Autor-Archive: Ju3iane

Über Ju3iane

Juliane Beer: geb. 1964 in Bonn, Autorin, Wirtschaftsübersetzerin, Kindheit und Jugend in Norddeutschland und Lon-don, 1986 nach Berlin gekommen und geblieben, nach viel Off-Theater um die Jahrtausendwende mit dem Schreiben begonnen. Zuletzt: Arbeit kann zu einem langsamen und schmerzhaften Tod führen, Roman, Berlin 2010 Nach viel Off-Theater fing ich um die Jahrtausendwende mit Prosa an. Daraus wurden bislang einige Romane und Beiträge in Anthologien und Magazinen.

Schwerer Abschied

Von | 29. Januar 2015

Lutz klebt den nächsten Karton zu. „In den Flur?“ Dort stapeln sich bereits fünf Kisten. Der Anblick gefällt ihm nicht. Damals hat er geholfen, die Bücherkisten in die Wohnung zu schleppen, dazu, sie nun wieder hinauszuschleppen, ist er nicht ohne weiteres bereit. „Und wenn Sie in Hamburg blieben, Frau Doktor? Sich hier eine neue Stelle… Weiterlesen »

Jugend mit Herzklopfen, wenn der Zug aus Westdeutschland in den Bahnhof Zoo einfuhr

Von | 2. Januar 2013

[…]Und überhaupt… Charlottenburg. Abendsonne über verfallener Pracht. Heute alles andere vergessen, beschließt Sam. Zum Teufel mit der Angst, die sich wie ein pelziges Tier schon wieder in den Nacken gekrallt hat. Heute so tun, als ob. Als ob eine reife Dame zufrieden auf die letzten Jahre blickt, während sie zum ersten mal seit ihrer Jugend… Weiterlesen »

Berlin-Lichtenrade

Von | 7. August 2012

Kleinbürgerliche Wohngegend, warnt der Berlinreiseführer, den eine vermögende Verwandte letzten Monat bei mir liegen ließ. Ich war froh, als die ältliche Tante nach Ostern wieder verschwunden war, ihren Reiseführer hätte sie gern mitnehmen können. Ich überlegte noch, ihn ihr hinterher zu schicken, sie ist so sparsam. Als sie ihre Ausflugspläne für Ostern meiner Mutter mitteilte,… Weiterlesen »

Der erste Morgen

Von | 10. Februar 2012

Tage nach einer schlaflosen Nacht sind nicht so schlecht, wie immer behauptet wird. Man ist zu müde um in Erregung zu geraten. Die Alarmzentrale im Gehirn heißt Amygdala und funktioniert am besten im hellwachen Zustand, las ich neulich im Internet. Wenn keine unmittelbare Gefahr lauert, schlägt die Amygdala, falls gut in Form, auch bei unschönen… Weiterlesen »

Mitternachtstee

Von | 7. Januar 2012

[…]Eine halbe Stunde später ist K. da. Sie trägt noch ihre Computerbrille, so sehr hat sie sich beeilt. „Die Brille…“  Ich deute drauf. Sie zerrt sich die Brille aus dem Gesicht. Ich versuche Normalität. Wir liegen auf dem Sofa, trinken Pfefferminztee. Ich habe das Zeug nur für sie im Haus. Damals, vor 20 Jahren, wir… Weiterlesen »

Am Ende des Winters

Von | 30. Januar 2011

Für die Fahrt einmal quer durch die Stadt existieren keine Bilder mehr. Ich muss sie vergessen haben. Oder sie sind nie an Ort und Stelle angekommen. Ich erinnere mich lediglich an Geräusche. Mein Herzschlag. Das dumpfe Poltern, wenn die U-Bahn im Tunnel verschwindet. Stimmengewirr um mich herum. Irgendwo im Zug scheint ein Obdachloser Zeitungen zu… Weiterlesen »