Autor-Archive: Beke

Einsicht, kurz

Von | 23. März 2009

Tür auf Vom eignen Horizont die Tür auftreten – und sehn : es war ein Irrtum anzunehmen die Tabus würden rar. Die äußeren vielleicht, das wohl. Doch da sind innere, die wachsen wie Lianen und schnüren die Gedanken zu spindeldürren Würsten, die sittsam aufgereiht im Schaufenster der Krämer liegen. Tür zu

art

Von | 3. März 2009

männer sind wie frauen also tierchen die gefallen müssen erhalten die art und weise ist verzeihlich auch gedicht

Schmetterschrittchen

Von | 21. Februar 2009

Na Alter, Schmetterschrittchen, was ? Anders als der junge Typ dort, der mit seinen schwarzen Tüten nachhause schleicht. D u  federst, dynamisch und laut schlagen deine Absätze auf das Pflaster, berühren es kaum, fliegen fast, der Mantel weht, nach vorn nach vorn,  d u  bist nicht alt, oder müde, oder irgendsolchen Quatsch, du bist frisch… Weiterlesen »

Narrenliteratur (2)

Von | 17. Februar 2009

– Hast du gesehn, wie sie ihn angeguckt hat ? – Ja. – Hast du gesehn, wie sie ihm den Mantel abgenommen hat ? – Ja. – Und wie sie ihm die Fussel von der Schulter genommen hat ?? – Ja doch. – Er ist alt… – Hornalt. – Und diese hängenden Backen… – Wahrlich,… Weiterlesen »

Verleger

Von | 29. Januar 2009

Schon wieder ein Manuskript Verlegt Schade eigentlich Aber Verleger verlegen nun mal Dieses und jenes Vieles und anderes Wer soll da noch die Übersicht behalten Täglich Stapelweise Da kann es schon mal passieren Daß was verlegt wird Was besser hätte nicht verlegt werden sollen Ich bin nicht so ein Verleger Gottseidank Bei mir ist höchstens… Weiterlesen »

Askalon

Von | 14. Januar 2009

Also gut. Vukovar und Tora Bora, Gori und Babil. Die Kreuzfahrer haben Askalon erobert und die Rum-Seldschuken die Byzantiner geschlagen. Von Megiddo anzufangen ist müßig. Das ist so wie es bleibt. Ja, lass uns über den Tod reden. Die schwarzen Felle von Toulouse. Das helle Himmelgrau. Und Arm und Bein. Das ganz darin. Weg mit… Weiterlesen »

sagenhaft

Von | 29. Dezember 2008

die vielen kartoffeln sie purzeln wie die worte über den rand der lippen die förderbänder stehn nicht still zu boden zu boden große haufen türmen sich vor dir und mir und anderen an jedem ort aufhören wo ist das mädchen mit dem e i n e n wort hilfe das ist ja die reine gehbehinderung… Weiterlesen »

Advent

Von | 18. Dezember 2008

Er kommt, mit Garantie und all dem Gerassel wie jedes Jahr. Die Schneeflocken bleiben aus. Aber er kommt. Unerbittlich reißt er die Schubladen auf. Vom ersten bis zum letzten Tag. 24 mal öffnen. Was für eine grandiose Idee. Jeden Tag ö f f n e n. Die Fenster und Türen, Augen, Nase, Mund und Ohren,… Weiterlesen »

Narzissen

Von | 11. Dezember 2008

ein garten voll narzissen berauscht vom süßen duft die alabasterne reicht trüffel im morgengrau mit tau benetzt ersaufen wir

paranoia, pink

Von | 8. Dezember 2008

Der Wühltrog läuft über, ich tauche meine Finger ein. Nasowas. Bücher. Schwarze Molche hinter Glas, Guppys im Aquarium. Die Meerschweinchen huschen von einer Sägemehlecke in die andere. Gegenüber erhebt sich ein Tütenberg. Tulpenzwiebeln. Magenta. Grünkittel tragen Töpfe. Von links nach rechts und gradeaus. Blattpflanzen. Ich halte mich an den bunten Blättern fest. Blättere und blättere… Weiterlesen »

Narrenliteratur (1)

Von | 8. Dezember 2008

Geburtstag Wünsch mir Gesundheit Glück und Geld – ich will ein Tor sein in der Welt – Denn so ein Tor kommt selten vor – der Torheit liebt und davon gibt – das bisschen Törichtsein noch teilt – wo alles nach der Weisheit eilt – Lasst mich probieren obs noch geht – ich dreh an… Weiterlesen »

bis es vorbei ist

Von | 9. November 2008

die schnürsenkel straff ziehn – bis es vorbei ist zwiebeln schneiden – bis es vorbei ist den schlüssel im schloss drehn – bis es vorbei ist vögeln – bis es vorbei ist das kleingeld empfangen – bis es vorbei ist tasten drücken – bis es vorbei ist die zunge ach unser sportlich organ bewegen –… Weiterlesen »

