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Heute: Informationen, die nirgendwo ankommen
Schon vor einiger Zeit ließen wir uns gar nicht mehr stören. Wir hatten die Informationsverarbeitung weitgehend eingestellt, und doch gab es da eine Figur, die ununterbrochen Informationen an uns zu senden versuchte. Diese landeten mit nicht nachlassender Regelmäßigkeit im Nirwana. Derjenige, der sie versandte, meint bis heute, man habe ihm gut zugehört. Das glaubt er daran zu erkennen, dass sein Ohr ungefähr eine halbe Minute nach der letzten Aussendung zu jucken beginnt. Das Ekzem am Ohr ist für ihn also ein untrügliches Kennzeichen, dass da irgendwann irgendetwas bei irgendjemandem angekommen sein müsste. Müsste.
wir: unter uns
oder lieben wir uns beide irgendwie davon ??
als wärst du noch da … den angewinkelten arm unterm koppe …
oda machn wir ein’n auf wein … ich mit meiner gelenkkomik + du mit deiner ehrlichkeit … wie im leben immer eins in die fresse …
an die erde … zwar zwischen den zehen…
an die verlogenheit … zwar zwischen den …
Die „Festspielarena Leipzig“: das ist das letzte ekstatische Aufbäumen der Hartmann-Kompagnie, die den Leipzigern zeigt, was sie mit ihr verlieren. Schon der Bühnenbau wirkt fulminant: ein Amphitheater, das auf Bühne und erstem Rang des Stadttheaters temporär aufmontiert ist, vollkommen im universellen Weiß.
Hier bewegt sich der Schauspieler im Mittelpunkt, die Orchestra gehört ihm, als Sprechraum und Spielraum. Stets ist er von von allen Seiten zu sehen, von vorn, hinten, links und rechts. Auf den Hinterkopf des Sprechers während eines melodramatischen Monologs zu blicken, relativiert jedes Pathos. Jederzeit kann der Spieler das Publikum anrufen, nicht nur in der ersten Reihe, die die Spielfläche begrenzt, auch die Zuschauer der oberen Reihen sind mit von der Partie.
Das Stück beginnt und endet in vollkommener Dunkelheit. Aus ihr hervor quellen – wie akustische Raketentriebwerke – sechs Posaunen schicken von der oberen Diazomata anschwellende Töne hinab. Manche Besucher halten sich die Ohren zu.
Als es wieder hell wird, steht ein einsam junger Mann auf der Bühne, in tadellosem Anzug, im Seidenhemd, eine Augenweide. Lächelnd beginnt er den „Traum eines lächerlichen Menschen“ aufzusagen. Ein Spießbürger, so schien es, eine von Komplexen geplagte Seele, die sich hier frei redet und dabei den Frauen im Rund tief in die Augen blickt. Das ist der harmlose Auftakt.
Bald schon trifft der lächerliche Mensch den folgerichtigen Entschluß, sich zu töten – was anderes sollte er tun? Der lächerliche Mensch spricht diesen Satz „Ich habe beschlossen, mich zu töten“ immer wieder, laut, leise, brüllend, tief, hinter vorgehaltener Hand, mit verstellter Frauenstimme, piepsig hoch – etwa dreißig oder vierzig Mal. Er gerät darüber in Verzweiflung, steigert sich derart in die fixe Idee, daß die Selbsttötung am Ende ausgeschlossen ist: auch sie erscheint lächerlich.
Inzwischen hat der Mensch das Publikum infiziert, ist die Sitzreihen hinaufgeklettert, hat sich an die Schulter des einen oder anderen Zuschauers gelehnt. Hinter mir hat er gesessen, spuckend und prustend gesprochen, seinen Kopf dicht neben meinen gehalten und den Blick in meine Augen gesucht, um mir aufdringlich zu sein und unvergeßlich. Schließlich tobt er wieder in der Mitte, rollt sich über die Sitze hinweg nach vorn auf die Orchestra. Welche machtvolle Stimme in diesem dünnen Männlein steckt.
