der friederike kempner

der friederike kempner
mach ich ein gedicht
ich mach es ihr bei whisky
und bei kerzenlicht

der friederike kempner
singe ich ein lied
ich sing ihr zur gitarre
vom kleinen unterschied

der friederike kempner
steck ich gern eine blum ins haar
weil sie trotz dorn‘ und kröten
so eine dichterin war

For any Cwm and the Water-Veined Wild Folds

frei nach David C.

Mit dem Flüssigen im Körper

Dem Mädchen, weg von dem Ort

Unterm Baum. Sonne wie Durst

Auf den Schultern, der Rest ist Schnee

Von vorhin, Habicht und Haus

Über Steinen deren Idee das Rollen ist

Auf einer Bahn die nicht endet

Geschenk.

* Dieses Ausbrechen, an sich hängen, dieser dauernde Versuch, aus deinem Leben zu kriechen, dieses Scheitern, es zu verachten, Missgeburt, nun haben wir uns am Vernünfteln so lange entlanggelangweilt, nun verteib ich mir nur noch die Zeit mit meinen beiden kleinen Interessen, dem Mäandern und dem Revolutionieren des Gehorchens, hast du noch einen Satz (Blick), den ich kursiv uns anhängen kann. 

nachts

Mitten in der Nacht erwachte ich und hatte das deutliche Gefühl, dass etwas nicht in Ordnung war. Vielleicht war es die Stille. Kein Auto war zu hören, kein Krakeelen von späten Passanten, selbst das Licht der Straßenlampen drang spärlicher als sonst durch die Vorhänge. Ich starrte eine Weile ins Dunkel des Zimmers und versuchte zu verstehen, was mich geweckt haben könnte. Dann sah ich die Umrisse des Kissenbergs neben mir. Kein Atemgeräusch war zu hören. Asja war nicht im Zimmer. In der Wohnung herrschte vollkommene Stille.
Ich stand auf und ging in die Küche. Alles war dunkel, nur der Kühlschrank summte plötzlich. Auch im Badezimmer war niemand. Ich trank kühles Wasser aus dem Wasserhahn. Ich schaltete das Licht erst in der Küche und dann im Wohnzimmer an und wieder aus. Ich lauschte angestrengt in die schweigende Nacht. Nichts. Keine Asja, keine Nachricht. Es war unwahrscheinlich, unwirklich, nicht zu erklären.

Prosastück.

es giebt nur zweierlei menschen:

die einen wolln sich finden im immer andern …

die andern wolln sich im beischlaf noch suchen …

wissen aber längst dass sie sich verloren haben …

nachtgeruch.

* Die alten Äste riebst du mir aus den Augen mit deinem selbstverspielten Wehklagen wir sind genauso gelogen zerfriss die Ränder deiner Blätter die dich fast erstickt haben so früh wird es nun schon hell unterm Lid es singt das Licht und denkt sich in dich rein und dreht sich auf deine Haut Liebelein vergiss das Atmen nicht Liebelein verschluck die sabbernden Fäden deiner letzten Sätze und stolper deinem Nachtgeruch hinterher du kotzt dich aus und stinkst wie häutest du dich vom Gestern immer noch ausgeworfen nun sind deine Schatten weiss zieh deinen kurzen Rock an ohne deine faule Haut mitten im See umarmte dich eine Alge und du erschrakst und wolltest nur noch befreit werden von deinem letzten Verschlucken vielleicht hast dich gesucht und warst so weit weg von deinem Leib.

Ausfarben.

