Autor-Archive: Bernd Heimberger

Hemmungslos nicht heucheln

Von | 14. Januar 2013

Ach, wie lang, lang ist´s her, seit Heiner Müller gegangen ist? Gestern war´s! Vor bald zwei Jahrzehnten. Müller war der erste aus der Riege des starken Jahrgangs (1929) der deutschen Literatur. Peter Rühmkorf ging 2008, Christa Wolf 2011. Was bleibt? Mit uns sind Kunert und Enzensberger. Müller, Kempowski, Wolf und Kunert haben keinen Platz in… Weiterlesen »

Nicht Gekanntes, nicht Genanntes

Von | 14. November 2012

Wer angefangen hat, weil er etwas mit ihr anfangen kann, bleibt bei Else Lasker-Schüler hängen. Netter formuliert: Sie/Er sind ihr treu. Ohnehin haben die Hüter der deutschen Literatur die Poetin im Parnaß bestens platziert. Allen Bedenken zum Trotz. Die gelten eher der Person als ihrer Poesie. Ihre Mitmenschen erschreckte die Bürgertochter durch unbürgerliche Eskapaden. Kafka… Weiterlesen »

Sinn für Solidarität

Von | 28. November 2011

Salopp gesagt: Ist der Chef der Stasiunterlagen-Behörde ein Sturkopp? Roland Jahn ist ein Konsequenter. Er ist ein Charakterstarker. Er ist ein Verletzbarer. Er ist kein Unversöhnlicher. Selbst noch im Jugendalter, hat Roland Jahn den Tod seines Freundes Matthias Domaschk in der Untersuchungshaft der Staatssicherheit hinnehmen müssen. Die ihm versprochene Unterstützung der Kommilitonen, ihn vor dem… Weiterlesen »

Die Provinz eines Poeten

Von | 17. August 2011

Dichter bleiben Dichter, ob sie dichten oder nicht. Viele Dichter bleiben nicht lebenslang auf Gedichte geeicht. Gern wird die Prosa geprobt. Ralph Grüneberger macht da keine Ausnahme. Er hat seine Leser mit hintersinnig-heiteren Geschichten gut unterhalten. Jetzt hat sich der nunmehr 60-jährige zum Jubiläum mit Gedichten beschenkt. Nicht mit neuesten Gedichten! Ralph Grüneberger hat eine… Weiterlesen »

Unruhe der Unbequemen

Von | 10. März 2011

Heidrun Hegewald war wer in der DDR. Sie war eine beachtete, anerkannte wie abgelehnte Künstlerin. Sie war im Vorstand und Präsidium des Verbandes Bildenden Künstler der DDR. Und das nicht nur einer ausgerufenen Frauenquote wegen. Hegewald war eine Gefragte, weil sie eine Fragende war. Eine, die nicht nur hinnahm, eine, die etwas hinzuzugeben hatte. Das… Weiterlesen »

Berufe besichtigen

Von | 5. März 2011

Wieviele Rezensionen können Redaktionen verkraften? Ein Bruchteil der Bücher, die während eines Jahres erscheinen, werden auf den Feuillettonseiten beachtet. Da hats ein Autor denkbar schwer, alles ins öffentliche Gespräch zu bringen, was er binnen eines Jahres publiziert. Es kann sein, dass ein Buch den Blick auf das andere verstellt. Das ist dem Leipziger Thomas Böhme… Weiterlesen »

Dem Verlag verpflichtet

Von | 3. März 2011

Kiepenheuer-Bücher waren begehrte Bücher. Sie wurden gelesen. Kiepenheuer-Bücher waren keine Massenware. Sie hatten Wert. Sie waren ein Wert an sich. Vor allem in den Zeiten, in denen der Kiepenheuer Verlag am ärgsten bedrängt und bedroht war: In den Jahren der nazistischen Diktatur. Auch in den mageren Zeiten, die dem Tode des Verlagsgründers Gustav Kiepenheuer folgten,… Weiterlesen »

Lücken und Lügen

Von | 27. Februar 2011

Was denn nur dazu sagen? Verschmitzt schmunzeln, wie der Autor das tut, der den Roman „Nesselkönig“ geschrieben hat? Schmunzelnd, verschmitzt sagen: Lies mal! Lesen Sie Ralf Eggers „Nesselkönig“! Das ist ein satirischer Roman. Mit derartigen Romanen ist die deutsche Literatur nicht gesegnet. Kaum haben wir Uwe Tellkamps „Der Turm“ verkraftet, kommt schon wieder ein Turm… Weiterlesen »