Die Posaunen kündigen den Einzug ins Paradies auf einem fremden, noch unschuldigen Planeten an. Hier leben alle Wesen mit gleichem Recht, Bäume werden als Heiligtümer angebetet. Liebe und Harmonie senken sich dämpfend herab. Das Leben erscheint als Kinderspiel.
Der lächerliche Mensch steht als Gast verzückt auf diesem Planeten, seine irdischen Gefühle hat er jedoch im Herzen bewahrt und mitgebracht: Sympathie und Hingezogensein, Begehren, aus dem Begehren erwächst Wollust, aus Wollust Eifersucht, aus Eifersucht Gewalt, aus Gewaltg Blutrache, aus Blutrache Ehrgefühl und Scham, aus Ehrgefühl und Scham Religion, aus Religion erwachsen Kriege. Am Ende ist der einst friedliche fremde Planet wüst und gefährdet wie die Erde.
Zum Glück erweist sich alles nur als Traum. Der lächerliche Mensch erwacht im Lehnstuhl. Er entpuppt sich als der Spießer, der er schon am Anfang war. Die Posaunenspieler verlassen die obere Diazomata, steigen majestätisch zur Orchestra herab, umringen den lächerlichen Menschen, der angesichts der Schönheit und Kraft der Töne zusammenbricht, sich auf dem Boden windet, sich aufbäumt. Ende.
Es bleibt ein Bild, die Choreographie eines Zusammenbruchs, ein Gedanke, die Unmöglichkeit dauerhafter Harmonie, ein Gefühl, der Absturz. Nachwort: nicht nötig.
In mein Nichts gelangt. Mit 1.000 Seiten halbtreuer Selbstbespeiung. Meine Zweifel so auflachelnd, dann so lächerlich, meine kreisrunde Tonsur traf mitten in meine Befindlichkeit: kleine Bestechlichkeit, aber unerbittlich. Der Hang zum Schmerz abgeschnitten wie eine Nabelschnur. Die ich dir nun um die Lachsblume klemme.
Als wollte uns kein Verlängerungswille mehr: Tram 12. Da gestanden. Schnee nicht nur um mich herum, sondern auch unter meinen billigen Schuhn. Es giebt keine Chance auszubrechen, dachte ich in diesem Moment, als die Tram 12 immer noch nicht kam. Es war ein ähnlich dunkelgelber Bus. Wieso fährt der vorbei? Er sieht doch, dass wir hier frieren … ich drück irgendeinen Knopf am Fahrscheinautomaten: 4,70. Münzen hab ich immer in der Hand. Werf was ein. 55 Cent fehlen. Ich schau mich um. Mit wem willst du ins Gespräch kommen. Mit nobody. Weltgeist auf Eis. Frage ausweglos. Obwohl sich jeder freut, wenn er angesprochen wird. Komische Welt. Noch ne Station. Warum sollte ich nicht hier schon aussteigen? Es giebt keinen Grund, es nicht zu thun. Ich machs. Friere. Aber schon drei Minuten später kommt die nächste Bahn. Die Nummer oben auf ihrer Stirn ist mir egal. Steige ein. Warm. Albertinenallee, sagt mir die freundliche Stimme aus dem Off. Ich weiss nicht, ob die andern das mitgekriegt haben. Natürlich, dass sie mir das gesagt hat. Obwohl ich noch gar nicht aussteigen wollte. Obwohl einige schöne Gesichter am Steig standen. Die Welt und das Leben dazu ist komisch: Seitdem für mich Wörter keine Rolle spielen, spielen nur noch Gesichter eine Rolle
schläft, soll
auch dessen Kinder
betreuen : denn
Es könnten seine sein.
verliert sich im nebel
bringe mir die welt
ins schweben
du
wie mich selbst
meine füße tragen mich
zu dicht am boden
bringe mir unruhe
in den lauf der dinge
du
tanze mit mir
an das ende der liebe
verliere dich mit mir im nebel
du
getragen
von unserem gewicht des lebens.
