Autor-Archive: Tan Go

Gesang eines Abwesenden

Von | 27. März 2013

AusgeXt die Fontäne Vor dem Schloss, die ehe- Mals schwebende Kugel Hängt zwischen Himmel & Erde   Goldener Ball, Quadratur des Lebens Auf der blanken Fläche Hinter der Grenze steckt Die Verbindung der Teile zum Nichtigen   Nicht das Ganze & nicht der Teil Suchen die Klumpen im Wesen Mensch sich zu finden, drift- End… Weiterlesen »

Die Gefühle, die Dinge

Von | 8. Februar 2013

Ist die Schwerkraft in der Schwere Oder kraft meines Willens? Nur Raum der fehlt, grün Hinter der Sonne? Leuchtendes im Dunkel? Dunkel? Schwarz Was du nicht wollen kannst, Schwer bleibt’s zurück. In der Luft wirbelt das Leichte, Eigen- Schwere mit Gefühl. Zurück bleibt die Spur Eines Schmetterlings auf Der Netzhaut, Maschen Für die Erinnerung. *… Weiterlesen »

Nicht mehr als

Von | 3. Januar 2013

Kreuze sind was für Männer, sagte Carla, aber Lehmann  hörte schon nicht mehr zu. Er wollte noch ins Bolero, wollte nach der Arbeit seinen Arsch freipumpen und brauchte dafür eine Tanzfläche. (…) Hinterm Moritzplatz kam langsam die Suppe hoch, drunten ratterte es schon wieder.

John Locke in Rußland (2)

Von | 7. November 2012

Starb, als man noch nicht lesen konnte. Hinterließ viele Zeichen. Auch die Sehnsucht nach der Freiheit, Kinderkrankheit aus einer zu engen Küche, in der die Köchin ihren Kochlöffel zum Gesetz zu machen hatte, bei Strafe einer Verschmähung des Essens. So wählt: Eigensinn des aufrechten Gerippes, ewiger Knochenmann, lebendig bis in die Nadel mitten im Ei… Weiterlesen »

Friedlicher, schlummernder Atem

Von | 24. September 2012

In der Nüchternheit meiner fast besoffenen Freude fragte ich dich, ob du nicht hier einziehen willst. <Einige Jahrhunderte Pause, das Schweigen war selbst bereits Ausdruck geworden> Als Reaktion auf eine klar gestellte Frage erklang deutlich die Antwort: Warum nicht? Mir fiel nichts ein, also schwieg ich. Eine weitere Gegenfrage hatte sich aus pragmatischen Gründen verboten,… Weiterlesen »

Zum Sommerfest

Von | 20. Juni 2012

„Warum so traurig?“ „Ich bin einsam.“ „Warum suchen Sie sie dann, die Einsamkeit?“ „Ich suche sie nicht. Ich fliehe nur die Vielsamkeit, diese falsche Betschwester des Gegenglücks. Nennen Sie es ruhig geistlos, zufrieden in seinem Unglück.“

Tagebucheintrag

Von | 4. Februar 2012

Zeilen wie glimmende Tabakreste, mehr gibt es nicht zu sagen. Zeilen wie ein Kuchen aus wild zusammengewürfelten Wörtern. Rührkuchen Mohnschnecke. Ein Stift fragt sich nach dem Sinn seiner Bemühungen. Leere Mine, weg damit – so werden die Dinge heute behandelt: Aus der Hand in den Mund wäre noch eine Vision gewesen, aus der Hand in… Weiterlesen »

Potsdam

Von | 31. Dezember 2011

In den Alleen, zwischen den Seen Hebt sich die Brise gen Mittag. Erst in der Nacht sind die Sorgen zu sehen, Sonntag im Park ist kein Werktag. Und bloß kein Werk mehr! Wirke das Leben, die Kunst – Tot, toter, weiter!

