Kategorie-Archive: Realitätsschatten

Liebe

Von | 23. Mai 2021

für Micha Zwischen Maß und Übermaß spannt sich eine Brücke Wie im Märchen Metalle, die sich mischen und nicht mischen: die Bewegung, Daseinsweise der Materie, hat die Wesen fest im Griff fest im Griff Loslassen!

Späte Jahre

Von | 14. Mai 2021

Wir haben eine Katze und einen Regenschirm. Wir haben einen Raum für glückliche Momente und einen Raum für die Einsamkeit. Vom Fenster aus kann man die schneeverhangenen Berge sehen. Zu weit, sagst du manchmal, viel zu hoch für so kleine Leute wie wir. Dann nimmst du den Schirm und machst eine Runde ums Haus. Du… Weiterlesen »

Hommage für einen Freund durch dessen Augen

Von | 2. Mai 2021

f.P.B. „Gehe weiter. Der Mond wartet.“ „Der Blick in die Mitte ist frei.“ „Mit jedem Schlag kommst du ihm näher.“ „Jahre später fahren wir wieder aufs Meer, irgendwohin, ohne Ziel, begegnen dem Stab, eingewoben in Eis, in Stürmen, beladen mit Muscheln, mit Nacht, zeigend zu einem Pol irgendwo im Schaum.“ „Diese Linien der See, gezeichnet… Weiterlesen »

Was in diesen Augen

Von | 1. Mai 2021

Literatur sei? Eine Bewegung des Körpers, die im Kopf ankommt: Haifischflosse der Hand über dem liegenden Bauchmuskel, Drehung des Arms bis ins Schultergelenk hinein, das Zurückschieben des Wassers in der Höhe bei der Vorwärtsbewegung in Gedanken, auch der Impuls endlich aufzustehen und Finger am Handgelenk über das Papier gleiten zu lassen Der Entschluss nun aufzuhören,… Weiterlesen »

Autos und Menschen

Von | 19. April 2021

Wie langwierig : wie vielschichtig Sie herzustellen : welche Mühe Wie schön anzusehen : wie flink Sind sie im besten Alter Wie gebrechlich : bedauernswert Liegen sie im Graben : einen halben Meter neben dem Weg Enden sie : keine Hoffnung Auf Heilung oder Reparatur

Willys Traum

Von | 27. Februar 2021

  Willy hatte einen merkwürdigen Traum. Darin träumte ihm, dass er der Herrscher irgendeines Landes war, das im Traum nicht weiter bestimmt war, der absolute Herrscher. Und natürlich, dem Willy im Traum war völlig klar, dass eine solche absolute Herrschaft heute nicht lange funktionieren würde. Natürlich war Willy ein aufgeklärter absoluter Herrscher, es galt also… Weiterlesen »

Vorgestellt

Von | 7. Februar 2021

Jetzt stell dir mal vor, es klingelt an der Haustür und die ganze Familie steht draußen. Lustig machen sie sich, über das kleine Guckloch und den Briefkastenschlitz an deiner Eingangstür, das Treppenhaus sieht aus „wie bei Tante Käthe“ (schallendes Gelächter, da interessiert es keinen, ob es Sonntag zwischen eins und drei ist), dicke Blumensträuße werden… Weiterlesen »

… und die Zeitung druckt weiter

Von | 16. Januar 2021

Zwischentexte 1. Ansgar Damals hatten sie den Fußboden aufgestemmt. Das muss um 1980 gewesen sein. Albert war noch im Vorstand bei Hugo Boss beschäftigt, Viola betrieb einen Kosmetiksalon, ich weiß, das ist ein altes Klischee, der Mann aber, Albert, war nicht in einer typisch männlichen Branche beschäftigt, er war gelernter Schneider und hatte sich hochgearbeitet… Weiterlesen »

Anti-Ödipus; Oder: Wie ich auf meine Mutter masturbierte und dabei Logos und Eros miteinander versöhnte

Von | 4. Januar 2021

Wie vieles in der Pubertät geschah auch das sehr unerwartet. Es war an einem Sonntag. Ich quälte mich gerade mit Mathe, Binomische Formeln. Ich lief durch die Wohnung, verkrampft versuchte ich die binomischen Formeln auswendig zu lernen. Nicht eine Sekunde dachte ich an meinen Schwanz, an Muschis oder an Titten und Ärsche. Wie auch. Zahlen… Weiterlesen »

seidenstraße virtuell

Von | 31. Dezember 2020

die minzehändler in ihren cabriolets bringen die einnahmen eines ganzen jahres ins land des sonnenaufgangs von karawanserei zu karawanserei bei jeder ein motel mit minztee und mädchen in safrankleidern kardamom und weihrauch würzige kräuter auch opium gegen die schmerzen und für das vergessen von zeit zu zeit ziehen heilige krieger auf kamelen durch heilige kriegsgebiete… Weiterlesen »

