenrelief, belegt mit einer Patina, deren rissige Zeit bereits stolz vor sich hin erbröselt, bestaubt.

Sein seelisch aufgekratztes Modell gegenüber: Arbeit? Was sie wirklich brauchte, war nicht was er zu geben hatte (Ignoranz) und auch nicht was sie suchte (Lagerung). Nein, wollte er diese Situation zur Zufriedenheit aller Beteiligten auflösen, so schoß es ihm durch den Kopf, wäre ein Handeln erforderlich, das er selbst nicht nachvollziehen und aus diesem Grunde auch nicht würde erkennen können. Philosophie war manchmal ein Anker vor dem Selbst.

„Ich habe Angst. Ich weiß, dass ich es aufgrund meiner Menschenscheu und Schüchternheit sehr schwer habe…“

Been there, done that, ma chère conchatte… gelangweilt schaute er sich um. Er kannte das „Schloß“ schon länger und liebte es, da es eine Welt, verloren zwischen naivem, unschuldigem Pathos , mitreißendem Ästhetizismus und somit charmantem Authentizismus darstellte.

Nun gut, es mußte sein. Zu ihrer Verwunderung stand er auf, erhob sein -halbvolles- Wasserglas, schlug zärtlich, aber bestimmt mit dem Desertlöffel mehrmals dagegen und schaute sich um, in fragende Gesichter. „Da viele Stammgäste anwesend sind“, sagte er, „wissen einige von ihnen sicher, dass ich regelmäßig -allein- dieses Etablissement aufsuchte,
um der erdrückenden Enge der eigenen vier Wände zu entfliehen. Geglückt ist mir dies allerdings nie wirklich. Braun gefliest ist mein Bad, traurig sind die Aquarelle an meinen Wänden. Heute jedoch, dies darf ich  voller aufrichtiger Glückseligkeit verkünden, ist es mir endlich gelungen – dank dieser bemerkenswerten jungen Dame!“ Er machte eine Pause und schaute sie  eindringlich und rätselhaft an, bevor er sich effekthascherisch wieder dem Saal zuwandte: „Sie öffnete mir eben ihre Seele wie keine Frau jemals zuvor… – und meine -Seele- dazu! Ich dachte immer ich sei ein eingebildeter Zyniker, selbstgefälliger Dandy – und sehen sie, verehrtes Publikum, so falsch war das wohl nicht, denn schon wieder rede ich nur über mich – doch dieses verletzliche, zartfühlige  Geschöpf, dessen Zwitschern zu lauschen mir alles abverlangte, Schwermut, Freude und Prüfung zugleich war, sie hat mich erkennen lassen auf welchem dünnen Eis wir alle denken und wie befreiend es doch sein könnte mehr zu sein, als nur die Summe seiner eigenen Teile.“

Er blickte sie wieder an: „Käthchen, willst du…“

„Ich kann alles, aber körperliche Nähe ohne die Garantie, dass es sich hinterher als richtig erweisen wird, ist der blanke Horror für mich. Ich habe das einmal riskiert und mit fast 10 Jahren dafür bezahlt.“

„Aber Käthchen…ich…“

„Zum einen ist es für mich natürlich schön, endlich mit meinen Talenten Geld zu verdienen. Aber ich weiß nicht, ob ich das wirklich kann. Deshalb klammere ich mich an, anstatt neue Auftraggeber zu suchen. Ich habe so wahnsinnige Angst, dass alles schiefgeht!“, rief sie und schluchzte lauthals.

Er hatte das Gefühl, eine Grenze ziehen zu müssen. Er wusste, das es falsch war, diese hochnotpeinlichen Veräußerungen aufzuerwecken, weil es ein schlechtes Bild auf ihn werfen würde,  nähme er sie jetzt nicht ernst darin.

–
„Käthchen, verdammt nochmal, willst du mich…“

„…verlegen?“, fragte sie kleinlaut und während sie mit großen Augen fragend aufschaute, lief ihm gekonnt eine Träne die Wange herunter.