Offenheit des Meers

Von | 29. April 2010

Eingeschlossen im Eis bleiben Zwei zwei, Drei viele und Alle Weiteren nur Phantasien Im Hochseilzirkus der Objekte Ohne Netz und doppelten Boden Turnen sich die Gedanken Von gestern nach heute Hier zu den Sternen, Dazwischen Nichts als Schwärze und Traum

Die Posaunen von Jericho fliegen in den schwarzen Kosmos

Von | 5. Oktober 2008

Und wieder im Kopf so ein Glucksen Womit vom gluckernden Bauch das Ohr in der Stirn ausgeschaltet wird. Dann Stille, zischend so stumm Dass der Fische strudelnder Reigen Nicht sichtbar die Netzhaut durchdringt. Dann – nichts. Die Gedanken ringeln Sich als Regenwürmer im Gedächtnis: Schweigen, das den schwarzen Asphalt aufheizt. Bis die Sprache am Ende… Weiterlesen »

Der Mann mit Fellmütze seufzt und lässt sich erschöpft auf die selbstgebaute hölzerne Bank sinken

Von | 29. September 2008

/…/ Tfuh, alle Sinne zerstreut über die dampfende Erde, murmelt das Bächlein ihm seine Amouren zu; er nimmt’s gelassen & freut sich über das klare Plätschern, dieses Geheimnis soll lange so plätschern im Blut! Plätschern durch himmlische Nieren – nun begossen wie der Pudel Europa, den die atlantische Missis an der Leine zum Frühstücksfest führt,… Weiterlesen »

Mein Gott, Gottfried…

Von | 15. September 2008

Trage die Reime durch Raum & Zeit, Schütte die Seime aus Vorvergangenheit Nun ruhig ins Wasser, Grashalm blüht, Solange das Verslein im Hirnstamm glüht. Zertreten die Trauben fließend vor Lust – So erzittert die Zeile neu in der Brust, Wo Reime, Seime & Vorvergangenheit Sich neu kombinieren in Raum & Zeit. Die Neuheit, das Neue… Weiterlesen »

Mazisi Kunene: Europa

Von | 2. Juli 2008

Europa, Rohgestein – So ist dein Fundament. Dein Herz wie Spinnweb so Trocken in der Wüste. Die Kinder dein – unsere Angst: So wie die Jungen einer Beutelnatter Das Fleisch ihrer Alten verschlingen. Einst glaubte ich den Geschichten. Einst glaubte ich deine Brüste Überschießen in Milch. Ich sah dich andrängen mit Büchern Aus denen die… Weiterlesen »

Radikalität

Von | 2. März 2008

Sie ist einfach, jeder versteht sie. Sie kommt aus dem Bauch eines Kindes. Sie mag Honig und hat Angst vor Wespen. Sie erschuf die Welt, den Gott wie auch das Paradies. Sie erfand das Bienenwachs und machte aus Federn Flügel. Sie dultet keinen Herrn neben sich, über sich oder unter sich. Ihre blonde Seele steckt… Weiterlesen »

James Joyce im Zwiegespräch mit einer letzten Flasche auf Erden, vorzugsweise unter freiem Himmel zu säuseln wie wandernde Wellen auf dem Meer

Von | 20. November 2007

Komm her, du Ende vom Anfang: nun geh es los, wir gehn es an mit neuem Atem. Zerteilt in Unteilbares sei uns die Ewigkeit nun sicher. Sieh, und sei’s drum. Ich bin dein Waschbecken, du bist mein Wasserhahn – zusammen sind wir die menschliche Innenarchitektur. Hör wie ich gluckse vor Freude. Auch ich höre dich… Weiterlesen »

Der schöne Schein

Von | 16. September 2007

Meine Worte sind nicht durch Gedankenfäden versponnen. Einzig das Wasser unterhalb dieser Augen birgt eine strömende Richtung. Abgetrennt der Magen vom Erdbeerfeld, abgetrennt auch der Sturm vom Wetter. Der Luftraum voller Windwesen, allein die eigenen – Gestank: Was da fault unter dem Himmel, du kannst es unter Glas setzen. Die unzähligen Dinge wissen nichts von… Weiterlesen »