Autor-Archive: schwaene werden nicht gegessen

Über schwaene werden nicht gegessen

ein projekt barocker schaugeflügelkunst, entstanden aus der jugendstil-dramaturgie der crysantheme und den puppenspielen der frau kleist. Vorsicht, wir schmecken tranig!

Rituale (2)

Erst dachte sie, er sei ein älterer Mann. Irgendwie schienen seine Haare bereits zu grauen. Wie der Morgen vor einer Matheprüfung. Zuviel ist in Männerhand. Rosanna bedankte sich für das Mittagessen, das Philippa von ihrem letzten Geld bezahlt hatte und verabschiedete sich steif. Die Rolle, die sie wieder einmal für ihre Freundin übernommen hatte, bekam… Weiterlesen »

Rituale (1)

Berenike hieß das Café, in dem sich Rosanna und Philippa gern trafen. Hier saßen sie, bis die letzten schönen Herbsttage vorüber waren, am liebsten draußen. Nun regnete es seit Tagen. Die Kellner hatten vergessen, das Mobiliar vom Vorplatz wegzuräumen. So konnte das Holz in aller Ruhe aufquellen. Und der Stempel der ostdeutschen Designer-Marke „Theodor“ war… Weiterlesen »

Willi warf Fleischstücke in den Schutt

Da das Imperfekt die vollendete Gegenwart ist, fragen wir uns, was in den letzten drei Tagen mit den Fleischstücken geschehen ist, die Willi in den Schutt geworfen hat. Wurden sie gegessen? Waren sie zum Zeitpunkt des Reinwerfens überhaupt noch genießbar? Wessen Fleisch wurde da in Stücke gerissen, zerschnitten, zerteilt, um als Köder für Ratten im… Weiterlesen »

Schwarzbraune Soße?

von Hannes Heine Am Zaun gibt es keine Klingel, am Briefkasten steht kein Name. Trotzdem wissen alle in der Zehlendorfer Königstraße, im Südwesten der Hauptstadt, wer in dieser Stadtvilla zwischen Tannen und Birken zu Hause ist. Und die Bewohner wollen es auch gar nicht verheimlichen. Ein Sandweg führt zum Haus, davor drei leere Parkplätze, ein… Weiterlesen »

Die Hornissage

Gummiuniform hieß das unmögliche Theaterstück, in das Hornberg am folgenden Sonntag mit Iva gehen sollte. Er fürchtete sich davor, er wusste nicht, was ihn erwartete, der Titel sollte wohl die Farce eines Sprachwitzes sein, wahrscheinlich war das Stück Avantgarde oder ein Experiment für die eigene Kunstproduktion, ein Softwaretest, wie Iva am Telefon lachend gesagt hatte.… Weiterlesen »

Hornbergs Tiefflug

Andreas Hornberg arbeitet als It-Spezialist in München und hat ein Problem. Vor kurzem ist seine Frau aus der gemeinsamen Leipziger Wohnung ausgezogen, nachdem sie ein Jahr lang miterleben musste, wie Hornbergs Persönlichkeit sich während seiner Arbeit in München veränderte. War er zu Beginn ihrer Ehe vor fünf Jahren noch ein treuer, fürsorglicher Ehemann, ohne jedoch… Weiterlesen »

Tischgespräche II

Ausschnitte aus den »Tischgesprächen« »Meine Schäferhündin „Blondi“ ist in gewisser Hinsicht auch Vegetarier – sie frisst bestimmte Grasbüschel geradezu mit Behagen! Interessant ist, dass ihr das über Koliken hinweghilft. Wenn man das weiß, muss man sich doch wundern, wie vernünftig Tiere sind und genau wissen, was für sie am bekömmlichsten ist. Ich bin schon gespannt,… Weiterlesen »

ohne ei

schwant nur dahin auf kurzer zeile keine lange weile in weiß über quanten nicht zeit eine klange linie auf langer gewelle die nicht nach findet und geht weile und lacht und kann nach hause nicht an den wasser kreise klinge wellen in kanten wer in der zeit sich nicht ehrt ist der dukaten nicht friss… Weiterlesen »