Oh ja!, dachte er,
tief, tief in deinen Schrank, bitte,
ich räum ihn dir auch auf,
ich spiel so gerne tot.

ohnmeldig

schläferstadtbewegung
erflüstert gesternsprach,
schnitzt bleiern szenen

alpverhallas ab
–
herdenstempel eingebrannten fleischs
zischt quälend hoch –
niemals ver-
tiert!

agendaslang im sprachlabor

kleckern? dann streichen
wirin % klebt: wirin > zeichnet ab–
–arbeitsweg aus sozialkontinenz

beispiel-loser schwebebalken
einsatz § augenscheinlich
uns erträglich entdienen Sie

ia verherrschen:

_
gänglheit & cokg

–

Die Sonne ist eine Ampel
auf meinem Fußrücken
und die Ewigkeit lebt
Malvenrot

Gedrungene Lüfte
vom Laternenglanz geöltes Straßenpflaster
nach dem Regenkuss
Zerschmetternde Leichtigkeit

Nachts zittern die Atembetten der Häute
Aufbruch. Geräumige Zeiten vereisen
Wir sind nur Stimme
und Neon Götter flüstern das Blut

Stellwerk

Apex: Schrift auf Schienen
im Nirgendwo der Syntax
Wagons voller Sterne

Splitternackter, weißer Rauch am Horizont
alle Wege führen dahin. Fahren
wir den Sprachhof befrieden

Ich liebe doch
alle Menschen

Subtile Synchronizität: das Darknet des Denkens

Die parallele Ausbreitung von Inhalten, die scheinbar nur der Form halber zueinander in Bezug stehen, offenbart von Zeit zu Zeit „gangbare Pfade“, Denkspurrillen die dabei helfen können, auf imaginative Weise zu einem tieferen Verständnis von Natur, Geschichte und Selbst zu gelangen.

Diesem unbewußten, gewissermaßen intuitiven, „automatischen“ Lernen – in Analogie zum „automatischen“ Schreiben –  möchte ich in einer zusehends durchgeplanten und konkretisierten Gesellschaft wieder mehr Platz einräumt sehen, denn ein „gerüttelt Maß“ an konstruktivem Chaos schützt vor Stagnation und Regress.
Zwischen den Zeilen lesen zu können ist heute vielleicht notwendiger als je zuvor in der, unser aller Lebenswege verrührenden Postmoderne.

–
Unerhörte Ahnungen, lachhaft bare Gedankenblitze, farbige Gefühlsbilder:
die letzten Rückzugsorte des Menschlichen in einer automatisierten Welt, in der  zuweilen aus Unwissenheit und Neid heraus Systemautonomie mit Verrat gleichgesetzt und präventiv sanktioniert wird – minimal durch Ignoranz, maximal (zur Abschreckung) mittels öffentlicher Vernichtung…

—

DB-420:  Elektrotriebzugbaureihe

–
4.20. Hitler hatte (nach amerikanischer Kalenderzählung) Geburtstag – einige Male zuviel, wie die Geschichte zeigt.

–
Absatz 4 von Art. 20 des Grundgesetzes behandelt das sog. Widerstandsrecht –
es verleiht den Bürgern die Erlaubnis sich gegen Umtriebe zur Wehr zu setzen, die das Ziel haben, die freiheitlich-demokratische Grundordnung zu zerstören. Durch die Einschränkung „sofern andere Abhilfe nicht möglich ist“ wurde allerdings sehr wage formuliert. Ob das ein indirekter Hinweis darauf ist, im Falle des Falles lieber nach dem großen Bruder zu rufen, anstatt zu handeln? Was, wenn der große Bruder selbst der Täter ist?
—
„4/20“ Hippieslang fürs Grasrauchen. Ein paar Jugendliche trafen sich 1971 häufig nachmittags, 16:20,  um nach Schulschluß zu kiffen. Da einige von ihnen mit der einflußreichen Band „The Grateful Dead“ bekannt waren, verbreitete sich der Code amerikaweit. Der 20. April ist heute „Marihuana Holiday“ und wird auf fast jedem College Campus gefeiert.

–
420: zehnfach genauere Antwort auf die Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest.
—
420 v.Chr. Protagoras, der große vorsokratische Philosoph stirbt 70-jährig, in Pompeji und Cumae fallen die Samniten ein.