Als wucherst du mit dir selbst: Wenn Johnny vor dir steht wie meine Evelyn. Wie besiegelt. Deshalb giebt es ja all die Kriege, all die Herausforderungen und Verirrungen Gewalt, kein Schamgefühl mehr, nur ein verlassen Sein, abgeseint. Provozierungsentkräftung: danach bleibst du mit deinen Sehnsüchten noch mehr allein. Nur in deiner Freitagskunst bist du unerhört geblieben. Danach die ewige Wiederholung: in deinem Kopf stopft es sich von selbst. Also will dein Leben sich nicht mal ausfarben. Hast du Herzvergessen. Rhythmisches Nachtfluten. Hast du mich vergessen wollen. Dein Schweigen umdonnert mich. Nicht lange. Wir warn uns so nah: du der Schweiger nimmst mich an deine so geklebte Hand, nimmst mich mit in deine Genügsamkeit Ausbrechen in dein bald letztes Lächeln: über dich hinaus werd auch ich nie sterben, Paul, ich schrei schreib schnei dich ein, so wie wir uns immer Geschichten erzählen ohne je unsern Blick voneinander zu lassn / ich versprech dir, hinter deine Übermalung zu kriechen. 

Abschied und Unruhe

Am Steuer meiner Arche stehe ich

Hoch spritzt die Gischt

Ich lecke das Salz von meiner Haut

Schweiß aus der Tiefe der Luft

De profundis

spricht das Meer

Ein grüner Zweig Gewissheit blüht

am Horizont

 

Ich höre den Eichelhäher

und die Unruhe des Windes

Ein Fiepen, ein Puls

Ein Wummern und Schreien

Glocken und Sirenen

hinter hypnotisierenden

Lichteraugen

 

Der Wunsch nach Bedeutung

liegt flach

über dieser fahlen Stadt

Er muss ein Licht sein,

dieser Wunscheswunsch

nach einer eigenen Zeit

 

Stadt

Fels

Straße

Spiegel

Baum

 

Ich klaube Erinnerungen;

setze sie zusammen

wie ein Mosaik

Einige Steinchen habe ich ausgetauscht,

eingewechselt, adoptiert

Die manipulierte Naturwahrheit

ist ein schön proportioniertes Mandala

Singe mir, Muse!

Singe ein Lied

auf die Mathematik!

 

Am Steuer meiner Arche stehe ich

Hoch spritzt die Gischt

Du leckst mir das Salz von der Haut

Schweiß aus der Tiefe des Meeres

De profundis

spricht die Luft

Wir halten Ausschau

nach dem grünen Zweig

am Horizont

Wir halten zusammen

und lassen das Ufer

los

dämonen (1)

Gegen Mittag erreichten wir, während ich auf dem Beifahrersitz im Halbschlaf von einer Horde grauer Lemuren träumte, die im Regen über die Straße tollte, die letzte Hügelanhöhe vor dem Städtchen. Es roch nach Staub und warmem Asphalt, bald würde eines dieser kurzen aber heftigen Augustgewitter über uns und unseren neuen Heimatort niedergehen.
Asja saß angespannt hinter dem Steuer. Mit zu viel Gas ließ sie den Kleinbus über das Kopfsteinpflaster abwärts holpern und blickte dabei alle paar Sekunden in den Rückspiegel, um sicherzugehen, dass der große weiße Umzugs-LKW hinter uns den Anschluss nicht verlor. Das Rattern des Kopfsteinpflasters schreckte mich auf, umhüllte uns dröhnend, es war unmöglich irgendetwas zu sagen.
Asja wirkte wie eine hungrige Katze kurz vor dem Sprung. Ich roch den herben Duft ihrer Haare und versuchte ihr zuzulächeln, aber sie bemerkte es nicht. Als wir an einer Kreuzung warten mussten, legte sie mir, ohne mich anzusehen, kurz ihre Hand auf den Oberschenkel, die dort eine heiße Spur hinterließ, und pustete sich eine Haarsträhne aus der Stirn. Vor uns ragte die spitze Kupfernadel des Stadtkirchturms in den unruhigen Himmel, Fähnchen und Werbebanner an den Geschäften flatterten im Wind, Staubwolken jagten hier und da durch die Gassen den Berg hinauf.
Wir fuhren die Hauptstraße hinunter auf einen alten Steinbogen zu, der zwischen den alten Häusern brückenartig die Straße überspannte. Übermütig johlend durchquerten wir ihn, als wäre er das Ziel einer jahrelangen Reise.