Wer wir sind

Ein Schulhofspaß Nach dem zweiten schillernden Schulhofspaß von eisenhans wollen wir anderen uns auch endlich einmal vorstellen, um die Klassengemeinschaft zu befestigen. Diejenigen, die sich hier noch nicht vorgestellt haben oder jetzt nicht vorgestellt wurden, können dies in Eigenverantwortung nachholen. Schließlich sind wir eine selbst verwaltete Community. Also: crysantheme ist neben anderen, die sich, glaube… Weiterlesen »

Germanisten über 40

altehrwürdig, im kleinen schwarzen, können sie fliegen wie raben, besitzen deren schlauheit, nüsse mittels werkzeugen zu knacken, sammeln sich an versammlungsorten im geruch geruchloser kultureller erbauung. manche klagen über alltagssorgen, kinder und ehepartner daheim. andere leben vom schreiben, ohne dass ihr lohnstreifen lachs an kaviar erlauben würde. manchmal geht’s zur kur in die remise. denn… Weiterlesen »

Kommentarvermeidung?

Neulich sagte jemand zu mir, vielleicht ist es ja auch ein gutes Zeichen, wenn dein Text keinen Kommentar erhält. Welch schwacher Trost. Ich denke nicht, dass es gut ist, wenn ein Text ohne Kommentar davon kommt. Entweder man schämt sich, ihn zu kommentieren – zuweilen aus Ratlosigkeit – oder er wird einfach ignoriert. Vergessen. In… Weiterlesen »

Schmähschriften

während vor Zeiten hier riesige Schränke und Türen aus den Fenstern polterten – großformatige Quadrate & Rechtecke, folgten Momente später nur noch kleinere Eiswürfel. (Jetzt unsichtbarer Nieselregen.) Werft doch wenigstens Tulpen herab, in deren Blättern sich Schmähschriften rollen.

Ductus

Zugvogel, Wandervogel, Vogelzug, Passageritus. Gefahrenübergang . Mitten in den tiefverschneiten Bergen wurde eine Lok vor den ICE gehängt, da der Triebwagen nur noch mit halber Kraft lief. . Schiffsreise. das Feuer der Finsternis am Ende des Absatzes mussten wir aussteigen und zu Fuß Eigentumsübergang und die alte, längere Strecke Korridor.

Globalblaue Dunstschwade

Aber es gibt die Ambivalenten, diejenigen, bei denen sich der Gegenstand der Sprache unterzuordnen hat. Sie sind ein Seismograph, der in der Lage ist, Edelmetall aufzuspüren. Sie sind Trüffelschweine. In Visionen oder analytischen Betrachtungen. Sie urteilen nicht, sie verschränken. Vor Jahren haben sie das Jammern, Grübeln und Nachdenken, das Analysieren ihrer Zustände, die vielfarbig und… Weiterlesen »

mitgift

Von | 17. September 2011

die algebra ist begierde, ein federvieh, ein liebhaber, der seinen leib mit ketten fesselt. auf dem arbeitstisch eine phiole. sie hatte mit einer tochter aus höherem haus nachwuchs von einfachen fußsoldaten. domestik wohnt verstreut in kellern, in dachstuben, die arten der exekution sorgfältig ererbt.

Schon kleben die ersten Kommentare dran

Neulich wollte ich mal ausprobieren, wie es denn wäre, wenn mein Herr Hornberg mir plötzlich auf dem Bahnhof begegnen würde. Nun, von vielem verstehe ich ja nichts. Von meinem Hornberg eigentlich auch nicht viel. Ich habe ihn erfunden, das muss genügen, gehen muss er allein – oder vielmehr: rennen. Hornberg rennt durchs Leben. Heute ist… Weiterlesen »