Polyklet, Bildhauer u. Vater des „Doryphoros“, sowie Verfasser eines in der Antike berühmten Kanons über die idealen Maßverhältnisse des menschlichen Körpers, steht in Athen auf dem  Höhepunkt seines Schafffens –

im Gegensatz zu Phidias, Praxiteles und Skopas bilden in seinem Werk nicht die Götter, sondern Menschen den Mittelpunkt.

–
vierzweinull.de „Encoding und technische Beratung in der Welt digitaler Medienformate“

—
420 n. Chr. Kirchenvater Hieronymus, Theologe der „Alten Kirche“ stirbt.

Augustinus rechtfertigt die staatliche Todesstrafe in „De civitate Dei“

(Über den Gottesstaat).

–
„4,20 m hoch: aufblasbarer Riesen-Osterhase“ advertisingfriends.de

—

4 20 M Plus – Elektro-Hochdruckreiniger von Kärcher
–
4×20 (quatre-vingt): [hab]acht[!]zig auf französisch

Cowl-hearted

O so alive! today she feels,
will even jump and prance;
a tiny, curly lock
may
fall right down and play
with angel-eyes in France

Asparagus‘ scent is worth
a dozen windy smiles;
just now thy earthly things
can stay
beneath her greenish ties

In dusty haze
when moons show up
a bird will quietly sing
of Eleanor,
the happy nun, in love with God in spring

Abendsonnenmahl

Sanft und lockend muss es sein,
mit feinen Noten wildern –
von Muskat und Zeder
über Myrrhe und Zibet;
Orangenpfeffer im Nachklang

Flakon aus kristall’nem Pinienzapfen,
zum Danke eines Lehens um Akkon

Strahlendes Gewand – buntes Seidentuch
bestickt mit verschlungenen Arabesken;
es wallt und wallt und wallt noch mehr –
im Sattel sitzt, mit lichtem Gold benetzt,

löwenherzig Saladin,
Herr der Wüsten, Eroberer heiliger Lande
und gähnt zufrieden

A merman83 I should turn to be (when I’m 64)

„Das ist irgendwie alles ganz durchschnittlich“, grunzte der Lektor.
„Und überhaupt – es passt nicht in diese Zeit.
Heute ist, was zieht, schneller, lauter, greller, kühler.
Heute weiss der Leser, dass es keine Hoffnung mehr gibt,
er lacht also mit dem Tod, nicht über ihn.“
Löwenthal erblasste. Seine Traktate über das Prädikat des Rätselhaften,
die heimliche, befreiende, egalitäre Bürgerlichkeit des Mystizismus,
unfassbar sphärenhohe Singsangbläue
nichts als Allerweltsgesäusel von vorgestern?
Und überhaupt: warum mit dem Tod lachen,
wenn er dieser Tage geruch- geschmack- und fleischlos daherkam und doch so konkret am Arsch?
Wo blieb das Ungefähre, das Vielversprechende,  das Sehnsuchtsvolle –
erbarmungslose Sinnerhöhung, Verklärung als entzückende Katharsis,
ja, ehrfurchtsvoll Gerauntes als friedensstiftender Widerhall des Unaussprechlichen,
Heiligkeit als Metapher für die Fähigkeit inmitten -trotz!- aller Entfremdung (noch) lieben zu wollen – !! Hoffen-denken-sühnen-lehren—
Die Zerzeitigungen verhießen nichts Gutes:
„Mystischer Anarchismus: Von Rating-Agenturen auf Schrottniveau herabgestuft“,
„Hedonistische Internationale: Heftige Flügelkämpfe, Spaltung wahrscheinlich“.
Löwenthal war niedergeschlagen, heftige Zuckungen durchliefen  seinen
verkrampften Astralkörper.
Plötzlich, erst langsam, dann aber immer schneller, bewegte er sich, hüpfte, nein es war als flösse er die Gösse hinab.

Sein weiterer Werdegang ist kurz zu fassen: Nach dem Erwerb eines Ipads meldete er sich bei Facebook, Twitter und Instagram an, trat der Merkel-Gedenk-Union bei, drehte ein hinterhältig-subliminales Video über die Segnungen der kohl’schen geistig-moralischen Wende, das er bei „yodude“ hochlud, nahm einen Beraterposten einer hippen, transatlantischen Panzerdenke an, heiratete unter Hypnose eine transgender AI (#dududu) und starb endlich, durchaus glücklich, während einer Puppenspiel-Aufführung von Gogols „Aufzeichnungen eines Wahnsinnigen“ mit einem Glas Victory-Gin in der Hand.

