Kategorie-Archive: Panphobie

Die Genialität

Von | 13. August 2021

i.m. Jegor Letov Gesucht wird eine gemeinsame Formel für Freiheit und Unterdrückung (Th.W.A.) __ ist ein Bündel von Genialitäten Das Genie ein Bündel Nichts Das es zu tragen hat Freiheit Ausbund ist ein Nichts Das Genie ein Bündel Bündel Selbst Mündel der Welt in Dingen befestigt abgestoßen Von allen Seiten angezogen Idol O Jesus! Nein… Weiterlesen »

Das chinesische Zeitalter 2: Dicke Gegenwart, dünne Vergangenheit

Von | 7. Juli 2021

Zu den Exportgütern der Volks­republik gehören nicht nur materielle Waren. Nach dem Vorbild der deutschen Goethe-Institute hat die Volksrepublik ein weltweites Netz von Konfuzius-Instituten aufgespannt. Konfuzius als Vertreter des konservativen, an sozialen Hierarchien orientierten Sozial­systems wurde in der Ära Xi’s rehabilitiert. Die nach ihm benannten Institute widmen sich dem Spracherwerb und Kultur­austausch – harmlos, wie… Weiterlesen »

Memento mori

Von | 7. Juli 2021

Ich weiß nicht, wer es war, jedenfalls einer der Passanten, die jeden Tag am Krankenhaus vorbeikamen. Er war jedenfalls, so wird es erzählt, nachts mit einer Schaufel über den Friedhofszaun geklettert, hatte sich ein Grab gesucht, das gerade aufgelöst, aber noch nicht eingeebnet worden war, hatte gegraben, einen doch recht gut erhaltenen Schädel gefunden und… Weiterlesen »

Das chinesische Zeitalter 1: Schleichwege auf der neuen Seidenstraße

Von | 30. Juni 2021

„Wenn ein einsichtiger König re­giert, zeigt sich sein Wirken überall un­term Himmel, ohne daß er selbst in Erscheinung tritt; die zahllosen Lebe­wesen wandeln sich, und das Volk gerät nicht in Ab­hän­gig­keit; niemand wird gepriesen und gerühmt, alle finden Freude in sich selbst; er richtet sich auf durch das, was sich nicht ermessen läßt, und spaziert… Weiterlesen »

Pandemie-Kakophonie

Von | 25. Juni 2021

Ich sagte es dir.Du sagtest es ihm.Er sagte es ihnen.Sie sagten es auch.Es wurde gesagt.Wir alle sagten es.Ihr sagtet es weiter.DochSie alle kanntenDie Wahrheit nicht.

Das neue Zeitalter

Von | 22. Juni 2021

Ein neues Zeitalter hatte begonnen. Niemand hatte daran gedacht, doch nun war es da. Wie konnte es geschehen? Zu­erst kam die Sintflut. Nicht die biblische, sondern die neu­zeit­liche Überflutung ganz West- und halb Mittel­euro­pas. Auf dem verbleibenden Festland wurde das Autofahren verboten. Die Leute nahmen es hin und bastelten fortan an ihren Booten und Surfbrettern… Weiterlesen »

Ende der Zahlenspiele! 4.5 Renaissance staatsmonopolistischer Kontexte

Von | 7. Mai 2021

„Was mit Haken und Schnur, Zirkel und Winkelmaß zurechtgerückt wird, ist zu­recht­ge­stutzte Natur; was mit Schnur, Leim und Lack wiederhergestellt wird, büßt seine Lebens­­­kraft ein … Die gewöhnliche Natür­lichkeit biegt ohne Zu­hilfe­nahme von Haken, richtet gerade ohne Schnur, run­det ab ohne Zirkel, macht rechteckig ohne Winkelmaß, fügt zusammen ohne Leim und Lack, verbindet ohne Stricke.“… Weiterlesen »

Parabeln auf die Pandemie 10: Das Ministerium für Gesundheitssicherheit

Von | 28. März 2021

Ottmar Spieler, der Direktor des bedeutenden Reinhold-Bäcker-Instituts, das nicht nur eine wissenschaftliche Größe, sondern in erster Linie eine staatliche Oberinstanz darstellte, hatte einen Glückstag: Die Große Vorsitzende ernannte ihn kurz vor ihrer Pensionierung zum Minister. Es war nicht irgendein Ressort, dem der ehemalige Ameisenforscher nun vorstand, es war die Schaltzentrale des Neuen Normstaates (NNS) schlechthin:… Weiterlesen »

