„Hm, wenn wir hier noch was raus nehmen und den Rest nach vorne, dann könnte das super aussehen. Schau mal.“ Marcel hielt Eduard einen Spiegel von der Seite entgegen. Der vertraute. „Mach nur“, sagte er, ich lass mich einfach … verwöhnen.“ Marcel lächelte und legte los. „Zuerst waschen“, sagte er. „Pfirsich oder Zitrone?“ „Pfirsich – oder noch besser: Aprikose, wenn du es da hast.“
Noch wusste Eduard nicht, dass er in zweieinhalb Jahren die zarteste Aprikose seiner bisherigen Welt in den Händen halten sollte. Aber zunächst – kam Al.
Während Marcel an Eduards Spitzen manipulierte und schnitt, rührte sich etwas neben ihm. Ein eleganter Mann mit dunklen Augen, einem Kurzhaarschnitt und einem steifen, zugleich sinnlichen Anzug hatte im Stuhl neben ihm Platz genommen. Er wurde von Marcels Compagnon Gustav schnell und zielsicher auf die Haarschneidetechnik gelenkt, die seinen kurzen Schopf noch präziser machen sollte. „Ein Pony“, sagte er, „das würde Ihnen großartig stehen.“ Der Fremde zögerte. Zog die Brauen zusammen, sah kurz zu Eduard und Marcel hinüber. Dann blickte er wieder geradeaus in die Spiegel. Ein Pony würde Extensions bedeuten, das hatte ich eigentlich nicht vor. „Es soll natürlich sein. Auch wenn es künstlich aussieht.“ Eduard blieb kurz der Atem stehen. Diese Stimme. Diese Selbstsicherheit. Waren selten. Er verharrte, ließ sich von Marcel den neusten Klatsch erzählen, blieb selbst ungewöhnlich still. Natürlich, aber dennoch künstlich. Wo hatte er das zuletzt…
„Das bekommen wir hin“, sagte Gustav und legte dem Fremden den Umhang um.