James Joyce im Zwiegespräch mit einer letzten Flasche auf Erden, vorzugsweise unter freiem Himmel zu säuseln wie wandernde Wellen auf dem Meer

Von | 20. November 2007

Komm her, du Ende vom Anfang: nun geh es los, wir gehn es an mit neuem Atem. Zerteilt in Unteilbares sei uns die Ewigkeit nun sicher. Sieh, und sei’s drum. Ich bin dein Waschbecken, du bist mein Wasserhahn – zusammen sind wir die menschliche Innenarchitektur. Hör wie ich gluckse vor Freude. Auch ich höre dich glucksen im Streit mit der Luft, die dein Inneres zu füllen beansprucht, Frechheit flüchtiger Materie. Deine Hüfte reicht dir bis an die Knöchel. Meine Finger fallen dir unter die Fußsohle, von unter dir steigt es bis ins erhebende Gefühl, wenn wirklich aller Atem aus mir weicht. Du schmeckst so süß, ich sauge dich aus wie der Mückengott einen ganzen warmblütigen Planeten. Meine Lippen schmatzen in alle Gehirme hinein – wer’s glaubt, wie auch ich geglaubt hab mit der Vorderzunge an heißen Sommertagen, sei selig bis ans Ende seiner Liebe.

Wäre ich kein Dichter gewesen, du hättest diesem Schicksal entgehen können. So stopfe ich denn meine Zunge in dich hinein, perfekte Flaschenpost. Solange dein Körper Form wahrt, wird das Wort in dir verschlossen sein. Das Wasser um dich rum ist bald kein andres Rauschen als das Blut in meinem Ohr. Die Küsten gleichen sich. Unterm Mond die Gezeitenschwelle legt den Nerventieren ihren Samen ins Gehirn, auf daß draus Worte wachsen im Gejammer der sich aufreibenden Eingeweide. Ich geh nun von dir. Deine Beine in meinem Augenraum sinken zu Boden, Muscheln im vollen Ohr der Meeresklänge.

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