Autor-Archive: samtmilbe

Über samtmilbe

Marianne Kramer: ich mag warme betten, bettlaken im sommer auf der leine, seile mich auch ab, denn ich gehöre zu den spinnentieren. mit der blutlaus hab ich nichts am hut - die kriecht gemächlich auf baumstämmen und bevölkert fensterbänke. im grunde bin ich auch nur eine kohlenstoffkette.

Mandellikör

Von | 30. Oktober 2019

Du wolltest nicht zahlen. Der Klempner kam nicht. Der alte Gigolo, und wir badeten in der Wanne aus den Fünfzigern, deren Rand bereits braun war, aus der wir die Füße über den Rand baumelten, damals, in unserer Wohnung mit dem Teppich im engen Flur, du sagtest, ich mach jetzt was Tolles, und gingst noch mal um… Weiterlesen »

matrix: eine diktatur

Von | 13. August 2019

blaskapelle gehirn: austritt(s) – und eintrittselemente: durchzug. ungelenkig, (immer morgens; im schlafanzug), kommt (mich) (das) an. danach: fließend. wartend. (und immer diese ungeduld beim essen). der geist ist unruhig, aber das fleisch muss wir sind alle gebaut nach einem programm: und die programm- gestaltung lässt uns. nachgehen. (aber mit diesem gehirn)

Von | 22. Mai 2019

Kanalgas- düfte durchwandern das Fenster die Putzkraft öffnet die Flure weit der Kleiber geht uns an die Wäsche: Oh du schöne Maienzeit

Bewusstlos mit June

Von | 9. Oktober 2016

Sie atmet die Chemie der Ölfarben, das Kobaltblau, das Smaragdgrün, das Rubinrot. Ich sehe sie am Tresen stehen. Sie analysiert mich mit ihrem Blick. Trinkt Espresso, liest Derrida, zersägt John Keats und Paul Celan. Ich schieße einen Apfel von ihrem Kopf und schaue ihr in die Clawdia-Chauchat-Augen. Sie soll die Lichter tanzen sehen. Scharf wie Korallen.… Weiterlesen »

Windgeschützt

Von | 25. November 2015

Zum zweiten Mal hat jetzt der Hund vor unsere Tür geschissen. Aber es muss ein kleiner Hund gewesen sein. Oder ein Fuchs. Ich frag mal bei Rossmann nach Hundeex. Oder ich nehme Teebaumöl. Das riechen die nicht gern. Ein Lappen mit Essig soll auch gut helfen. Warum der sich auch gerade in unseren Hauseingang setzt.… Weiterlesen »

Ich dacht da is ne Leiche drin

Von | 7. November 2015

Dein Vater hat so oft im Auto gesessen und gewartet. Und deine Mutter, die hat schon lange nicht mehr richtig  für deinen Vater gekocht. Wenn der mal ne Mettwurst wollte, musste er sie wieder aus dem Einkaufswagen rausnehmen, weil deiner Mutter das zu teuer war. Aber Toastbrot haben sie gekauft, immer Toastbrot, ich habe mich… Weiterlesen »

Königinnenpastete

Von | 25. Dezember 2012

Landsberger Straße in München, das war die Puffgegend, geh da bloß nicht allein, wir holen dich ab, mit der Straßenbahn, ich war ja naiv, na du, du weißt ja von gar nichts, mich aufgeklärt, weißt du denn nicht, was das bedeutet, da im Fenster, die Püppchen, die eine, die war leicht behindert, hat sich zur… Weiterlesen »

Für eine Weile

Von | 28. Oktober 2012

Das Tempo ist gedrosselt. Zwischendrin ein Halt auf Freier Strecke. Die Müdigkeit baut sich langsam auf. Die Rentner sind ermattet. Das abgegriffene Shírt, jede Pore der Haut schafft eine Verbindung zwischen ihr und den Aphorismen der Außenwelt, die nun langsamer strömen. Jenna nickt ein in dem Nest aus Qualm, Wurstgeruch, Bananenduft und menschlichen Ausdünstungen. Hängt fest darin… Weiterlesen »

Nur geträumt

Von | 28. Oktober 2012

Das Haus war leer. Abends nach acht, wenn die Mutter den Auflauf für Ausfahrdienste heiß machte, der Vater auf Sitzungen Lehrgänge vorbereitete, ging Jenna spazieren. Es war nach der Schulzeit. Das halbe Jahr vor dem Studium, das sie nutzlos verbrachte, lange schlief und abends allein durch die Straßen wanderte. Sie träumte von der Zeit danach.… Weiterlesen »

Vanillemilch

Von | 27. Oktober 2012

Auszüge aus einem geplanten Romanprojekt mit dem Arbeitstitel „Jenna liebt Gin“ Kurze Inhaltsangabe: Jenna, eine zu Beginn des Romans 19-jährige junge Frau, verlässt ihr zu Hause mit dem Ziel, das, was sie nachts träumt, in die Wirklichkeit zu übersetzen. Der Text besteht aus bisher 21 Szenen, in denen sich die Träume sukzessive in Wirklichkeit umwandeln,… Weiterlesen »

Bei Gudrun war immer alles dunkel

Von | 3. September 2008

Kannst du jetzt erkennen, was das für eine Bude ist? Hohe Decken, große Fenster. Da mussten erstmal die Wände raus, da kannste von der Terassentür bis auf den Hof kucken. Nun gut, der Ausblick auf den Papiercontainer ist nicht schön. Aber da kommt ein Zaun hin. Ob die das gestört hat? Die hatten doch Vorhänge… Weiterlesen »