Autor-Archive: Patrick Beck

Über Patrick Beck

geb. 1975 in Zwickau, lebt nach Aufenthalten in Leipzig, Speyer und London in Dresden. Erzählungen, Essay und Dramatik u.a. in den Zeitschriften „randlos“, „Der Maulkorb“, „Die Brücke“ und „Ostragehege“ sowie am Staatsschauspiel Dresden. Swantegard (Hörspiel), ERATA 2008.

Vom Missbrauch der Kunst

Von | 3. Dezember 2021

Jetzt ist es soweit: 2G. Also eigentlich 1G – denn nach einem halben Jahr wird das G der Genesenen schon wieder ausradiert. Fast die Hälfte der Menschen wird von Literatur und Musik ausgeschlossen. Warum? Es soll Druck auf die Menschen ausgeübt werden. Aber, man erinnere sich, gilt nicht der Grundsatz: „mein Körper gehört mir“? Vom… Weiterlesen »

Finsbury Park

Von | 19. Juni 2017

Vor Jahren lebten wir in Finsbury Park dort feilschten wir in den Internetcafès: „A phonecard for five pounds, please. Do you sell it for four?“ „You can have it for three.“ Manchmal tanzte jemand am Morgen auf der Straße. Drugged. Einer stellte sich am Sonntag in der Underground rückwärts an die Bahnsteigkante: „Push me, anyone,… Weiterlesen »

Die Wiese

Von | 9. Januar 2010

Ein Schritt, und der Fuß versinkt im Boden, der Wind stellt das Wehen ein und die Sonne steht hinter eigenem Licht. Noch ein Schritt, etwas knistert, eine Böe löst einen trockenen Halm. Ein Blick nach rechts: Dunst. Ein Schritt zurück, ein schräger Stein, ein Schattenfleck, eine Quelle.

Das Haus

Von | 26. Oktober 2008

Es kostete mich viele Jahre, ein Haus zu entwerfen, das all meine Anforderungen erfüllte. Ich weiß nicht mehr, wie viele Entwürfe ich gezeichnet, wie oft ich einen Entwurf geändert habe. Allein die Zeichnungen der Treppen füllen mehrere Kisten. Das Haus als Sphäre oder als Kugel – ich habe mir unzählige Formen vorgestellt, habe ihre Vor-… Weiterlesen »

Das Fenster

Von | 9. Oktober 2008

Wenn ich einen Satz, ein Kapitel oder ein Buch beendet habe, dann blicke ich oft aus dem Fenster der Bibliothek. Sie liegt auf einem Berg; ich sehe Wald und Felsen, ein Tal, und am Fuße der Berge eine Stadt. Manchmal stelle ich mir vor, ich wäre auf der anderen Seite des Fensters, würde in die… Weiterlesen »

Die Maschine

Von | 1. September 2008

Als ich die Maschine vollendet hatte, wusste ich nicht mehr, welche Aufgaben sie erledigen konnte. Ich hatte keine Ahnung, wie man sie bediente, verstand nicht, wo und wie man etwas auf-, unter- oder hineinlegen konnte. Ich wäre schon froh gewesen, wenn ich gewusst hätte, was die Maschine verarbeiten konnte. Eigentlich wollte ich eine der in… Weiterlesen »

Das Recht des Schönen

Von | 4. Mai 2008

Der Streit um den Erhalt des Welterbetitels des Dresdner Elbtals zeigt, dass das Schöne eines Ortes, und mag er auch noch so einmalig, einmalig schön sein, in Recht und öffentlichem Diskurs keine Rolle spielt. Ein Ort hat keine Stimme, er ist auf uns angewiesen, nur wir können seine Schönheit gegen Zerstörungen verteidigen, die letztlich fast… Weiterlesen »

Dreiecke

Von | 17. März 2008

Die Anfrage, obwohl vor einiger Zeit gestellt, hatte noch niemand beantwortet. Auch wir waren nicht zuständig. Sie war nicht korrekt formuliert und bereits zweimal an den Anfragenden zurückgewiesen worden. Ich habe sie übernommen – mit dienlicher Deutung fällt sie in unsere Kompetenzen, zumal nach der Anzahl der Wörter abgerechnet wird.   «Was sehen Sie?»  … Weiterlesen »

Nautilus

Von | 27. Februar 2008

Seit vielen Jahren kreuzt die Nautilus in den Meeren. Sie ist gewunden wie eine Spirale, früher ähnelte sie einer spitzen Zigarre. Kein Hafen steht unter ihrem Namen, ihr Heimathafen sind die Ozeane. Wenn sie einen Hafen anläuft und wir auf Große Liege gehen, so lasse ich die Luken für Neugierige öffnen. Ich zeige ihnen das… Weiterlesen »