Archive for the ‘Realitätsschatten’ Category

Polly-Esther!

Mittwoch, Januar 10th, 2018

9C136944-1E4D-4FA1-98F6-8E2735AA5FF4

Esther?

Montag, Januar 8th, 2018

Esther?

2018

Montag, Januar 1st, 2018
Auf ein Helles!

Auf ein Helles!

Mittwoch, Dezember 27th, 2017

wird aufhellen

das Knirschen des Scherbengerichts unter den Schuhsohlen

sonnen die Ausläufer

im Nachzittern des Misanthropozäns

 

wird leuchten

das Lob der Torheit

durch die Atemwolken des langen Atems

 

Aufhellung

 

 

Sonntag, Dezember 24th, 2017

einbrechen, Sprengstoff, wenigstens Polen-Böller sein

der Glaube stiert aus allen Lagen
stets, die hemmungslose Vermessenheit
boxen gegen Schatten
scheiden, sich bescheiden

es gibt aber Fruchtkerne, die unbeschadet – hausen bis in die Haarspitzen,
wo die Träume sich ablagern – überstehen, zu gedeihen sich anschicken

eine befreundete Revolution wird geknospt haben
das Blicken allerorten wird anders geworden sein
die Anmaßungen werden gerade so eben gepasst haben
das wird nicht zu meiner Zeit gewesen sein

bescheiden die Kerne beschirmen

bescheiden

Dumme Schafe gif.

Freitag, Dezember 22nd, 2017

Bildergebnis für eine herde dummer schafe

Die ganze Nacht

Sonntag, Dezember 17th, 2017

—— nein, liebe frau kleist. Ich glaube eher, dass hier versucht wurde zu sagen, dass sich die Himmelskörper, und so auch der Mond und die Erde, nach harmonischen Gesetzen bewegen, nach einer musikalischen Harmonie, welche das Fundament der Welt ist. Und auch zugleich ihr Nicht-Fundament. Aber es trägt sie jedenfalls, also diese musikalische Gesetze, die Töne und diese Nicht-Töne, diese Bewegungen, diese immer auf diesen Ebenen kreisenden Bewegungen, auf diesen Ebenen, die sich schneiden, und das alles ist ja keine Wüste, weil ja alles klingt, aber ich komme von der Erzählung ab, ja ich wollte erzählen, in Prosa wollte ich erzählen, dass, wenn man also ein Gedicht schreibt, also nicht irgendein Gedicht, sondern ein gutes Gedicht, also ein richtig gutes Gedicht, das klingt ja dann auch, da bewegen sich auch die Töne, da schneiden sich ja auch die Ebenen, und irgendwie versucht man ja damit, diesen harmonischen Gesetzen näher zu kommen, dieser schrecklich schönen himmlischen Harmonie, diesem gewaltigen unhörbaren Klang, für uns jedenfalls unhörbar, meistens jedenfalls, außer in bestimmten Momenten, wo man ganz da ist, ganz und vollkommen in dem Moment, ganz konzentriert, also eigentlich darin verschwunden, also dass dann das Gedicht kein Zeichen mehr ist und kein Anzeichen und keine Bedeutung sondern reiner Klang, und dieser Klang ist die reine Bedeutung und die Nicht-Bedeutung zugleich, ach, aber wir werden ja immer daran scheitern, immer nur daran scheitern, mit jedem Gedicht daran scheitern, selbst mit unserem allerbesten Gedicht werden wir ganz gewaltig scheitern, wir sind ja in diesem himmlischen Klang dazu verurteilt, immer wieder zu scheitern und zu scheitern und zu scheitern und es trotzdem wieder zu versuchen, immer wieder zu versuchen, und dieser blöde viereckige Mond an diesem blöden Kran um den die Motten ihre enger werdenden Kreise ziehen, das ist ja bloß Hybris, das ist ja bloß vermessen, das bedeutet ja nichts, gar nicht, überhaupt nichts, das ist ja bloß ein Anzeichen, das auf uns weist, das weist auf uns, aber da, wo wir sind, da ist ja nichts, da ist ja bloß Leere, immer nur Leere, wir weisen ja bloß auf diesen viereckigen Mond zurück, und der steht uns bloß im Weg, da sehen wir die Sterne nicht und die Planeten und den richtigen Mond, der mal rund ist und mal nicht rund, der also immer anders klingt, und immer anders die Orchidee auf meinem Schreibtisch anschlägt, und ihren silbernen Schatten, den der richtige Mond, und auch die unzähligen anderen Schatten, die Schatten der unzähligen Sterne und der acht oder neun oder mehr oder weniger Planeten, die alle schreibt die Orchidee auf meinem Schreibtisch, schreibt sie immer wieder, hat die Möglichkeit, sie immer wieder zu schreiben, immer wieder neu, und zugleich immer wieder gleich und doch immer wieder anders, dieser unendliche Verweis auf die Unendlichkeit, nein, kein Verweis, kein Zeichen, kein Anzeichen, die Unendlichkeit klingt hier, sie ist hier, sie ist da, einfach nur da, in den Schatten der Orchidee, hier auf meinem Schreibtisch, und auch ihre Prosa, liebe frau kleist, auch in ihrer Prosa, da ist sie da, einfach nur da ——