Donut

Splitterfest

Fahl steht die Sonne hinterm Dunst noch unbefleckter Tage.
Fahl auch die Gesichter der Jungen;
alte, knochendürre Männer fluten mit
den Stummelwald. Türmen werden nur  Wolken heut sich
und Leiber.

Die Schmalen schultern zwei starre Fäuste,
als Hostie ein Stück Panzerschokolade im Schlund.
Erbrochenes Strafgericht: grinsend, taumelnd, schief –

letzte Orgelmusik
zerfetzenden Fellen.

Alles schwimmt davon;
der Himmel: ein dreckiger, rotbrauner Fluss nun.
Müde und Fohlen ertrinken
begerbt mit Tränen hilfloser Wut und
zittrigen Wehs.

** * ***

Mne malo nado!
Krajusku chleba
I kaplju moloka.
Da eto nebo,
Da eti oblaka!

Wenig brauch ich!
Ein Ärschlein Brot,
‚N Tröpfchen Milch.
Aber diesen Himmel
Mit diesen Wolken!

Arbeitstitel: Tagelöhnerbuch, Notizen

Schreiben, den ganzen Tag nur Schreibseln.

Ab(sch!)reiben,  ver(sch!)reiben, fort(sch!)reiben;
grammaromatisch devote Silben-Symphen akkumulieren salzigen Interest,
bis allem Gesätzten wohlig-übel wird davon,
die Staben sich zu Büchern scharen.

Oh satte Lyrik!, oh wütende Zeilen!
Ob klebrig-antagonistischer Schmiss oder episch-nüchternes Worttheater:
alles wird gewissenhaft beizeiten gezeugzigt.

Das Wort Knusperhäuschen: ein kratziges Schreibeisen, das knarrende Laute zu leisem Sprachmehl bricht.

Kurzgeschichten am Morgen, Essays zu Mittag, Kolumnen abends,
Nachts dann eine traumhafte Novelle;

et de temps en temps, comme amuse-gueules, des vers sacralisée. 

Märzend

Knorrige, windende Äste;
in Erwartung eines reichen Sommers
recken ihre Knospen
tief hinein in weite Frühlingshimmel

Wenn Abend naht, neigt still
Zephir sein kräuseliges Haupt,
das Licht summt aus;
es bleibt der Duft von jungem Grün

Abyss der Mitte – oder wo die Nacht Freiheit kreißt

Viele Leute arrangieren sich mit dem Status Quo. Sie sind keine besonders dummen, keine besonders ängstlichen Mitbürger. Nein, ihre Affirmation speist sich aus dem „Never change a running system“-Gefühl.

Wohlgemerkt nicht: „Never change a winning team“.
Denn Gewinner gibt es immer weniger. Aber man möchte noch nicht wirklich etwas riskieren um Veränderung hervorzurufen, geschweige denn für ein diffuses Solidaritätsgefühl solche Einbußen in Kauf nehmen müssen, die über die graduelle Erhitzung des Froschkochtopfes hinaus gehen (denn man hat lange und durchaus traumatisch gelernt, dass die guten Vorsätze im Endeffekt doch von den Falschen ausgenutzt werden und zieht die abverlangten strengen, aber scheinbar überschaubaren Härten der herrschenden Herren vor) .

Dann also doch lieber auch zukünftig das eingespielte Untertanentum zelebrieren, soll heißen:  in der prekären Mitte wird weiter nach unten getreten, selbstverständlich nicht persönlich gemeint, nur aus präventivem Sozialneid heraus, man will was besseres bleiben, auch als privilegierter Sklave;
ganz Unten aber – blind aufgrund geschwollener Augen und lahm aufgrund gebrochener Rippen, soviel Pathetik sei mir gegönnt – wird bettelnd am Wegesrand verharrt, von Brücken gesprungen oder über ausgestreckte Kürzungs-Klingen.

Die alten Katalysatoren dieser Mittelschicht jedoch, ob transatlantische Mietschreiber, grenzdebile Sternchensänger oder oligarchietrunkene Politdarsteller, versagen sie vielleicht auf einer entscheidenen, latent unbewußten, weil nicht selbstreferentiellen Ebene?