Tränen trocknen im Sonnenschein feat. „Utopischen Stress“ (U. Hassbecker)

Von | 27. Dezember 2020

Tränen trocknen im Wind allein Wenn die Katze kindlich ihren Schwanz jagt Wenn der Hund seinen Nachbarn schwanzwedelnd Wenn der Mensch stumm seinen Worten hinterherblickt Wenn es hinterher nicht schlechter ist als vorher Wenn gestern und morgen Freunde geworden Wenn’s Geworden ein dampfendes Einst, bergend * Wenn hinter der Mauer die Steine einen Plan

Bier

Von | 23. Dezember 2020

„Bier ist die totale Einlullung.“ „Was? Wieso denn gerade Bier?“ „Na, Bier hole ich mir, wenn ichs mir gemütlich machen will. So zum Abend. Nach harter Arbeit. Da geh ich dann schnell noch mal in die Kaufhalle, hol mir drei oder vier Flaschen Bier, und dann zieh ich mich in mein Bett zurück und trinke.“… Weiterlesen »

Drei Tage vor Weihnachten

Von | 18. Dezember 2020

Nun rattern die Erntemaschinen drei Tage Vor Weihnachten übers Feld : grün reckt sich Das Futter empor für die murrenden Kühe in offenen Ställen : bald gehört Der Mammutbaum mit seinen mächtigen Wurzeln zum „heimischen Gewächs“ Schnee kennen die Kinder Aus Filmen der hundertjährigen Eltern

Wahlkampf 2021

Von | 17. Dezember 2020

Zarathustra antwortet Anne W.: „Deshalb war die Westschule eine Volksverdummungsmaschine.“ […] „Und: Bitte entschuldigen Sie meine volkstümliche Ausdrucksweise!“ PENG\ „Sie sehen: das hier ist kein nachträgliches Plädoyer für die sogenannte volkstümliche Bildung, sondern die polytechnische Kritik daran…“

Vater, reloaded

Von | 13. Dezember 2020

Eingereicht am 15.10.2016 um 09:37 1) Mutter erzählt mir von Vater. Dass er wieder nicht mit ihr redet und dass er jetzt bekloppt wird 2) Vater sagt zu mir, deine Mutter, die kannste vergessen 3) Tante Adelheid ist abwesend, denn zur Verwandtschaft besteht kein Kontakt mehr 4) Das hier ist ein Inselgrundst+ck = Stoff für… Weiterlesen »

Dein Museum : Für die Musen

Von | 30. November 2020

f. U.R. & R.B. Hier in F. füttern sie die Ultras mit Politik. Wasserhäuschen allerorten, eine Frage der Tradition. Der Arbeiter-Samariter-Bund erhielt eine eigene Schule, sollen sie sich doch selbst, ohne fremde Hilfe, zugrunde-richten. Du hattest die gleiche kehlige Schwarte um den Hals wie ich: „Ouma, sollisch dier die Flasche uf-f’n Nischel hauen?!“ Wir lachten.… Weiterlesen »

Und auf dem Grabstein soll man lesen

Von | 24. November 2020

Und auf dem Grabstein soll man lesen: er kämpfte gegen den Schwein-Schein/die Art// die Grammatik und riss seine/ihre Schwere von sich herunter. Er sah keinen Unterschied zwischen der menschlichen Art und den Arten aller Lebewesen und stand für die Verbreitung des Gebots & seiner Maxime „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“. Er nannte die unteilbaren… Weiterlesen »

Die Farbe von November

Von | 8. November 2020

Sturmschwalben ziehen über das Watt. Das Meer atmet lauter. Du sammelst Fragen, die das Wasser tiefer spülte als meine Worte. Dort hinten ist die Sehnsucht weites Hügelland, und ihre Gräser schweigen. Ein Bild von ihr hängt schief noch immer zwischen Bücherwand und Tür.

[oden | wälder … wir ruderten die themse hinauf nach maiden | head]

Von | 4. November 2020

[oden | wälder wir ruderten die themse hinauf nach maiden | head] wörtliche rede wir legen hörrohre in die weit verzweigten enden der wälder die fein verästelten adern ihrer wurzel und blattwerke in das grüne auge mit der herbstfarbenen iris die pulst unter der rinde quillt als harz aus allen schnitten süß duftende wunden verletzungen… Weiterlesen »