Autor-Archive: Timo Krstin

Über Timo Krstin

lebt und arbeitet als Freier Autor und Regisseur in Zürich. Seine Arbeiten werden an den wichtigen Häusern der Freien Szene und am Stadttheater gezeigt. Gedichte erscheinen regelmäßig in Literaturzeitschriften wie Lichtungen, wort_werk, experimenta, keine delikatessen, ostragehege, etcetera, mosaik.

aus der Wiese

Von | 24. September 2014

aus der Wiese die Borke schälen, die nach dem Tod der Vogelbäume blieb. in deren Laub saßen Krähen und pickten nach Wolkengesichtern, im Gras saßen wir. in den Ästen saßen die Elstern und zeigten in andere Richtungen, im Gras sprachen wir. aus der Wiese die Borke schälen, die uns vom Vogelbaum blieb – etwas weiter… Weiterlesen »

der Bach

Von | 25. August 2014

der Bach, der durch die Stadt geht, wie ein alter Mann, bringt silbrige Forellen in die Nacht. vom andern Ufer hallt der Klang, den diese Nacht und diese Stadt alleine machen – an die Nebelbank entlassen – einsam um den Bach, in dem die Leiber tot wie lange Messer blitzen

die Haut der Äpfel

Von | 23. August 2014

die Haut der Äpfel im vergangnen Jahr, im Eis, das aus den Wolken wie von deinen Augen fällt: und du erinnerst süßlich an den Tod – ein Schmetterling, der Eier in die Blüte legt und dann im Apfel fast am Apfel selbst erstickt. die Flügel schwelgen in der Säure einer Frucht, gehalten zwischen – oder… Weiterlesen »

Von | 8. August 2014

ich, oder du nimmst Weidenkätzchen aus dem Baum – ein dunkler Gang, Allee, und unterirdisch reichen Wurzeln sich die Hand, wie in der Luft sich Kronen über dir – und oder mir – berühren; wir nehmen das Angebot zur Tunnel-, oder Nebelfahrt; ich oder du, vergessen wir, und diffundieren in ein Blätterdach, ein Wurzelwerk, in… Weiterlesen »

Von | 31. Juli 2014

Fasanenartige am Straßenrand, die Knochen blicken ratlos in den Tag: und Kalk wird Straßenkreide, Eingeweide, die mit Blut Umgebendes als Blüte auf dem Asphalt knospen lassen, wir nehmen den Eindruck einer Feder mit, die Fächer, Daunen-, Prachtgefieder; und die Federkiele, noch in Haut; im angestammten Tintenfass. wir malen Wolken an die Pappeln, die den Fluss… Weiterlesen »

Von | 21. Juli 2014

ein Tropfen Wein fällt aus der Wolkenlosen, rote Träne auf der trocknen Flur – kein Haus, kein in die Luft geschriebner Tisch, und kein Balkon, von dem aus Regen fällt. ein Tropfen Wein, und ohne Rebe, ohne Blume, bleibt auf trockner Flur allein – und Tränen laufen blutig in die Bodenlose

Von | 17. Juli 2014

ich wär dabei, wir würden Fliegen töten weil wir nie etwas zuleide täten: nicht dem engen Antlitz, dass du bist, nicht mir, nie mehr, als nur dein Antlitz; und wir würden Flügel zählen, rückwärts auf die Null, und schillernd Zahlen, und wir könnten nicht mehr fliegen. und wir würden Körper stapeln, die Tracheen hätten aufgehört… Weiterlesen »