Ende der Zahlenspiele! 4.2 Wissenschaftsgläubigkeit

Von | 12. März 2021

 „Wer mit Ungerechtigkeit Gerechtigkeit anstrebt, dessen Gerechtigkeit bleibt ungerecht; wer mit Unglaubwürdigem Glaubwürdigkeit anstrebt, dessen Glaubwürdigkeit bleibt unglaubwürdig.“ (Zhuangzi 32.17) Die metaphysischen Bedürfnisse des Menschen haben sich in den letzten Jahrhunderten kaum verändert, seine Ängste sind geblieben – aber die Selbstüberzeugung, vernunftbegabt zu sein und rational zu handeln, ist stetig gewachsen. Den Hauptbeitrag zu dieser… Weiterlesen »

Ende der Zahlenspiele! 3. Übersterblichkeit als Spekulationsobjekt

Von | 3. Februar 2021

Die Beschwörung der Corona-Krise konfrontiert die Bevölkerung permanent in den Nachrichten­sendungen mit der Zahl der Todesfälle. Seit dem Zweiten Weltkrieg war die Sterblichkeit des Menschen vor allem ein privates Thema, über das selbst innerhalb der Familien nur schwer gesprochen werden konnte. Es blieb spezialisierten Berufen, vor allem dem Bestattungswesen, vor­be­halten, eine professionelle Routine im Umgang… Weiterlesen »

Ende der Zahlenspiele! 2. Die Tücken der Exponentialfunktion

Von | 24. Januar 2021

Die Zählung der Intensivplätze, d.h. der Betten und des entsprechend ausgebildeten Personals, ist eine vergleichsweise valide Angelegenheit und gelingt jedem Klinikverwaltungsleiter allein mit Hilfe des Kleinen Einmaleins. Als weitaus weniger valide erweist sich der Nachweis eines in­fek­tuösen Virus. Im Laufe des Sommers 2020 entbrannte ein heftiger Streit über die Aussagekraft von PCR-Tests. In der New… Weiterlesen »

Ende der Zahlenspiele! 1. Die übersehene Konstante

Von | 6. Januar 2021

Wer den täglich erscheinenden Lagebericht des Robert-Koch-Instituts liest und auf der ersten Seite, genauer: in der zusammenfassenden Übersicht zu Beginn der ersten Seite, kleben bleibt, der kann angesichts der wachsenden („dynamischen“) Zahlen von Infizierten, Intensivpatienten und Ver­stor­benen im Zusammenhang mit Covid-19 nur in Besorgnis geraten. Diese Zahlen werden täglich im Halbstundentakt berichtet, als gäbe es… Weiterlesen »

Parabeln auf die Pandemie 9: Die Kulturrevolution – ein Plädoyer

Von | 8. November 2020

Noch war der Kapitalismus nicht verloren. Zwar häuften sich die Stimmen, die be­haup­teten, das alte Gegensatzpaar – Sozialismus und Kapitalismus – sei gebrechlich geworden, habe ausgedient. Doch hinter den Kulissen bewegte sich etwas. „Vorhang auf“, rief die Große Vorsitzende, „ihr habt mich bereits abgeschrieben, doch ihr kennt meine Blaupause nicht. Im Westen geboren, bin ich… Weiterlesen »

Parabeln auf die Pandemie 8: Die verrückte Feuerwehr

Von | 3. November 2020

In den südlichen Ländern war eine seltsame Feuersbrunst ausgebrochen: Sie befiel nur die Pinien. Die Zypressen ließ sie stehen. Auch die Föhren und Tannen, von Birken und Eschen ganz zu schweigen. Vor allem, nein, nahezu ausschließlich fraß das Feuer die wunderbar knorrigen, alten Pienen­bäume, die im Wind, der vom Mittelmeer heraufwehte, behaglich knurrten. Es war… Weiterlesen »

Pandemische Paradoxien 2 (Update): Wie geht es den Falsch-Positiven?

Von | 23. Oktober 2020

Die Prävalenz-Falle Insgesamt wirft diese Befundlage zur Fehlerhaftigkeit des RT-PCR-Tests mehr Fragen auf, als sie be­antwortet. Eine indische Forscher­gruppe wertete im April 2020 die Corona-Zahlen aus 210 Ländern aus und korrelierte sie mit demographischen, soziologischen sowie gesundheitspolitischen Daten, auf die ich inhaltlich im Abschnitt „Kontexte“ zurückkomme. Dabei stellten die Forscher ver­schiedene Un­gereimtheiten fest, die auf… Weiterlesen »

