Kommentare eines Bürgers beim Ausfüllen der Steuererklärung

Potz Blitz! schon wieder zwanzigtausend

O je, wie schön es war

Und auch das Wetter

NT & hinterm Haus, die

Größten Enttäuschungen so weit

So gut: zehntens Kirchensteuer

Entfällt. Kopie der drei

Belege anbei – ich, ich

Find‘ diese Art so unmö-

Glich es nicht, o ja

Dem kleinen Tod aufs Haar?

Kraba vel Jop
Inhaber einer E-mailadresse, juristische Person. Owner of Agency for Literary Promotion (alp), in den 80er Jahren zufällig Zeuge einer Festnahme im Frankfurter Stadtteil Bornheim, seitdem Mitarbeit bei Literaturprojekten (Sklaven/Sklavenaufstand, lose blätter, Zündblättchen u.ä.) ohne kommerzielles Interesse.

8 Kommentare

  1. Mensch – das Finanzamt – als ob da heute noch Dichter säßen wie vor 90 Jahren … aber nicht auf die Inhalte kommt es an, auf die Form, die irgendwie Hugo Ball und Grimmelshausen mischt

  2. Auch er ist auf dem Finanzamt einst
    den kleinen Tod gestorben —
    er liebte befüllte Belege
    ein Kreuz zu setzen bei „nein“, zur Frage, habe sie Kinder im Haus—
    halt!
    Was wusste er schon davon.

  3. 20 tausend? schön wärs… ich komm nicht mal auf 10. blicke an mir runter aufs körperfett. da lässt sich noch was machen. weg mit dem essen und anfangen mit dem rennen. da ist speck drauf. wozu also verdienst? 5-7 kilo pro jahr werden ja wohl reichen.

  4. „Du bist… ungewöhnlich zerstreut heute“, sagte Eduard leise.
    Vyvyan hielt inne.
    Er sah auf seine Hände, dann kurz zu Eduard.
    Ein Hauch von rosa stieg ihm in die Wangen, so flüchtig, dass man es hätte übersehen können —
    nur Eduard konnte es nicht.

    Das Licht, das durch die Vorhänge fiel, legte sich sanft über ihn — ein helles, gedämpftes Leuchten, das jede Bewegung feiner machte als sonst.
    Vyvyan schob sich eine Hand durchs Haar, noch schläfrig, noch nicht ganz gesammelt.
    Eduard beobachtete ihn, ohne zu blinzeln

  5. Und heute?
    Unsere Gegenwart ist paradoxerweise visuell nüchterner, selbst im queeren Mainstream.
    Die Ästhetik ist oft sportlich, funktional, minimalistisch – und die „Tunte“ als Figur ist eher subkulturell als gesellschaftlich präsent.

    Das 19.?Jh. war eine Welt, in der selbst die Heteros wie Drag Queens wirkten, ohne es zu merken.
    Vielleicht ist das der eigentliche Witz:
    Damals war die Gesellschaft tuntig – heute sind es nur die Tunten.

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