[ohne titel]

Samstag, Dezember 9th, 2017

steine liegen im feld
das ist präzis und
der wind trägt die luft
bulgariens her
medeas heimweh über das schwarze meer
die liebe verschmäht nicht
das felsental auf deinen schultern

eingespeicheltes Empfinden

Freitag, Dezember 8th, 2017

während des Entkleidens, ein Ton

die Gesten, Gebärden: Moosmoder
& der Trödel erst der Persönlichkeit
die eingenässten Socken
eingespeicheltes Empfinden

das Schwülstige: eine Auflehnung
oder der Anachronismus als Schlummer

ein Tier, welches nicht einpasst
Zweifelsumbau, ohne Schwung
aber, Montagen, immer

das Fühlen in den geflickten Fingerspitzen:
ein Laut namens Gurkensuppe
& die Vermessenheit stets

Sonntag, November 26th, 2017

EIN EISBERG
mit Sprüngen der Schwärze darin
die brechen ab im Zählen
die springen menschenleer
da der Cut & deutet
als Cowboy freilich oder Kopfgeldjäger
aufm Hocker sitzend John Wayne
nüchtern ganz
schwenk
dorthin wo´s ihm passt
& behauptet gewissheitsumkränzt
stiegen die Menschen kämen von dorther
alle/
aus MONTEVIDEO.

Quartett

Freitag, November 24th, 2017

*
* *
* * *
* * * *

Zwischenreich

Donnerstag, November 23rd, 2017

Lichter kreuzen überm Gerümpel,
das sind Lebensäußerungen der Sehnen, Muskeln

wenn die Schuhe klacken, dem Rauschen der Stille lauschen
wir aber sind im Zwischenreich, darin Müll wüst

ich steige über Armgebinde, Beinverwüstungen
& suche der Lebern Aussprache

immer Bögen,
nie die gebotene Härte

#Me2 (Flucht und Wiederkehr XIX)

Freitag, November 17th, 2017

I have been failing all of you,
no ambiguity of what about and who.
Boo! Me too.
‘Cause I was stoked I poked,
to quickly stick the dick,
to calm the palm too tall,
I fapped and grabbed you all -
eh, uh, me too!
Yes, everlasting shame:
it’s finally fair game
and in the deepest depths of hell
remorse is swelling oh! so well -
choo-choo!
A devil laughs within us men,
his dick is big, his morals thin,
shall he now burn and mourn
and never ever sin or grin
again – he too.

Montag, November 13th, 2017

Weiß Weiß Weiß

strahlt die Dynamo Welle
aus feuchten Augen
Ismen – trichter
Filter keucher
Latio
n. . .

Maschinen stehen auf
Ihre Gesichter brennen die Sonne

Der Schlaf

Montag, Oktober 30th, 2017

Sie entschlafen sich, jeder für sich. Des einen sei nicht der Schlaf des anderen. Kein Strahl der Gewohnheit.
Ihr inneres Sprechen, nie nach außen gedrungen; ein Sprechen in die Eingeweide, das muss sie begleiten, jeden für sich, auch im Schlaf.
Gleich nach dem Eintreten erschlafft er bis zur Unkenntlichkeit; vor der Hochzeit hatte sie dergleichen bei ihm nie gesehen; sinkt, noch in seiner verstaubten Arbeitskleidung, nieder, nach einer Zigarette dann, zu seiner einzigen Rettung, dem Schlaf.
Auch Sie ist nie ausgeschlafen, nutzt jede Gelegenheit zum Hinlegen.
Sie erzählen sich nicht gegenseitig ihre Träume; die wenigen Male, da sie an seinen rüttelte, ihn aufwecken wollend, sah sie ein Unheil lauern, unterbräche sie jemals diese im falschen Augenblick. Sein Schlaf, auch ihre Rettung.

