Autor-Archive: Nyx

Über Nyx

geb. 1966, Heimkind, Schule nach sechs Jahren ohne Abschluß abgebrochen, Verurteilung zu Lebenslänglich wegen Mord aus Gekränktheit und Eifersucht, dank guter Führung nach dreieinhalb Jahren auf Bewährung entlassen, Mitglied des Zirkels Schreiben als Therapie.

Neujahrsmorgen : Wroclaw

Von | 3. Januar 2016

der Schnee hat Stille gebracht und er verwandelt den Blick : ich blicke vom Fenster auf : Türmchen und Zinnen strecken ihre Ärmchen den Flocken entgegen : wie schön! : die Sonnenuhr zeigt nichts an : nicht mal die Mondphase letzte Nacht wimmelte es auf dem Platz das Volk versammelte sich : seit Jahren schweigt… Weiterlesen »

geträumt : ich träumte

Von | 3. Januar 2016

Ja : ich habe geträumt : ich träumte Vom Großen Meister : einem untersetzten Mann : den du anhimmelst : dem du Allerlei vermeintliche Wahrheiten Über mich erzählst : von dem du Erlösung erhoffst vor deiner Flucht Nach Amerika : doch er ist schwul und lässt Sich von dir nicht becircen : souverän Stolziert er… Weiterlesen »

unaufhörlich : Konstanten

Von | 7. November 2015

Die Reise mit dem Zug durch Thüringen Gleicht dem Tauchen durch ein Landschaftsbild Aus dem 18. Jahrhundert : sanft hingewellt Ein lieblich ausgerollter Blätterteig Gespickt mit spitzen Fichten : bunten Bäumen Die Zeit bleibt stehen und der Atem auch Erneuerung kreist unaufhörlich : Konstanten Der Erinnerung : hier suchten manche Ihre Liebe und verloren sich… Weiterlesen »

Was ist das

Von | 9. Oktober 2015

Die Würde des Menschen : du bist Auf der Suche : irgendjemanden Wird es geben : der dir entspricht Ich bins nicht : den du suchst Du strandest immer wieder An denselben Inseln : immer gleich Sehen sie aus : du träumst Vom Paradies : wo du bis Mittag Schlafen kannst und dann Deinen Spaß… Weiterlesen »

mittelsee

Von | 28. August 2015

schmal in den wald geduckt hinter bernau : mittelsee : schmaler see wäre treffender : hier hat es uns hin verschlagen : den tag durch berlin gegurkt : am schönsten freitag nachmittag : wenn alle ausfahrtstraßen dicht sind : total- sperrung auf der a10 : rückstau bis pankow : wir löffeln suppe und anatolische pfanne… Weiterlesen »

Vier nach Schnaps und Bier

Von | 30. Juli 2015

Im Großen Garten gehen die Geliebten Mit dem Telefon am Ohr ziehn sie Ihre Runden einerlei man spricht Man lacht und geht im Kreis Die verbrannten Kohlenhydrate Zählt das Handy mit wieviel PS das sagen sich die Männer Ingenieure von der nahen Uni Die Frauen fragen sich wie frei Sie sein dürfen ohne gewisse Bisse… Weiterlesen »

narziss

Von | 21. Juli 2015

                                     „crede mihi, verum gaudium est res severa“ (Seneca)   ununterbrochen leidet narziss : kreidet auf der stelle dir ’ne bagatelle an flehst du : hör auf : brüllt er du vieh : das ist die nachtrittgarantie  … Weiterlesen »

windjammer vorbei

Von | 11. Juli 2015

volle ladung : ungeschützt zur rechten zeit : angefeuert mit einer handvoll handfester lügen : halb glaubwürdig um meine nerven zu schonen ich kappe die ankerschnur nicht : hänge an ihr : halte verbindung : sende nicht mal SOS : sondern massiere sie stundenlang : täglich : hat sie keine lust : schüchtern sei sie… Weiterlesen »

bächlein des philosophen

Von | 6. Juli 2015

manche philosophen haben die erotik einer staumauer von hinten : erhabenes eintöniges grau: durch das nichts dringt außer ein rinnsal : vernünftig reguliert ob trockenheit : ob hochwasser der pegel bleibt gleich : tippt ihn das junge mädchen an : stürzt das monument : ergießt sich die flut

über überwachung

Von | 28. Juni 2015

nichts haben wir : nichts sichert uns : nun pfeifen es die vögel von den dächern : als wüßten sie bescheid : nur ich weiß nichts   davon : er hat die nacht mit meiner braut verbracht : breit lächelt mir die nachbarin entgegen alles weiß sie : nichts : nicht nur   die philosophen… Weiterlesen »

Was wird

Von | 7. Juni 2015

was werden kann aus uns : wir ahnen es und bangen : wohin gehst du wo bleibe ich : wir schreiben es im fieber auf die fahnen : verraten uns   kaum dass wir angefangen : so treiben wir so treiben wir uns voreinander her und sehnen uns nach einfachheit und ruhe : wie unerreichbar… Weiterlesen »