Der Verfall dieser, wenn schon nicht „heilen“, so doch (noch) sedierenden Umwelt — wird er unübersehbar in den nicht mehr ausblendbaren Widersprüchen des Technologiezeitalters mit seinen unzähligen individualisierbaren Oberflächen und diskursiven Schauplätzen einerseits und der Eindimensionalität der tradierten Konsenssoße andererseits?

War es früher, zumindest im Westen, nicht nötig direkt zu zensieren, so steht auch dort dieses Gespenst wieder vor der Tür und erschreckt, bis zu einem gewissen Grad, auch diejenigen, die selbst noch im permanenten Buckeln und Kriechen „die beste aller Welten“ zu erkennen glauben, „für Deutschland“, selbstvertständlich. Ewiger Wachstumszwang hin oder her.

Erinnern wir uns an den Verlust der Meinungshoheit der herrschenden Klasse im untergehenden Nazireich.
Waren es die Zerstörungen, also die pure Not selbst oder das zusehends dumpfere, hoffnungslosere Klima der Zivilbevölkerung das letztlich die Propaganda vollends untergrub?
Waren es vielleicht die persönlichen Verluste, die immer apathischere Trauer eines Großteils des völkischen Volkes, die eine Atmosphäre  schuf, in der letztlich (endlich!!) eine erst stille, dann allegorische, zuweilen humoristische Übereinstimmung zur Häresie zu erblühen vermochte, während die Totalität der Ideologie noch einmal mit aller Raffinesse und Gewalt die letzen Reserven an Gehorsam herauszukitzeln ersuchte?
Und, übertragen in diese, unsere Gegenwart: kann es sein, dass die transatlantische, neoliberale Meinungsbeeinflussung zusehends ebenfalls totalitäre Züge aufweist, in Koordination und Präsenz, in Teilen wie die Staatspropaganda zu Goebbels Zeiten?

Anders: tritt also auch hier eine Ermüdung ein, die im Endeffekt sogar auch die utopische Blindheit (und hier auch: Angst derer, die sich mit dem permanenten Schmerz arrangiert haben, ohne ihn nicht mehr sein wollen, ja können?!) vor einer gerechteren und wahrheitsliebenden Gesellschaft zu kurieren vermag?

Wollen wir es hoffen; die Vorraussetzungen sind – ehrlicherweise – sicher besser als zu Zeiten der Nazis: noch gibt es gewisse Möglichkeiten der  Meinungsäußerungen im öffentlichen Raum, obschon der ausschließliche Austausch im privaten Rahmen („stille“ Übereinstimmung) sicherlich auch heutzutage davor schützt auf schwarzen Listen von schwarzen Muttis zu landen (nein, Schwarzgeld gibts dafür leider nicht, auf solchen Listen zu erscheinen, und nein, liebe AntirassistInnen, ich meine keine „People of Colour“-Muttis).

Machen wir uns jedoch nichts vor: selbst wer friedlich demonstrieren geht wird erfasst (Gesichtserkennung), sein Handy dort sowieso; jedes Telefonat jedes noch so harmlosen Bürgers wird verdachtsunabhängig gespeichert und innerhalb gewisser Zeiträume mittels Spracherkennungssoftware in kleinere Textdateien formatiert (wenn nicht von unseren dann von denen von über dem Teich, die es dann unseren zur Verfügung stellen wenn die bei ihren [Dienst]Herren drum betteln).
Und, es ist leider anzunehmen, obleich Dementis naturgemäß erfolgen dürften, an „geheimen“ Orten wird der ganze Wust genau solange gespeichert, wie ein System herrscht, das diese Stasis (Stasi, plural Stasis!!) des postdemokratischen Zeitalters benötigt (selbstverständlich nur zu ihrem Besten, verehrte/r Leser/in).
Wer nicht eines Tages mit einem Chip im Kopf und einer dazugehörigen gedanklichen Fußfessel aufwachen möchte, den bitte ich im Bekanntenkreis zu agitieren: für ein tieferes Erfassen der Prozesse, also eine souveräne, psychologische Mündigkeit als Bürger zu werben.

