John Locke in Rußland (2)

Von | 7. November 2012

Starb, als man noch nicht lesen konnte. Hinterließ viele Zeichen. Auch die Sehnsucht nach der Freiheit, Kinderkrankheit aus einer zu engen Küche, in der die Köchin ihren Kochlöffel zum Gesetz zu machen hatte, bei Strafe einer Verschmähung des Essens. So wählt: Eigensinn des aufrechten Gerippes, ewiger Knochenmann, lebendig bis in die Nadel mitten im Ei – oder fetten Gehorsam des Universums, gegenwärtige Verheißung wie der Freude so des Schmerzes. Das Leiden ist nur Schnupfen, ob gefroren oder aufgetaut in den Jahreszeiten dieses Lebens hast du die Wahl. Und nichts, was nicht vorher in den Sinnen war, war schon mal von Sinnen in Hellas. So blieb die Sehnsucht nach dem Raum, perfekte Ergänzung der Angst vor der Enge, in der dich jederzeit der Galgen nach dem Frühstück ereilen konnte, weil du zum Abendbrot noch nicht zu Hause warst. Nicht der Lordkanzler vollstreckte den Traum: Freiheit – stürmisches Territorium, jüngerer Bruder des Hobbes, Territorium mit Armee und Volk, dehntest du dich aus im Traum nach allen vier Himmelsrichtungen. In der Kirche entstand die Verwaltung, Verwaltung des Heils, an den Haltestellen bildeten sich Schlangen zum Eintritt in die Polonaise eines Alltags mit Flotte und goldenem Kalb: Verankert in der Höflichkeit muss der gekonnte Witz ein Gipfel in den Solidarbekundungen der heiligen Distanz bleiben. Und weit südlich der sommerlichen Eisgrenze blinkt in der Sonne, so sagt man, Peak Kommunismus.

Ein Gedanke zu „John Locke in Rußland (2)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.