Dienstag kam sie früher als sonst nach Hause. Schon im Hausflur spürte sie, dass etwas nicht stimmte. Sie hörte, dass der Fernseher lief. Frank sah sonst tagsüber nie fern, selbst wenn er Zeit hatte. Leise schloß sie die Wohnungstür auf und ging ins Wohnzimmer.
Frank saß auf dem Sofa und bemerkte sie nicht. Er war nur mit einem weißen Hemd bekleidet, auf dem Tisch standen die Überreste eines gebratenen Hähnchens und zwei offene Bierflaschen. Im Fernsehen lief mit gedämpfter Lautstärke ein Film mit etlichen blutjungen Mädchen, die ein paar Burschen gerade genüßlich die glattrasierten Hoden und die gierig in die Luft ragenden fetten Schwänze leckten. Frank bemerkte sie nicht. Sie konnte zwischen Franks braunen Oberschenkeln seinen Penis sehen. Wie ein dicker gebogener Ast reckte er sich über die weißen Hemdzipfeln und leuchtete rot. Der Anblick war so überraschend, dass ihr meinte, sie hätte das alles noch nie gesehen. Frank hing abwesend lächelnd in einer der Sofaecke und vergnügte sich mit sich selber.
Stumm vor Überraschung lehnte sie im Türrahmen und betrachtete die Szene. Darauf war sie nicht gefasst.
Frank hasste es eigentlich, wenn vor acht Uhr abends der Apparat lief. Gebratene Hähnchen aß er sonst nie. Und Bier trank er nur, wenn sie ausgingen, niemals zu Hause. Im Fernseher quietschten die Mädchen, weil einer der Jünglinge ihnen gerade über die hüpfenden kleinen Brüste ejakulierte. Für einen Moment überlegte sie, was sie jetzt tun sollte: Sich einfach zu erkennen geben, einschreiten oder mitmachen. Dann hörte sie Frank zufrieden stöhnen, sah, wie plötzlich ein weißer Blitz aus ihm herausschoß und sich über Brust und Bauch verteilte, wie sich seine Augen schlossen und er weich zu lächeln begann, als breite ein warmer Sonnenschein sich über ihn aus.
Lena wich leise zurück in den Flur und lehnte sich an die Wand. Das Schlimme für sie war nicht das Gejohle im Fernseher, war nicht Franks Heimlichtuerei. Dass er es sich auf seine Weise gemütlich machte, wenn sie nicht da war, geschenkt. Der wirkliche Schock war sein Gesichtsausdruck. Sie konnte sich nicht erinnern, wann sie Frank das letzte Mal so hatte lächeln sehen. Leise schlich sie zurück in den Flur, öffnete, immer noch im Mantel und mit den Taschen in der Hand, noch einmal die Wohnungstür und ließ sie demonstrativ ins Schloß fallen.
„Liebling?“ rief sie, raschelte mit den Taschen und registierte, wie augenblicklich die Geräusche im Wohnzimmer verstummten. Mit leicht zittrigen Fingern knöpfte sie den Mantel auf und hängte ihn an einen Bügel. Als sie die Taschen in die Küche tragen wollte, kam Frank ihr aus dem Wohnzimmer entgegen. „Nanu?“ sagte er beinahe schläfrig, aber keineswegs verlegen. „Ich dachte, du kommst erst heute Abend?“ Er war barfuß, hatte sich eine Jeans übergestreift und hastig zwei Knöpfe des Hemdes geschlossen, es sah nicht übel aus.
„Ich hab den Sport heute ausfallen lassen.“ sagte sie, während sie mit den Taschen in die Küche ging. Behutsam stelle sie die Einkäufe auf dem Tisch ab. „Mir war nicht danach.“„Scheint ein schlechter Tag zu sein.“ meinte Frank, der ihr vom Flur aus zusah und die Arme verschränkte als wäre ihm kalt. „Ich habe es mir auf der Couch gemütlich gemacht. Mein Kopf schmerzt höllisch. Wahrscheinlich das Wetter.“ Sie blickte aus dem Küchenfenster, draußen türmten sich dicke Regenwolken über den blühenden Gärten.
