maigedicht

Von | 1. Mai 2020

hältst du in den händen die enden der welt
wie die enden einer gerissenen perlenkette

leuchtet lyrik
ihrer wege gehen die brandstifter
das eine ende der welt liegt hinter einem apfelbaum
du schüttelst ihn und tapst
in die schneewittchenfalle
wer in meinem bettchen geschlafen hat kommt
nimmer um

ich saß in der küche und dachte an dich
das messer lag noch auf dem stuhl

gestern besuchte ich einen muschelfriedhof
beim anblick der schalenbruchstücke einer islandmuschel
fühlte ich rührung
ein alter seewolf war der muschelmörder
ich lauschte dem sound einer bekassine
eines tordalks eines regenbrachvogels

ich fand perlmutt
über die lippen rann es einem catfish

Kategorie: Realitätsschatten

Über Werner Weimar-Mazur

geb. 1955 in Weimar; aufgewachsen in Karlsruhe; Studium der Geologie; lebt in Waldkirch im Breisgau; schreibt Lyrik und Prosa; Teilnehmer der ersten Lesung des Lyrikpreises München 2013; Haupt-Preisträger des Athmer-Lyrikpreises 2013; Preisträger (Jurypreis) des Hildesheimer Lyrik-Wettbewerbs 2012; Teilnehmer (Endrunde) beim Preis "Irseer Pegasus 2003; Veröffentlichungen (Printmedien): 2012 Lyrikband "hautsterben" in der Reihe Lyrik der Gegenwart, Edition Art Science, Wien und St.Wolfgang / Österreich (ISBN 978-3-902864-11-6); 1995 Lyrikband "Tauch ein - Gedichte 1970-1994" im Waldkircher Verlag, Waldkirch im Breisgau (ISBN 3-87885-301-7); 1995-2013 zahlreiche Gedichte in Zeitschriften und Anthologien, unter anderem in "Ostragehege", Dresden, "Federwelt", München, "Dichtungsring" Bonn, "Krautgarten, St. Vith / Belgien, "500GRAMM", Bonn, "Inskriptionen", Erata / Leipziger Literaturverlag, "Levure littéraire", "Dulzinea", "Wort_Zone", "Erostepost"; derzeit Arbeit an einem Roman; Mitglied im Literaturforum Südwest e.V. (Literaturbüro Freiburg), in der Literarischen Gesellschaft Thüringen e.V., Weimar, und in der Literarischen Gesellschaft Scheffelbund e.V. Karlsruhe

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