Kategorie-Archive: Rezensionen

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Von | 8. Dezember 2020

Meine liebe Tochter, ich glaube, dein Vater, der wird jetzt bekloppt. Und manchmal, wenn ich mir dich so ankucke, denke ich, der Apfel, der fällt auch nicht weit vom Stamm…

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Von | 27. November 2020

Das Wasser der Meere steigt. Nein! Es sind nur die Inseln, die untertauchen & weil angeblich alles relativ ist – relativ und verhältnismäßig – nehmen wir die Endlichkeit unserer Leben ernst. Angeblich ändert sich nichts. Angeblich sind wir * Und immer die Sanftmut deren (Vorsicht, Zuversicht, „freie“ in der Geschichte vom Riesen in Bewegung Auf… Weiterlesen »

Ein Sprung

Von | 12. Mai 2020

Haben Sie schon mal versucht, ein Gedicht zu erzählen Ohne Stockung, gar Lüge Wer das kann, der werfe den ersten Stein Masken, Zeichen: Stein auf Stein,

Laut gesagt

Von | 13. April 2020

Eine Kritik an Thomas Mann, die sie kürzlich gehört, die sie ihren Studenten vorgestellt hatte, eine Kritik, die wie üblich als eine ihrer eigenen Aussagen zitiert wurde, ging ihr nicht aus dem Sinn. Die Kritik, die Jemand zu Thomas Mann geäußert hatte, der den beiden Männern, Eduard und Vyvyan, in einer gewissen Weise ähnlich war,… Weiterlesen »

warum cyberpunk mal realistische literatur war

Von | 23. Februar 2020

gazoline : Denkpause Der Weltraum steht allen offen. Die Phanthasie steht allen offen. Also ist die Phanthasie eine Art Weltraum, und der Weltraum Phanthasie. Und jetzt: die bloße Phantasie ist ganz sicher eine Art Weltflucht, ein Gestus. Gestus der Vermeidung. Vermeidung von Wünschen. An Wünsche zu denken. Vermeidung von Denken, von Arbeit. Wie viel noch?… Weiterlesen »

nachweihnacht

Von | 26. Dezember 2019

gebratene ente oder gans der unterschied ist marginal jedenfalls kein hähnchen gestern war in der küche noch zärtlichkeit im bratrohr warten die träume das backsteinhaus nahe der schnellstraße hat wieder geweint der garten legt seine plane aus licht über die alte mauer sag nicht dass es dich nicht interessiert vor kurzem noch gingen wir gemeinsam… Weiterlesen »

Fische und Fahrzeuge

Von | 15. Dezember 2019

Der Fisch hat Stoff Der Fisch bringt Stoff zum Menschen Der Mensch speist Stoff Der Mensch arbeitet Der Mensch stellt Dinge her Dinge aus Stoff Dinge verteilen sich Dinge werden erworben Werbung wirbt Menschen werben Menschen heiraten Die Dinge werden verteilt Die Dinge verteilen sich Und werden Stoff Der Stoff ist ein Teil Der Stoff… Weiterlesen »

tastsinne fallen mir ein

Von | 5. Oktober 2019

ein wenig Musik zum Abschied wäre trotzdem nett (Nancy Hünger)   werden begleitet heute von oboen die wörter fadenscheine in der nacht zwischen straßenbahnschienen stolpert einer über das kopfsteinpflaster gucken aus den häusern fenster aus den fenstern leute welche leute haben abgestellt um die hausecken einsamkeit ein zwei einsamkeiten für jeden holt sie am morgen… Weiterlesen »

El año de los niños sagrados

Von | 30. September 2019

In der Grundschule, die ich heute im Rahmen einer Veranstaltung besuchte, hingen selbstbemalte Pappen aus. Die Sechs-bis Zehnjährigen, die sie erstellt hatten, besaßen offensichtlich ein ausgeprägtes Gespür für den ihren Alltag beherrschenden Zeitgeist und seine massenmedialen Abgesandten. Mir wurde ein wenig kulturrevolutionär zumute, als ich die Kunstwerke näher zu betrachten begann und erahnte, was sie… Weiterlesen »

Ein Text wie

Von | 22. Juni 2019

wenn ein Raumschiff startet. Erst ist da ein Feuerkreis, tanzende Kontur, in deren blaudunklem Rot sich undeutlich schwarze Schlieren abzeichnen. Tausende von Dingen, alle gleich, alle anders, in einem Strudel permanenten Nachdunkelns eingeschlossen. Dieser Text erzeugt ein Geräusch wie ein Fieber, das einem heiß aus den Ohren tritt. Inmitten dieser andauernden Explosion sind die Familien… Weiterlesen »

Parque De Las Memorias

Von | 25. Mai 2019

für Bernardo Serrano Velarde, 1949-2016 ich kam nicht bis Cochabamba noch nie über das meer an seine andere seite nicht über den äquator zu anderen sternbildern inti heißt dort die sonne irgendwo im dschungel in einem dorf haben sie den Che erschossen vielleicht hörtet ihr denselben wind dieselben stimmen aus der rinde des quebrachobaumes die… Weiterlesen »

hulyet hulyet, kinderlekh

Von | 24. Mai 2019

Dieses Buch ist ein Lebenswerk über ein Lebenswerk und ein Leben. Uwe von Seltmann, dessen Vater noch in Krakau geboren wurde, der jetzt wieder in Krakau lebt, schreibt eine Biographie des Tate (Vaters) des jiddischen Liedes, Mordechai Gebirtig (1877-1942). Ich fange von hinten an: die Danksagungen füllen zwei Seiten, wie der Abspann eines großen Spielfilms.… Weiterlesen »

Von | 22. Mai 2019

Kanalgas- düfte durchwandern das Fenster die Putzkraft öffnet die Flure weit der Kleiber geht uns an die Wäsche: Oh du schöne Maienzeit

Wolken : Heim

Von | 8. April 2019

Für Elli Das traute : klassisch Humanistische Häuschen Darin richten wir uns ein Und schwingen uns Über die schnöde Welt Der anderen : um ängstlich Blickscheu : am Nachbarn Vorbei zu huschen Zu schleichen : zu lauschen Es gibt eine Verbindung zwischen Hölderlin : Hegel Fichte & Marx Der Staatsterror von 365 Lokalfürsten : das… Weiterlesen »

Sieben

Von | 31. März 2019

mit Blok und Brecht Den Krieg haben wir verloren, doch nicht den Krieg! Zeit haben wir gewonnen: ganz ohne Sieg. Die Jahre kamen und gingen. Wir wollten mehr, Als nur feiern und singen. Nun sind wir leer Wie Buddhas atmende Seele, wie das Gesetz, Dem alle Körper gehorchen zu guter Letzt… Den Krieg haben wir… Weiterlesen »