Als sie spät am Abend vorsichtig ihren Arm hinüber auf seine Seite des Bettes schob, rückte Frank kaum merklich von ihr ab. „Was denn?“ knurrte er schläfrig. „Ich schlafe schon.“ Dann lauschte sie dem Rhythmus seines Atems. Minuten später schien er zu schlafen. Das leise Schnarchen, das sie sonst so rührte, schien ihr plötzlich bedrohlich. In ihrem Bett lag eine Drohne. Ein Blutegel, ein Parasit. Ein hinterhältiger Perverser, ein verpupptes verlogenes Ungeheuer, das hinter der Fassade eines freundlichen, gut aussehenden Mannes auf die Gelegenheit wartete, sich ihrer zu bemächtigen, sie auszusaugen, sie zur willenlosen Marionette seiner Wünsche zu machen.
Sie könnte ihn töten, es wäre gerecht, dachte sie, und sah vor sich wieder die abgenagten Knochen des Brathähnchens auf dem Couchtisch. Und Frank selig versunken mit geschlossenen Augen lächeln.
Dann versank sie in einem unruhigen Schlaf.
man weiss manchmal nicht wie nah nähe ist … man lebt aber meist gegen sein leben … sucht die schöhnen momente … es giebt sie ganz oft so nah bei dir … selbst da verliert sich zum glück dein begreifen …
man weiss manchmal nichts
Üw … mit der M13 in einer Neunziggradkurve an unserer Turnhalle vorbeigeschlittert … hätt ich dich da nicht untern Tisch … aba du warst ja geschlecht…ähgeschäftlich unterwegs … alles wie im Park … also nicht zwischen uns … ausser den schwingungen die nicht nachlassen zwischen gewissen menschen … bei denen geht man in den erinnerungen nicht ganz anders heran: die kommen immer wieder auf einen hinzu … geschlittert … oder so …
Vice versa: Traum
Da ist es genau umgekehrt: da fehlt das Moment der Beherrschung. Da nimmst du jedes Rot eines Mundes oder läufst endlos Treppen herunter. Da hast du die existenziale Aufforderung endlich verloren, dich als Sinn zu fordern/formen/verlieren.
Ganz schwierige Ausgangslage immer wieder: bei jedem Satzanfang. Wie seine Gefühle verbergen, und wie allein nur noch die Achillesferse zum einzigen Atemorgan wird. Wie „das Leiden der Seele, die nicht ihren Sinn gefunden hat“ (Alfred Adler), in eine halbwegs gelungene Gebärde hineinquetschen und aus der von innen arbeitenden Beschämung des Gesichts nehmen.
Entweder man versteht mich falsch. Oder falscher. Beleidigt. Ängstlich. Mich beleidigt nur meine eigene Angst.
Schreie. Schneie. In dich. Ein. Wen(d)igkeit, WiPf, meinte ich vorhin, als ich von diesem Buchstaben sprach, der mich zu einem Lachen führte zwischen uns. Denn wir müssen, müssen schon, uns nicht in der Wirklichkeit treffen. Sie beäugt uns nur.
Mittlerweile denke ich, dass wir unter einem zerbröckelnden Himmel ganz gute Atemchancen haben.
Wir schreiben uns unsere Verwundungen aus dem falschen Gesicht. Wir schleifen uns die Scham aus Tinte ins Blut. Denn nur dort waren wir eins. Nur dort haben wir uns berührt. Ohne Klang heimlich. Wie alles mit Resten von seiner Gehäutung.
Es bleibt aber auch das nicht ohne Hintertriebenheit. Es bleibt nichts von deinen geheimnis ohnezungen anhirn gelebten Verletzungen zurück. Jetzt kannst du ganz in Seele deine Träume fortsetzen. Nach 24 Jahren.
Wir streifen uns in unseren Ängsten.
Mich liebkost gerade das Versehnte. Getränte. Zusammen Brechende. Alles nur ein Aufschub, ein von sich ohne Antwort bleiben, kein Einsamkeitswahn, ein Reformulieren eines selbstverleumderischen Zugeständnisses. Berlin bei Nacht: du solltest öfters den Tag Tag sein lassen. Wie Zungen, die sich später einmal begegnen werden. Wie auf Gras schlafwandeln, das die Kühe nicht fressen.