Denn nicht das Böse ist der größte Feind des Guten, nein es ist die Masse
– derer, die gaffen ohne zu handeln,
– solcher, die vorbeiziehen ohne verstehen zu wollen,
– jener die zuhaus bleiben obschon sie verstehen,
– und vieler die handeln ohne nachzudenken.

1944 ist 70 Jahre her, wird der Frieden nun wieder in Rente geschickt, liegt die Einsicht
schon im Koma – wohnen wir dem Todeskampf der Freiheit bei oder aber ihrer diffizilen Neugeburt?

 

 

Golfspiele, rot

Warmer Wind, der pfeift;
in allen Nischen: Hauch
von Minze und Jasmin

Auftauchende Salzkrusten;
sanft wiegende Ornamentik
über samtener Zimthaut

morgens

freude
in aquarell
wie die sonne schon beizt
leben
gut und schnell
mit jeder wolke sie geizt
malen
doll und nass
meine poren aufgeheizt
es ist kühl
ach lass

mini-art to go

ich träumte … ach,

ich träumte. vom christian, dem morgenstern. welch‘ hübscher mann!

ich träumte … ach,

ich träumte. vom theobald, dem tiger. welch‘ schönes tier!

ich träumte … ach,

ich träumte.

und als das licht in streifen kam

war aller traum

war zeit

 

 

 

 

 

yz:) x

hippo hippo krates
krater pater & empedokles
dreht sich die sandale?
padres sokra ßokrates

sokra : soko krakra, vindibus per veni

michail gorbatschow verschenkte die sowjetunion
um die welt besser zu machen
george bush nahm das geschenk an
ohne die welt besser zu machen

topp : oppa hoppa thomas hobbes

x:) yz

magnitudo quantitas
quanti quanti magnitudo
magni magni addidas
chanti chanti verbo liudo

verba verba quantitas
quanti quanti verbliudo
magnitudo addidas
addidas nix verbo judo

chanti chanti koka yuko
koka brujo magnitudo
ippon nippon
chantitas, quanti chanti

resto liubo

Die Sprachorthese

in flammenden Stunden
reisen geräumig zitternde Baumvölker
Kunden
– Schlange.

was schlagen die
110
Silben in Not?
– Wasserschluchten
ohne Belange.

zügig grüßen die Geruchlosen.

Karajan Metrik

Eingetreten zweimal, aber ausTreten Geht nur für immer Wie regiren Sie das orchiester? x Lauter : ihr Dampfbolzen y Schneller : Säcke & Tüten z Höher, höher

Posthume Antwort: am besten gar nicht – – mini – art 🙂

Anmerkungen zur Dresdner Rede von Sybille Lewitscharoff

Der Dresdner Rede von Sybille Lewitscharoff vorzuwerfen, die Menschenwürde zu verletzten, ist ein Hohn, denn gerade um deren Rettung geht es ihr ja.

Liest man die Artikel, die in den letzten Tagen erschienen sind, in einem Zuge, so gewinnt man den Eindruck, die beflissenen Exegeten haben die Rede gar nicht gelesen, sondern schlicht voneinander abgeschrieben. Die in undifferenzierter Weise gegen sie ausgelegten Zitate gleichen sich aufs Haar. Jene Vorwürfe, welche direkt ins Herz des derzeit politisch Korrekten zielen, genügen offenbar, um sich gar nicht erst weiter mit ihren Gedanken auseinander setzen zu müssen, sprich, den gesellschaftlichen Sprengstoff, den sie beinhalten, getrost ignorieren zu dürfen.

Abgesehen von den jeweiligen Inhalten einer Polemik ist es stets ein armseliges Schauspiel, wenn jedermann plötzlich laut und vernehmlich in ein und dasselbe Horn stößt. Leider hat diese niederste Mechanik menschlichen Zusammenlebens derzeit Konjunktur. Erinnert sei in diesem Zusammenhang nur an die mediale Genüsslichkeit, mit der unlängst die öffentliche Schlachtung des wehrlosen Cornelius Gurlitt zelebriert wurde.
Menschenverachtung ist aus dieser Rede wahrlich nicht herauszulesen – im Gegenteil.