Fotografie

Freitag, Oktober 27th, 2017

(passend zu einem deutschen Wort)

Eine Erzählung

* * *

und papa
war mein Überich
und sein papa
war seines
und Stalingrad
sein Untergrund
und auschwitz
war das golgatha

isenheim (erster gesang)

Sonntag, Oktober 22nd, 2017

wir richteten uns ein im bauch eines wales
und hofften dass er uns wieder ausspeien würde
nach seinen tauchgängen im marianengraben
seinen flügen über wellengebirge
hieltest du licht in den händen
antworteten dir stimmen und erinnerungen
hörten wir auf die nächte zu zählen
die jahre
das unglück
die landschnecken befuhren alle weltmeere
hielten auf inseln landgänge ab
und träumten sich odysseen

am schönsten waren die mädchen von gozo
der held selbst wusste es und blieb
viele jahre zogen ziegen und schafe
über die dornbuschheide

ich trug mir schieferöl auf
das durch die haut floss schweflig teerartig
in einigen platten fand man ichthyosaurier
die mit ihrem aussterben um die wette schwammen
posidonienschiefer
poseidonschiefer
pyritisiert war das neptungras im tod
ein wandschmuck über dem kaminsims

ich las dein leben und wunderte mich
dass ich in ihm nicht vorkam
du hättest mich vorwarnen müssen
oder wenigstens dem specht im garten
nicht das klopfen verbieten dürfen
unten am see hatte sich ein boot losgemacht
und trieb über die wasserfläche
spiegelungen eines früheren lebens
begleiteten es in konzentrischen kreisen
dein klatschen ordnete die natur

mit baugruben machte mir keiner so leicht etwas vor
am abend schlich ich mich in den wald
und legte fallen aus
du riefst an
dass dein vater gestorben war
und du allein sein wolltest

ich reiste in einem falter
flügel falter staub warst du
bei mir ein roter ford
umhüllte dich felicitas
der aschenbecher war voll
erinnerungen an ilya + yevgenii
das recht der ersten reise
yes baby
no darling
ich war puppe raupe
ein gesponnener faden
schleim absonderung absonderlich
seidene vorhänge in den fenstern
schärften spiralnebel deinen blick
umgabst du dich
mit einer letzten metamorphose
[ein loch geschlagen in die erdkruste]
war alles elektrisch das licht wie der stuhl

den gläsernen bogen des mondes strich ich
dass musik erklang
eine dünne glasmusik (des todes)
die spuren der blumen führten in ein grab
das land lag weiß auf frischem blut
und nur die erde wärmte den puls
der jäger und gejagten
wir flochten flachs zu schwarzem haar
mirjam sang
von einem blonden meer
einem toten meer
hob an die stimme
du warst in einem stern geboren

ein neuer ton klang in die nacht
der schlag einer schwanzflosse in einem netz
fischer holten es ein
als das letzte mondlicht erloschen war
nach getaner arbeit am ende eines kurzen lebens
lag der see wieder ruhig
schien mir
nur ein zittern auf dem wasser noch
das erinnerte an einen tod

 

Und Sex und Perlen interessiert die doch nicht die Bohne

Dienstag, Oktober 17th, 2017

1. Du hast doch überhaupt keine Eyer in der Hose!

Kommentar von  Dieser Hund hat Eyer

Comment by  Dieser Hund hat Eyer

Dienstag, Oktober 17th, 2017

Ostwärts, überm Berggipfel

Weiß und klar der Mond erscheint:

Das Antlitz einer schönen Jungfrau

Dringt voll Kraft in meinen Geist.

Munden

Montag, Oktober 16th, 2017

Augen Blicke
munden
wie nichts sonst

sodass sogleich geschlagen
Du
zerschlagen

für Augen für Blicke lang
dein Wüten
& richten´s wieder auf sodann

dass her-, & eingerichtet dir
dein Grundton
noch barbarischer noch schöner

Weilen & Weilen lang klingen
& dir munden will

Umwendungen

Freitag, Oktober 13th, 2017

in Zigarettenpausen
der Zusammenruf der Dienerschaft ihrer Nöte

Leidenschaften, Erotik-Abenteuer hat sie in Filmen gesehen
was sie in sich trägt, ist Inventar

die losen Schnüre, an denen sie zieht
versuchsweise, die Umwendungen

so vieles & alles ist möglich an Löslichem
am Strom der Experimentierfelder

nur das Tamtam ums Lose, kann’s erhöhen, zersinnen
die Umwendungen kehren sich aus