Verwunschener Ort : düster atmen die Fundamente
Der Baracken in den Nebel : blaugraues
Rauschen der Zschopau : es gibt sich Mühe
Die Erinnerung zu übertönen : hier war nichts
Als ein Bergwerk : Blei & Uran
Wo der Fluß sich teilt : am Fuße der Burg
Hörst du Kinderlachen : vergeblich mahnen die Angler
Den narzistischen Nachwuchs um Ruhe : niemand
Ahnt noch etwas von den Orgien der „Bewegung” : hier
die zeit ist zwei gonaden. (zwiespalt!)
die zeit ist 1 monade (einheit)
und wolltest nur noch befreit werden von deinem letzten Verschlucken vielleicht hast dich gesucht und warst so weit weg von deinem Leib.
Nicht aus dir. Den Wolken geht’s gut. Sieh doch. Oder vernack dich. In meine ausgestreckten Daumen.
Wie viel wenig Mitteilungsbedürfnis du mittlerweile hast. Die Welt klebt sich nun an dich. Du versuchst es ja nicht mal mehr. Leibst dich an ihr vorbei. Dein spitzer Dreischritt. Willst deine Verkommnis ehren. Wie dich selber aufspiessen. Niemand ahnte deinen Hinterhalt. Deine gebunkerten Gefühle. Aus denen du nun herausspringst. Ihr beide seid so feinsilbig.
1.
In einer abgedunkelten rosmarinfarbenen Mansarde lag Alban, unruhig träumend, auf seinem alten ausgelegenen Diwan, während der Klang der Mittagsglocken durch das geöffnete Fenster drang. Selbst die knarrenden Holzstufen der alten Eichentreppe, die einen Besuch ankündigten, ließ ihn seine Position auf der Couch, auf der er nun schon seit einigen Monaten unter derselben Decke lag, nicht verändern.
Es wird Madeleine sein, dachte Alban, und beruhigte sich mit dem Gedanken, dass nur sie ihn so nenne. Aus einer Laune heraus, sagte er damals in der Schule seinem Banknachbarn, dass er sich seines normalen Namens entledigen wolle, schon lange fühle er sich nicht mehr angesprochen, wenn man ihn Bernhard nenne, erst recht nicht Bernhard Ohnegrund. Er schäme sich dessen, auch wenn er nicht so recht wisse, warum. Es sei halt so. Und kaum dass er den Satz ausgesprochen und damit eines seiner längsten Geheimnisse ihm entwichen war, begehrte Heinrich, sein Banknachbar, der es mittlerweile zu einem angesehenen Posten bei der Allgemeinen Ortskrankenkasse gebracht hatte, mit schriller Stimme auf, indem er den Namen Alban laut in den Klassenraum schrie, Bernie heißt ab jetzt Alban, endlich heißt er Alban, und alle anderen wurden aufmerksam und warfen ihre Blicke auf den Tisch von Heinrich und … Alban, dachte Bernhard in diesem Augenblick selbst. Dabei kam er sich gar nicht einmal so verraten vor. Dennoch war er überrascht, mit welcher Entschlossenheit Heinrich auf diesen Namen kam.
Es war Madeleine. Alban erkannte sie stets an ihren Schritten, so wie er eigentlich jeden an seinem Schritt erkannte. Es war Madeleine mit einem Brief in der Hand. Der hat, sagte sie in ihrer sanften Stimme, unten auf der Treppe gelegen… – auf der dritten Stufe, dachte Alban… – auf der dritten Stufe, sagte sie, so wie immer. Albans Hauswirtin Mia hatte sich mit der Zeit angewöhnt, all das, was für ihn bestimmt war, auf die dritte Stufe zu legen. Aber nicht nur postalisch, sondern auch zum Verhungern. Denn oft stand für ihn dort auch etwas zu essen auf einem Teller eingepackt in silbernes Lackpapier, das so herrlich rasselt, wenn man es berührt. Und er berührte so oft wie möglich das Papier, wenn er mit dem Essen die Treppe wieder hinaufging. Er liebte dieses Geräusch. Wie er auch Madeleines Stimme liebte; sie hatte auf ihn eine ungeheuer beruhigende Wirkung. So weich. Und liebevoll. Ganz nah bei ihm.