Urlaub, Schule, Wellenangst

Von | 18. August 2020

oder Das neue Virus wird harmloser Eine der für medizinische, aber auch juristische Gesichtspunkte entscheidenden Fragen betrifft die Entwicklung des neuen Coronavirus: Wird es im Laufe der Zeit, d.h. im Zuge der für RNA-Viren typischen zahllosen Mutationen, für den Menschen gefährlicher oder harmloser? Vermeintlich liegen uns dazu keine Erkenntnisse vor. Die Erfahrung mit SARS-1 und… Weiterlesen »

Pandemische Paradoxien 2 (Update): Zahlenspiele, frisch frisiert

Von | 3. Mai 2020

„Es wird ja fleißig gearbeitet und viel mikroskopiert, aber es müsste mal wieder einer einen gescheiten Gedanken haben.“ (Rudolf Virchow, Verhandlungen der Deutschen Gesellschaft für Pathologie, Bd. 40, S. 4)  „Wähle eine Maske, die einen deiner Mängel übertreibt, dann wirkst du sympathischer.“ (Baron James Ensor, ordentliches Mitglied der Königlichen Akademie von Belgien, Ostende  im August… Weiterlesen »

Parabeln auf die Pandemie 7: Kammer-Bühl

Von | 3. Mai 2020

An einem leicht bewölkten, nicht allzu heißen Augusttag des Jahres 1822 trafen sich Jöns Jakob Berzelius, ein Chemiker aus Schweden, der gerade in Marienbad zur Kur weilte, Graf von Sternberg, Johann Baptist Emanuel Pohl, ein Botaniker, Christoph Nepomuk Drostig, Mineraloge und Goethes Assistent, hm, nein, damals hieß es noch Diener, sowie schließlich, nicht zu vergessen,… Weiterlesen »

Parabeln auf die Pandemie 6: Kleiner Engpaß

Von | 18. April 2020

Fern in Ostasien brach einst eine rheumatische Krankheit aus, die dazu führte, daß die Arbeiter ihre Ellbogen nicht mehr bewegen konnten. Auf den Fließbändern rauschten die Produkte unbearbeitet hinweg und fielen am Ende auf wilde Haufen. Niemand war in der Lage, sich darum zu kümmern. Die Gelenkschmerzen waren einfach zu groß. Die Arbeiter standen wie… Weiterlesen »

Parabeln auf die Pandemie 5: Die Blaupause – Finale

Von | 10. April 2020

Ein Wunder war geschehen: So plötzlich, wie die hochgefährlichen Mehlwürmer in den ukrischen Salamibroten aufgetaucht waren, so rasch verschwanden sie wieder, genauer gesagt, so schnell verwandelten sie sich in normale, ekelerregende Mehl­wür­mer, wie wir sie schon immer kannten. In dem Ameisenbau, den sich die Königin nach der Flucht ihres Volkes gesucht hatte, kannte man die… Weiterlesen »

Pandemische Paradoxien 2: Zahlenspiele

Von | 30. März 2020

Nachdem Hand- und Fußballspiele verboten sind, hat Corona den Kopfball als neue olympische Sportart hervorgebracht: die Zahlenspiele. „Die Corona-Krise hat uns alle zu Zahlenjunkies gemacht. Wie entwickeln sich die Fallzahlen? Gibt es neue Todesfälle? Wie hoch ist der Fall-Verstorbenen-Anteil? Wie hängt er vom Alter der Patienten ab? … Es ist in un­über­sicht­lichen Situationen gut, sich… Weiterlesen »

Parabeln auf die Pandemie 3: Die vergeßliche Ameisenkönigin

Von | 25. März 2020

Von einer Brutpflegerin, die sich einsam im Sand eine sonnige Stelle gesucht hatte, hörten wir heute Mittag folgende Geschichte: Unser Volk hatte an einem Fußweg, der sich zwischen Wald und Feld hindurch schlängelte, seinen Hügel errichtet. Wir waren – wie alle Ameisenvölker – fleißig, hatten den Bau bereits mehrfach umgeschichtet und weitergetragen, an sonnigere und… Weiterlesen »

Parabeln auf die Pandemie 2: Die einäugige Alte oder vom Glück, im eigenen Bett sterben zu dürfen

Von | 22. März 2020

Eine alte Frau verbrachte ihre letzten Tage im Pflegeheim. Sie war mit einem biblischen Alter von 86 Jahren gesegnet, hatte Mussolini, die deutsche Besatzung und schließlich die Nachkriegszeit durchlebt.  Ihre rüstige Tochter, die gerade ihren 60. Geburtstag gefeiert hatte, besuchte sie beinahe täglich. Die Alte war – soweit sie sich erinnern konnte – zufrieden. Sie… Weiterlesen »