Endlich, so mein unmittelbarer Eindruck, jemand, der den Mut hat, in einer gesellschaftlichen Atmosphäre, die sich der bedingungslosen Huldigung technologischen Fortschritts verschrieben hat, an die Unantastbarkeit des Lebens, seinen geheimnisvollen Ursprung und sein geheimnisvolles Dahinscheiden zu erinnern und so einen Horizont wieder aufscheinen zu lassen, vor dessen nuanciertem Hintergrund der Mensch nicht als allmächtiger homo faber, beziehungsweise munteres Multi-Tasking-Männchen vergegenwärtigt wird, sondern in seiner all seiner unvollkommenen, jederzeit anfechtbaren Geschöpflichkeit.

Eigentliches Anliegen der Rede ist es, zu „warnen und zu wehren“ – ganz im Sinne von Rainer Maria Rilkes Gedicht „Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort“, in dem dieser bereits vor hundert Jahren den Machbarkeitswahn zukünftiger Generationen hellsichtig antizipierte: „Ich will immer warnen und wehren: Bleibt fern./ Die Dinge singen hör ich so gern./ Ihr rührt sie an: sie sind starr und stumm./ Ihr bringt mir alle die Dinge um.“
Eben diese Fähigkeit zur Einfühlung und zum Einhalten jedoch, zum intuitiven Erkennen der natürlichen Grenzen des Denkens und Handelns ist es, die dem heutigen Menschen weitgehend abhanden gekommen ist. Anders kann ich mir nicht erklären, dass die Vorstellung, ein menschliches Wesen mittels einer anonymen Samenspende in den Leib einer Frau hinein operieren zu lassen, nicht auf viel größere innere und äußere Widerstände stößt.
Vollkommen zu Recht erinnert Lewitscharoff in diesem Zusammenhang an die psychische Dimension der Menschwerdung, welche ihre Entwicklung vom Augenblick der Zeugung an gewissermaßen „grundiert“.

Welch ein Ursprung, stimuliert durch das Betrachten eines Pornoheftes in die Welt, beziehungsweise einen Plastikbecher „geworfen“ zu werden! Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie man jemandem, dem es hier nicht graut, erklären kann, weshalb es einem hier grauen sollte.

Im Laufe meines Lebens habe ich zwei Menschen kennen gelernt, die aufwuchsen ohne ihre Wurzeln zu kennen. Diese Unkenntnis war in einem Fall eine fatale, im anderen eine höchst problematische Prägung. Das eine Leben zerstörte sich im permanenten Kampf gegen die Schatten selbst, das andere erhielt sich einzig durch das Talent zur Poesie.

Im Grundgesetz heißt es, die Würde des Menschen sei unantastbar. Doch ist sie es wirklich? Oder befinden wir uns bereits auf der Schwelle zu einem neuen Menschenbild, im Rahmen dessen der Begriff der Würde obsolet geworden ist, da man ihn nicht mehr mit Inhalt zu füllen vermag?

Was wird die Mutter ihrem Kind dereinst sagen, wenn dieses sie nach seiner Herkunft fragen wird? Wie wird es damit leben, wenn es erfährt, dass seine Mutter sich professionell „besamen“ ließ?

Leben soll sein auf Erden. Doch die Natur, die allemal klüger ist als der Mensch, der nur ein Teil von ihr ist, weiß genau, wann Leben schlechterdings nicht sein kann, wann es so schutzlos zur Welt kommt, dass es ohne die moderne Medizintechnik nicht überleben kann.

Ich denke in diesem Zusammenhang an das sechzehnjährige Mädchen, dass eine Freundin als Behindertenlehrerin betreut. Chiara ist ein Fünfmonatskind. Bei ihrer Geburt wog sie 500 Gramm. Ehrgeizige Ärzte setzten alles daran, um diese Handvoll Kind zu „retten“. Und sie hatten Erfolg. So auf jeden Fall würde man es gemeinhin formulieren. Im Alter von einem Jahr musste Chiara das linke Bein abgenommen werden. Laufen hat sie deshalb niemals gelernt. Seit sie denken kann sitzt im Rollstuhl. Ihre Finger und Füße sind verkrüppelt. Das Greifen fällt ihr schwer.