Halali

Von | 1. November 2008

Es schallt im Kopf und treibt den Fuß um Fuß voran, Handschlag auf Schlag vergeht der Tag, und keiner frisst sein Brot in Frieden, nicht nur die Männer auf der Jagd, erst recht die Frau, schon jedes Kind füttert sein Schwein, und nicht mit Mais, kein Wunder, weil man es ja weiß : es ist… Weiterlesen »

Steißvogel (3)

Von | 14. Oktober 2008

Es ist Herbst. Sagte der Gärtner. Zeit – das Fleisch in die Erde zu bringen. Schon ? Fragte der Lehrling. Als hätte er nicht längst das gelbe Blatt auf seiner Schulter liegen sehn. Ja. Sagte der Gärtner. Und vergiss nicht : Ein Targifuß braucht Wüstensand, das Schottenauge – Moorheide, und wenn du die russischen Lebern… Weiterlesen »

Kürbiszeit

Von | 5. Oktober 2008

Verschwinde Sommer endlich geh – mit dir vertreib ich Zeit – die Boote bring an Land – die blauen Gondeln unters Dach – die Schaukel binde los vom Ast ich leg die Leiter an – sammle Früchte – staple Holz – auch Wolle soll mir nun ins Haus – die Morgen frisch der Abend kühl… Weiterlesen »

Balance und Révérence

Von | 22. September 2008

Nicht die Balance verlieren – vor allem das – plié – tendu – relevé – Tanz mit der Zeit – Verbeugung – und immer wieder die Grundposition einnehmen – beiseite mit Spagat und Arabèsque – zu weit der Kopf vom Fuß entfernt – dann lieber rond de jambe par terre – die Beine auf dem… Weiterlesen »

Muggel

Von | 12. September 2008

Ach Harry, diese Muggel. Die Menschen ohne magische Begabung. Wie schwer es ist, mit ihnen umzugehn. Sie zu umgehn ist besser. Welcher G – Schlüssel hat mich geritten, in dieses Torhaus zu fahren. Die Hoffnung auf eine gute Narretei ? Der Wunsch nach einem magischen Moment an einem tristen Sonntagnachmittag ? ( Das wärs. Doch… Weiterlesen »

Steißvogel (2)

Von | 1. September 2008

Gut gekräht – Hähnchen. Und nun ? Herunterkommen zum Hofgetier ? Hier sein. Beim Gras sein. Beim niederen Kraut. Nicht im wirren schwirrenden Flug hirngespinstfeiner Fäden verheddert im Netz im Nu – wie der fette Brummer ( wieso heißt der F l i e g e – und dann noch d i e ? ) –… Weiterlesen »

Steißvogel (1)

Von | 26. August 2008

Heimgekehrt und aufgeklappt, Herz auf der Zunge und nicht Staub, doch siehe da, noch immer : Was für eine Trockensavanne. Da möchte man doch Steißvogel sein, auf dem Ast einer immergrünen Araukarie sitzen und krähen : Donnerfurz und Weltenei, Arsches Wunder ist vonnöten !

Zettel für Golem

Von | 25. Juli 2008

Es klingt gut. Was Golem da geschrieben hat. Und nimmt mich länger ein als lieb. Das apokalyptische Gemurmel, der kryptische Vers, die krude Vision vom MenschComputer. Selbstläufer. Funktionierendes System. Mystisches Gebräu aus Lehm und sciencefiction. Golems sind der Sprache nicht mächtig. Wer hat dir das Plättchen unter die Zunge gelegt ? Doch sein wir vorsichtig.… Weiterlesen »

Sequenz

Von | 17. Juli 2008

Städtisch geworden Ist alles Weben Der cardo wächst Woher dieses Weh Das leidige W Ware Worte Wunder Werke Wahnsinn Wissen Wünsche Wege Wonnekessel W W W  — Nichts im Übermaß. Sagen die Griechen. Aber die Römer sind nicht aufzuhalten.

ZU FUß AUF ALLEN VIEREN

Von | 9. Juli 2008

Selten so irdisch ein Frühjahr besungen Bezwungen den Berg auf allen Vieren Kalymnischen Ziegen den Schatten genommen Geschwommen im Keil des Mandarin Jasmin geschnüffelt Holunderdolden Und immer noch golden schimmert die Schuppe der toten Brasse Gelaufen gelaufen und wieder gelaufen Und selten so ungern ans Gehen gedacht

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Von | 3. Juli 2008

Die Weite ist nicht die Weite und die Enge nicht die Enge. Das wissen wir doch. Was also reden wir herum, was denken wir, so nach und nach, geschraubt, gedreht, gedrechselt. Ist das Freude, ist das Spiel, ist das gut fürs eigne Hirn, höhere Onanie sozusagen ? Oder ist es wirklich schon Unzucht,  denkporno …?… Weiterlesen »