Extremes Elend

Von | 16. Februar 2011

Was war der 8. Mai 1945? War´s der Tag des Zusammenbruchs? War´s der Tag der Befreiung? Eines war der Tag mit Sicherheit nicht – die Stunde Null. Es war auch nicht die Stunde des demokratischen Neuaufbaus. Die Kriegshandlungen waren beendet. Es begann der Nachkrieg. Und der war für viele schlimmer noch als der Krieg. „Welche… Weiterlesen »

Elend des Eingesperrtseins

Von | 1. Februar 2011

Wer Abbas Khider´s Debütroman „Der falsche Inder“ verpaßte, sollte nun nicht auch „Die Orangen des Präsidenten“ versäumen. Gute Titel haben die Eigenschaft, Synonyme zu sein. Das trifft auf „Die Orangen des Präsidenten“ zu. Er steht für Hoffnung, die den Hoffenden in die Hoffnungslosigkeit zurückstößt. Genau das ist die Erfahrung des jungen Irakers Mahdi. Gerade Abiturient,… Weiterlesen »

Fatale Folgen

Von | 4. Januar 2011

Martha hat ihr Schicksal getragen. Geduldig, gebeugt und voller Gram. Und das fast dreieinhalb Jahrzehnte. Martha hat einen Suizidversuch überlebt, den sie gemeinsam mit ihren vier Töchtern begehen wollte, als die Rote Armee einmarschierte. Marthas Leiden dauerte lebenslang. Der Krieg, in den sie geraten war, endete erst mit ihrem Tod. Das, so scheints, ist unabänderlich… Weiterlesen »

Behindertes Begehren

Von | 11. August 2010

Ein gutes Buch ist so selten wie ein guter Banker, ein guter Lehrer, ein guter Arzt, ein guter Journalist. Eines der besseren Bücher der guten Bücher ist „Ruf mich bei deinem Namen“ des Amerikaners André Aciman, der in Alexandria geboren wurde. Der Roman beginnt: „´Später!´. Das Wort, die Stimme, die Attitüde. Ich hatte noch nie… Weiterlesen »

Begierde begehrenswert ?

Von | 3. August 2010

Hat sich wohl allmählich so entwickelt! Das, was „erotischer“ Roman genannt wird, ist eine Domäne der Damen geworden. Eine Wahrnehmung, die nicht erst aufkommt, wenn einem die Anthologie „Heiße Begierde“ zwischen die Finger gerät. Elf Frauen und drei Männer wurden von einer Herausgeberin namens Marie van Helden eingeladen, etwas zum Mehr-Personen-Sex zum besten zu geben.… Weiterlesen »

Aki im Wunderland

Von | 29. Juli 2010

Das Buch der Bücher des Leipziger Schriftstellers Thomas Böhme heißt „Schnakenhascher“. Der bislang umfänglichste Roman des Autors ist eines der drei Bücher („Heikles Handwerk“, „Martha“), die in diesen Monaten erschienen. „Schnakenhascher“ ist die Zusammenfassung und in der Zusammenfassung die ausführlichste Erweiterung vieler erzählerischer Arbeiten, die der Verfasser seit zwei Jahrzehnten schreibt und den die Literaturkritik,… Weiterlesen »

Poetischer Planet

Von | 18. Juli 2010

Was hat sich Franz Kafka dabei gedacht? Hat er sich was gedacht, als er hämisch-abweisend von der „Kuh vom Kurfürstendamm“ sprach? Die Zurückgewiesene war die Dichterin Else Lasker-Schüler. Nicht nur Kafka wich der Frau gern aus. Was hat sich Kerstin Decker dabei gedacht, die abfällige Bemerkung Kafkas in ihrem Buch „Mein Herz – Niemanden“ zu… Weiterlesen »

Gestorbene Gegenstände

Von | 20. April 2007

Das Fotografieren ist ein Faible von Thomas Böhme. Immer ein persönliches Faible, das dann doch nicht privat bleibt. Mit der Publikation „Jungen vor Zweitausend“ präsentierte sich der fotografierende Schriftsteller erstmals der Öffentlichkeit. Nun ist der Band „Widerstehendes“ da. Der ist keine beliebige Fortführung. Die Poesie der Farbfotos, die Philosophie der Texte machen den Bild-Wort-Band zu… Weiterlesen »