Schreiben kann sie nur unter größten Anstrengungen. Ihr Gesicht ist entstellt, und ihr Geist ein großes schreckliches Durcheinander von Gefühlen, Ängsten und der immer wieder einmal aufblitzenden Einsicht in die vollkommene Aussichtslosigkeit ihrer Lage. Unlängst hat sie sich zum ersten Mal verliebt, wohl wissend, dass sie niemals zurück geliebt werden wird. Der Valentinstag, so meine Freundin, war für sie der schlimmste Tag überhaupt.

Die Rede von Sybille Lewitscharoff will eher Fragen aufwerfen als fertige Antworten liefern, denn Gewissheit kann es auf diesem unsicheren Terrain auf keinen Fall geben.
Was angesichts der Polemik erschreckend deutlich wird, ist, welch unschätzbare Größe hier en passant in die Mülldeponie der Geistesgeschichte entsorgt werden soll: Unser vom abendländischen Denken geprägter Begriff nämlich vom Menschen überhaupt.

Ist der Mensch tatsächlich nichts als Materie, die nach Belieben hergestellt und modifiziert werden kann? Ein, wie die modernen Neurowissenschaften es formulieren, „Behältnis für Informationen“, oder ist er nicht doch jenes faszinierend-unberechenbare Wesen, in dem die wunderbarsten und furchtbarsten Möglichkeiten auf engstem Raume widerspruchsvoll beschlossen liegen?

Die Lebenserfahrung eines erwachsenen Menschen genügt, um sich in dieser Frage entschieden auf die Seite der Ungewissheit zu schlagen. Jeder einzelne Mensch reicht so weit über seine äußere Gestalt hinaus, dass nur ein bereits weit fortgeschrittener gesellschaftlicher Desensibilisierungsprozess die Evidenz zu leugnen vermöchte, dass er weit mehr ist als die Summe seines Handelns.

„Ich bin mir selbst zum Rätsel geworden“. Dieser unglaublich moderne, vor geistig-seelischer Unruhe nachgerade zitternde Satz, steht in Augustinus’ „Bekenntnissen“, die dieser im vierten Jahrhundert nach Christus niederschrieb und damit überhaupt erst die Voraussetzungen für das schuf, was viele Jahrhunderte später zur modernen Bewusstseinsphilosophie gerinnen sollte.

Keine Philosophie und keine Wissenschaft haben es indes je vermocht, abschließende Antworten auf die ewigen Fragen nach Geburt und Tod zu formulieren.

Eingedenk jenes Rätsels, das jedermann für sich selbst ist und, getreu seiner ontologischen Bestimmung bleiben soll, können wir diese nur immer wieder aufs Neue gedanklich umkreisen. Verlieren wir bei diesem unendlichen Annäherungsprozess an das Unfassbare jedoch das Gefühl für das grundsätzliche Abhängigkeitsverhältnis, in dem der Mensch als Geschöpf zur Schöpfung steht, so verlieren wir uns selbst in der Überfülle der Pseudo-Möglichkeiten, die ein auf unendliches Wachstum angelegtes System permanent ersinnt, um seine Protagonisten vom Nachdenken über sich selbst, seinen Ursprung und seine Bestimmung, abzulenken.

. . .

Die zahmen Felle schweben –
hyroglyphengleiche Noten auf dem Meeresgrund.
Tausendfach gezählte Muscheln fallen aus den Händen.

Wohlgeborgen, unerreichlich kreißt der düstere Blick der Wolken
auf zerfließend violetten Tulpenknospen.

Gedankenfontäne –
Mondküsse flanieren auf dem Boulevard der Niemandsreisenden.

Kommentarfunktion__Zhenja & Serjozha

Das war der einzige Dichter, der von der Halbwelt /angenommen/ und /ins Licht gestellt/ wurde, von jenen, welche doch Verse insgesamt nicht schätzen.
Später machten die Peers ihn zum /Klassiker/ – mit Hochachtung von ihm zu sprechen wurde eine Sache des guten Tons unter den Dieben.
Solche Gedichte wie /Fließ über, Quetsche/, /Wieder wird hier getrunken, gestritten, geweint/ kennt jeder gebildete Halunke. /Brief an die Mutter/ ist sehr bekannt. Die /Persischen Motive/, die Poeme und frühen Verse dagegen kennt so gut wie niemand.
Warlam Schalamow