Autor-Archive: Wassili Busskläff

Über Wassili Busskläff

Finnegans Wakes, 5,5 ff.: „Of the first was he to bare armes and a name: Wassaily Booslaeugh of Riesengeborg. His crest of huroldry, in vert with ancillars, troublant, argent, a hegoak, poursuivant, horrid, horned. His scutschum fessed, with arches strung, helio, of the second. Hootch is for husbandman handling his hoe.“ Das ist die einzige Erwähnung W. Busskläffs in den Quellen.

Willys Traum

Von | 27. Februar 2021

  Willy hatte einen merkwürdigen Traum. Darin träumte ihm, dass er der Herrscher irgendeines Landes war, das im Traum nicht weiter bestimmt war, der absolute Herrscher. Und natürlich, dem Willy im Traum war völlig klar, dass eine solche absolute Herrschaft heute nicht lange funktionieren würde. Natürlich war Willy ein aufgeklärter absoluter Herrscher, es galt also… Weiterlesen »

Amtspost

Von | 7. Februar 2018

Mein Freund Ali sagte gestern: im Iran hatten sie einen Papierordner für Opa, Oma, Eltern und den Rest aber hier in seinem winzigen Zimmer in der Friedensstraße hat er allein für sich zehn Ordner.

Repräsentative Aromastoffe

Von | 18. Januar 2018

Peter aus Leipzig wollte ein Zeichen setzen. Er hatte genug von dieser Scheinwelt. Von einer Welt, in der Politiker ungestraft behaupten konnten, dass dieses Land eine Demokratie wäre. Dabei war es doch klar, dass es keine Demokratie war. In einer Demokratie, da gibt es Volksabstimmungen, wie in der Schweiz. Aber ohne Volksabstimmungen, da ist das… Weiterlesen »

Die Glocke

Von | 6. August 2017

—— da rumpelt der ganze Glockenstuhl, da quietscht die Kette über die Zahnräder, da surrt der elektrische Motor, alles ganz regelmäßig, nur die Glockentöne fehlen, irgendwer war in der Nacht auf den Turm gestiegen, hatte etwas Weiches um den Klöppel gebunden, irgendetwas, und das schlägt jetzt gegen die Glocke, und nicht mehr berührt der Klöppel… Weiterlesen »

„Von daher ist Ästhetische Theorie tatsächlich Gebetsmühlendynamik.“ (chlebnikov)

Von | 26. Juli 2017

Gebetsmühlendynamik, seltsames Wort, aus Gebet und Mühle und Dynamik, natürlich ist das deutsche Wort „Mühle“ bloß eine Übersetzung, hier wird ja gerade nichts gemahlen, keine Körner in Pulver verwandelt, hier ist es ein Mantra, eine heilige Silbe, ein heiliges Wort oder ein heiliger Vers, der außen auf einem Rad, eine Rolle oder Walze geschrieben steht,… Weiterlesen »

Schutt (5)

Von | 16. Juli 2017

Schutt, was ist das überhaupt, eine Anhäufung von Bruchstücken, etwas, das einmal größer war, das verwittert und erodiert ist, und immer noch verwittert und erodiert, Bruchstücke, sich immer weiter aufsplitternd, erst irgendetwas Großes, dann Blöcke, Blockmeere, und sie zersplittern weiter, Schotter, Geröll, Kiesel, Sand, und die können ja auch wieder versteinern, wieder größer werden, oder sie verschwinden,… Weiterlesen »

Schutt (4)

Von | 14. Juli 2017

Überall im Schutt vor dem Poco standen Steinmännchen. Manche waren schon fertig. Andere wurden noch gebaut. Wieder andere waren schon wieder eingestürzt. Willi fragte sich, ob diese Steinmännerversammlung zufällig war. Natürlich, jeder der Troglodyten, zu denen auch Willy gehörte, hatte sein Steinmännchen allein gebaut. Und jeder glaubte, allein, weil er es wollte. Aber diese ganze… Weiterlesen »

Schutt (3)

Von | 11. Juli 2017

Willi stand im Schutt. Unter einer Peitschenlampe. Die Ratten hatten sich um ihn versammelt. Ihnen hielt er folgende Rede: In früheren Zeiten waren wir grausam zu euch. Haben euch gejagt, erschlagen und mit vergifteten Ködern getötet. Wir hatten unsere Gründe. Ihr trugt den Schwarzen Tod in euch. Ihr habt unsere Vorräte gestohlen. Ihr zahltet keine… Weiterlesen »