 

Hinterm Mond

Mittwoch, Oktober 11th, 2017

leuchten die Sterne.

veraltet

Mittwoch, Oktober 11th, 2017

veraltet, zum Durchschauen drein den Hosenbeinen
zwischen der Naht, das sind die Zutaten
wie die Fernsehantenne samt immergleichen Raben
Töne, selbst des Umwebens Geschichten
will auch andeuten sich überm Trüben: Versöhnliches
so wirksam ist das nie Ausgesprochene
die Lüste auch, verlaufen sich in den Untergrundbauten

(veraltet)

Once

Dienstag, Oktober 10th, 2017

in a lifetime, sagt der
Pilot, 17.000 Kilometer,
nördlich des Polarkreises

durch Kanada. Allein der
Landeanflug auf das Dorf in
Alaska: atemberaubend. Ein Inuit

erzählt vor der Kamera minuten-
lang mit singenden Augen vom
Duft und Geschmack eines Apfels.

Märchen

Freitag, Oktober 6th, 2017

bluten,
wer hat den schönsten Zerrspiegel?
verteilt sich

Märchen nehmen so viel auf,
damit überhaupt was drin ist,
an Märchensubstanzen

ein Uppercut? ein Nagel quer durch die Stirnhaut?

Märchen rinnen,
ziehen durch Nase, Mund- & Rachenraum

Märchen im Blut wollen sich erzählt wissen

(Märchen)

Konvention

Mittwoch, Oktober 4th, 2017

Konvention.
Er trägt sich & erträgt sich. Findet sich nur wieder, steht er in der Kurve mitsamt & darf brüllen, schreien, sich ärgern & freuen et cetera. Im Büro, wo sie vermeintlich die Entbehrlichen verwalten, zu welchen der Ertragende auch gehöre, nicht nur aus Solidarität, spricht er naturgemäß vom Ich & sagt dann zu den Kollegen Sätze wie: Freilich, ich habe noch etliche Fälle zu bearbeiten oder schlicht: Meine Mittagspause habe ich schon hinter mich gebracht. Dergestalt spricht er aber nur, Herr Meinhard, um der Verständigung willen. Dort, wo er aufgeht für Augenblicke, läuft die Mannschaft auf den Rasen, schießt diese ein Tor, meint die Menge, der Schiedsrichter habe etwas über- oder falsch gesehen & so weiter, findet er sich gelegentlich wieder & zwar als Aufgegangener, das Ich als Aufgegangenes. Ansonsten sei es eine Konvention.

war, ist, wird sein

Dienstag, Oktober 3rd, 2017

wieder stehen,
du hier, dein Jacques

andernorts, die Soßen rinnen,
wie Zeit ins Eisengestänge, in Grabarbeiten

denn: war, ist, wird sein,
inzwischen Zahnlücken, das Pfeifen

& das Widerspenst,
wider die Höhlung

& die Materialbröckchen
gehen nie aus

Jacques widersteht den regelnden Regalen

(war, ist, wird sein)

es passiert

Dienstag, Oktober 3rd, 2017

als wir uns passierten
fanden wir Flammen und Flut

die Asche streuten wir in die Ferne
weinten uns mit anderen warm

die Brandmale berühre ich
manchmal mit meinem Lächeln

Januartage

Sonntag, Oktober 1st, 2017

Deine Stimme flieht
über die Berge.
Auf dem Gipfel
liegt der Schnee kniehoch.

Ich gebe dem Wind
Meerworte
und eine Handvoll Regen.

Die Zeit ist noch nicht reif,
sagst du.
Sie liegt dir bitter
auf den Lippen,
und Kraniche
sind unbekannt verzogen.

das Licht

Samstag, September 30th, 2017

gesetzt
einige Augenauf-, zig Herzschläge lang
etwa bis in den zwölften Stock hoch lang
es gäbe DEN WILLEN

was wollte das Licht
beim geöffneten Flurfenster dann:
die Atemluft erhitzen?
das Gelb gelber
das Blau blauer machen?
den Schweiß trocknen?
Schneisen schlagen?
Verwandlungen verlangsamen
beschleunigen?

wohl nichts anderes
als zwischen den Zweigen allerorten
Lichtungen säen
das Sehen ernten.

(das Licht)