Autor-Archive: Flo

Über Flo

Kurzvita Jahrgang 1985 Nach dem Abitur zunächst Studium der Germanistik, Geschichte und Philosophie in Essen. Danach eine knapp zweijährige Odyssee durch den Niedriglohnsektor; schließlich Studium zum staatl. anerkannten Sozialarbeiter. Seitdem in verschiedenen Bereichen der Kinder- und Jugendhilfe tätig.

rückblick

Von | 25. Januar 2015

rückblick (gruß an r.) ausgetretene graphitspuren zeugnisse eines bewegungslosen zeilenspringers ohne mut zum punkt auf die fiebernden folgten die jahre des aderlasses die welt reichte ihm hand und skalpell „wir halten dich mit gestutzter gesinnung und gebrochenem flügel dem himmel narrennah“ aus seinem blick verlor sich die anmut des zweifels – die einsamkeit gewann kontur… Weiterlesen »

Ich zeichnete mich in dein Leben

Von | 3. Januar 2012

Ich zeichnete mich in dein Leben wie einen schmutzigen Witz – zwischen uns eine leere Sprechblase, die nur die Zeit zu füllen wusste. Doch als ich mir eines Tages ein Loch auf die Brust malte, legtest du lächelnd deine Hand darüber und riefst mich einen reichen Mann: Nicht immer kleiden uns die Jahre in Lust-… Weiterlesen »

ars et circenses

Von | 3. Januar 2012

ars et circenses Vor den Rängen reimen sich die Kulturclowns empor – werfen Wörter wie Messer, am Ende ist niemand ernsthaft verletzt worden. Es sind gut dressierte Verse mit ergrauten Metaphern zwischen den Zeilen die große Leere – man klatscht vergnügt in den toten Raum. Die Kapelle spielt selbst- und seelenlos zum Ausklang, alle sind… Weiterlesen »

Der Zorn

Von | 3. Januar 2012

Der Zorn verkleidet im Einfaltsmantel versteckt in der Trägheit lauernd in jeder gezähmten Geste hinter den perfekt frisierten Phrasen – sein Echo aus den toten Winkeln und heiseren Kehlen der Unterdrückten und Aufgegebenen aber bahnt sich seinen Weg. Wer ihn offen im Gesicht trägt muss es verbergen – auf dem Familienfoto der Nation findet er… Weiterlesen »

Einblick

Von | 16. Januar 2011

An manchen Tagen bin ich nackt für dich und trage schamlos meine Seele im Gesicht. Wenn du dann erschrickst spiegelt sich in deinen Augen meine Einsamkeit.

Offene Zimmer

Von | 15. September 2010

Tritt näher, lass mich mein Haus mit dir teilen. Und sind auch Zweifel und Angst deine Begleiter, du darfst sie mit hereinbringen, – sie sind hier nicht fremd. Ich muss mich entschuldigen, es ist alles etwas durchgesessen, die Ideale, die Zeit, die süßen Versprechen. Ich kann dir nicht mehr bieten als den Schrecken und die… Weiterlesen »

Einsamkeiten I

Von | 11. Mai 2010

Auf dem Rücken einer lauen Sehnsucht gen Himmel steigen und nicht mehr sein wollen als eine flüchtige Kontur in jenem klaren Einfaltsblau Dann, auf den Wolken, mit dem Ballett des kleinen Horizonts eine traurige Polonaise tanzen

Spiegeldialog

Von | 26. Oktober 2009

Spiegeldialog Du bist feist geworden auf dem Fixierbett des guten Willens wähnst du dich sicher – und fett, gefressen von deinen Fesseln. Dein Gesicht, ein Mosaik aus geplatzten Idealen. Man verliert sich darin wie in den Schmuddelgassen einer Vorstadt – B o h è m e. Ab und an schnallen Sie dich los und du… Weiterlesen »

Randnotiz

Von | 31. Mai 2009

Randnotiz Sie haben ihn aus dem Fluss gezogen wie einen fetten Fang. Irgendwo am Delta des Wortes ist mal wieder ein Dichter ersoffen im Gefühl von gestern. Die narbige Brust war geschwollen. Als sie ihn öffneten, sprang ihnen das Herz entgegen wie ein unstillbarer Moloch. // Sie opferten ihm eine Auflage und entfernten das Gehirn.

Triade

Von | 5. Februar 2009

Ich bin der Liebhaber, Chronist der gebrochenen Herzen, koste vom unerschöpflichen Wein der Lust jeden noch so bitteren Tropfen – Ich bin trunken vor Schmerz. Ich bin der Verlorene, Prometheus gleich an den Fels geschlagen, doch nur die Ahnung eines Funkens auf den Lippen und die offene Brust noch jedem Geier dargeboten. Ich bin der… Weiterlesen »

Grauzonen

Von | 10. Dezember 2008

Grauzonen Ich bin ein rastloser Nomade, verliebt in die Abgründe zwischen den Grauzonen des Herzens. Ich bin ein Wanderer auf den Irrpfaden fremder Hoffnung und zwischen den Splittern gebrochenen Rückgrats. Dort, – wo keine Wahrheiten mehr gedeihen, nur diese wunderschönen Laster, die ein Leben tief aus dem Innern sprießen, befingere ich meinen Seelenspiegel, taste nach… Weiterlesen »

Letzte Zeugnisse – Brüssel 1873

Von | 6. November 2008

Mein Freund ist eine trotzige Maske, die der Welt vor die Füße spuckt. Er hat mir nie ein Lächeln geschenkt, nur Provinzküsse und rissige Lippen, – mein Adonis unter den Bauern. Mein Freund trägt die Künstlermaske wie eine Trophäe durch die Gassen, den Absinthlachen folgend. Er liebt es, sich darin zu spiegeln, – der Salonschreiber… Weiterlesen »

Ma Bohème

Von | 16. Februar 2008

Das Leben drückte mir einen süßen Judaskuss auf die Lippen – mir Unwürdigem, der schon im Schatten des Kreuzes fröstelte. So tauschte ich Jünger gegen Jünglinge und verschacherte das große Buch gegen ein Lustspiel. Das Leben schloss mich schon vor der Erkenntnis aus dem Paradiese aus; nicht mal ein kurzer Blick war mir vergönnt. Aber… Weiterlesen »

Das Schweigen

Von | 30. Oktober 2007

Das Schweigen Er erzählt mir nicht mehr von gestern und spricht mit seinen Freunden über mich wie eine alte Krankheit. Doch wenn er mich dann zufällig unter seinem Bettlaken findet, bekommt er feuchte Augen. Er sagt, er hätte sich das Schreiben abgewöhnt wie die Angst vor´m dunklen Keller. Denn er wisse nun, dass es hier… Weiterlesen »