Schutt (2)

Von | 10. Juli 2017

Willi hatte eine Idee. Er schrieb sie auf die Rückseite des Schnipsels. In winziger Schrift. Das Papier war löchrig. Die Worte, die Willi in die Löcher schrieb, sind für immer verloren.   Geschmolzener Teer, gebrochene Regale, das Werk der Kräne, der Betonmischer, Kälte stürzte das Vordach Kälte sprengte die Fugen. Das Dach ruiniert, die Rohre… Weiterlesen »

Schutt

Von | 9. Juli 2017

Der kreative Schutt, die Gladiolen, das Gras.  (frau kleist, am 6. Juli 2017 um 19:19) Gestern wühlte der Willi im Schutt vor dem Poco. Wühlte darin herum. Dachte, er fände etwas. Eine Kinderwagenradspeiche. Ein Medaillenband. Ein Schalmeienmundstück. Ammoniten. Etwas in der Art. Da hielt er eine alte Photographie in der Hand. Fast verblichen. Irgendetwas konnte… Weiterlesen »

Weiß

Von | 7. Juli 2017

Weiße Farbe ist doch nun wirklich etwas, das sich jeder hier leisten kann. (frau kleist, am 6. Juli 2017 um 19:19)   dieses Gedicht ist ganz in weiß die Fenster sind weiß weißes Licht eine weiße Tür liegt aufgebockt als weißer Tisch wir tragen weiße Kleider weiße Sonnenbrillen auf der Tür liegt ein Schachspiel die… Weiterlesen »

PS.: Fahren Sie auch gern Straßenbahn?

Von | 30. Juni 2017

Und wie ich gerne Straßenbahn fahre, wie dort die Wege der Menschen für einen kurzen Moment vereint sind, wie sie da schweigend sitzen, aber leider versucht jeder, an den anderen vorbei zu blicken, vielleicht hätten sie sich ja etwas zu sagen, vielleicht würde sofort ein vertrautes Gespräch entstehen, oder vielleicht würden sie sie sofort merken,… Weiterlesen »

Freiheit im 21. Jahrhundert

Von | 29. Juni 2017

Er, der Bibliothekar, hatte von irgendeinem Internethändler ein Armband geschenkt bekommen, das, mit allerlei Sensoren ausgestattet, nicht nur seine Herzfrequenz und seinen Blutdruck maß, sondern anhand einer Hautanalyse genau wusste, was und wie viel er aß und trank, ob er rauchte oder Drogen nahm, wo er sich befand, wie schnell er sich bewegte, und noch… Weiterlesen »

Dialog im Roten Stern

Von | 28. Juni 2017

A: Du gehst auf die Straße, und schon stehst du mitten im Kapitalismus. Was kannst du dagegen machen? Also konkret meine ich? B: Du hast ja auch Schuhe an. A: Aber so kannst du dich doch nicht herausreden. Wenn du etwas verändern willst, dann musst du sofort damit beginnen, jetzt und hier. B: Was meinst… Weiterlesen »

Mittlerer Algorithmus

Von | 28. Juni 2017

Aber er war Stolz darauf, Beamter im mittleren Dienst zu sein, hier an der Bücherausgabe einen großen deutschen Bibliothek, das war immerhin besser, als Designer von virtuellen Landschaften, auch wenn er sich manchmal fragte, ob er nicht selbst schon lange ein Algorithmus in einer virtuellen Landschaft war, überhaupt hatte er kürzlich in einem vielbeachteten Fachbeitrag… Weiterlesen »

Das ist keine Struktur

Von | 27. Juni 2017

„Eduards Ansicht nach musste alles erklärbar sein. Gedehnte Stunden bekamen eine physikalische oder psychologische Gleichung aufgedrängt, fragwürdigen oder verstörenden Bildern unterlegte er den Gedanken, dass es am Grunde aller Strukturen, dass es in all diesen noch unentdeckten Wasserwelten etwas gäbe, das der Struktur entgegenwirkte, sie auflöste. Doch er wusste, die Basis für alle Dinge im… Weiterlesen »