Auf meinen Schultern ertrug ich nur die Unerträglichkeit. Hinter dem Kopfkissen schäm ich mich frühs in den Morgen. Danach steh ich auf als ein Toter. Ich war immer eine Lüge.
* Wache auf und wundere mich, dass ich so klar im Traum war, endlich angekommen auf der anderen Seite, heiliges Getue des Wirklichen wie eine Schlange abgestriffen, lieb dich in meine seufzende Träne, sie antwortet mir selbst immer wieder. Bis ich mich endlich erfand. Und mich so auf meine Matratze legte, wie Blumen nie auf das Grab meiner letzten Muse. Allerletztes Gelächter. Und nun fahr ich dich an, weil auch du mir den Himmel nicht nimmst. Schämst dich aus Lust, mich zu mütigen.
* Wie sie dich manchmal verlässt. Und doch verflügelt. Du hörst halt nie richtig zu. Wie sie aus dir anwächst. Wie verlebt. Aus deiner abgetränkten Ehrlichkeit vergess ich mich nie. Blosses Verebben. Greif mir ins Denken wie zwischen die Beine. Mein VerlorenVerlogenSeyn. Farbe auf die Zunge legen. Eintrocknen lassen. Wie unbarmHerzig. Aufgeschobnes Hoffen. Es wird in die Welt und aus mir das wie unter Palmen Ausgefranste mich ausfressen. Wird dir auch den spitzen Absatz ins Gesäss martern. Wird dir auch auflauern.
eingeladen zum Augenöffnen weiter sich einsehnen im vom Traum wieder eingefangen Werden weiter aus dem Ausatmen sich nicht mehr selbst verführen klangstreifend an deinem ungekämmten Haar vorbei entlang verschlingend erinnerst du dich noch an den Typen der sich von jedem Augenblick anschreien dann aufsaugen dann wider ausspucken liess der nie da war also kein Leben führte also von aussen sich selbst streichelte und das erst begriff als er sich aus seinen Fingern nagelte
Weisse Orchideen. Kennen ihre Gelbtu pfer. Pu drig essenzieren
sich bläuliche Raupen aus hellen Adergewölben,
dem Resthauch des Luftnest´s entgegen.
Betäubt entstaubt die Luft.
Für diesen zwinkernden Moment.
Soviel an Hybris auf einem Haufen, das stinkt zum Himmel. Mancher drückt sich gern selbst den Stempel auf. Wie er durch etwas hindurchkommt. Dabei scheut er sich nicht, heimlich mal dem Beuys in die Fettecke zu schauen. Sein Fuß gerät auch hier nicht ins Gleiten. Schön warm wird da der Arsch. Was so innerhalb einer Woche da hindurchrauscht, so durchgedrückt wird, unversehens, da reiben sich alle die Augen. Magnificat. In meinen Augen, in einem halben Jahr sind wir längst anderswo.
Durchstoßen
Durchleuchten
Wie Pflanzen wachsen
In der Architektur des Wassers
Die Seele zwischen Glück und Gutsein
Auf der Nadelspitzen ewigem Vektorgeklüft
Hämmert das menschliche Herz
Einen Weg durch die Himmel
In Zwiebelhäuten gewachsene Gedanken
Im Gedächtnis eingebrannt
Bis die Sonne aus ihrer
Bewegung heraus
Fällt
Wohin der Raum ihr den Weg weist
die hunde tragen mäntelchen
die damen rouge und rinde
der herr trägt börse und jackett
und manchmal auch das kinde
das kind trägt einen psychoknack
und seine barbie huckepack
so tänzelt das gesinde
wir haben alle einen knick
uns fehlt der aus-und überblick
so könnte man wohl meinen
die raben krächzen voller glück
denn sie
sie haben einen
in der krone
(das ist der gipfel)