Nazi-Punk : reif für die Insel

„Ist David C. eigentlich jünger als Billy I.?“

„Hm, schwer zu sagen. Jung sind’se beide nich mehr.“

„Und was kam nochma danach?“

„Demokratie?“

 „Hm.“

verzagen

das schweigen
gebrochen am wasser
trunken die schattenrisse der bäume
zwischen himmel und erde
liebesperlenmusik
schweiss zerquetschter
sommernächte
bilder erdunkelt und fern
wie donnergrollen

glückselige meldodei
ihrer finsterheit schwärmerei
ein leuchten ein leuchten
meertief und golden
ich flieh in dich hinein
wie kann ich leben
weidwund dir erlegen
eine sehnsucht senkt mir
das herz

in deiner ruhe
liegt meine trotzige kraft
nimmerlaut und nimmersatt
länger die schatten nie fallen
diese typen mit deinem hut
kann ich nicht verschmerzen
ihre ahnungslose wärme
you are my favourite
work of art

wie kann ich leben
unter’m bösen stundenmond
ohne deine brandstiftende haut
gekettet an meine roten feuer
das schaff ich doch nie
rück mich zurück
ins grasgrüne licht
so kann ich dich
endlich träumen

aus. satz. olé!

wieviel gramm wiegt ein jahrzehnt ? heute noch in den fünfzigern. morgen einfach 60. sechzig und aus. das klingt doch schon wie aussechzig, ich meine das mit den pusteln, das, was jeder gerne meidet. aber wie sagt der rühmkorf so tröstlich : etwas marodes, gedacht für die nacht, noch diesseits des todes zum flimmern gebracht
olé!

schmeiß und flieg

…mal wieder die worte über borte werfen…( ja doch, das is spitze )

http://www.youtube.com/watch?v=hxIuwe1mbmk&playnext=1&list=PLC5ZyVVTorKOKofsep6njAHE9JXI9KL8-&feature=results_video

Wie über mich.

Cy.

 

Wie über mich drübergehn. Sabbern. Mich zwischen meine eigene Haut zu drängen. Als obs von innen fein regnet. Oder sich etwas regt. Wie ein von sich selbst Ablösen. Ich spiele nur mein Empfinden als mein einzigstes Instrument. Verstehe sonst nichts vom Leben. Längst hat mein Berühren eine eigene Sprache gefunden. Wie ich dich suche. 

ohne ei

schwant nur dahin auf kurzer zeile keine lange weile in weiß über quanten nicht zeit eine klange linie auf langer gewelle die nicht nach findet und geht weile und lacht und kann nach hause nicht an den wasser kreise klinge wellen in kanten wer in der zeit sich nicht ehrt ist der dukaten nicht friss in an der sicht in zeit überwellt es sich trägt kurz auf zeile in einer der weile warum zeit ohne ei und sprung über die

cleaning my gun

du bist mir nicht ins aug’ gefallen aber ich dir sogleich in den rücken gesprungen beim rückwärts einworten gott weiss dass du ein grübchen hast das schlapp macht ab und zu wir hatten funken gerissen nein nicht das alte lied mit den zitronenküssen uns’re schreie sind eng beim wasser im mund zusammenlaufen wir sind ganz zunge die liebe ist immer konkret dieser moment er hatte recht du weisst schon der erregungszustand inmitten träumender knaben und halbgeköpfter weiber erkenne ich männer immer an ihren geräuschen nicht an ihren trainierten glücksformeln an dieses oder jenes leid an dich erinn’re mich in versen du bist wie ein countrysong die letzte strophe mit viel sahne und staubgeplatztem parkett back on boogy street und einer cohenschen coolness als wir an diesem feuerpilz hockten mit allem von gestern und ich erinnert worden bin im manischen schauder meiner verschwindungssucht von ferne das stimmengewitter der zwinkernde biologe please be true mit glück im spiel und sieben kindern da stopfte ich keine fragen mehr in ihre würgemäuler mit schweissfilm unterm nasenflügel tropfen wachträume rauf und runter ich tanze mit dir um den elenden klappergaul wenn wir uns in die büsche schlagen wie beim schulschwänzen damals mit dem bus nach h. taub aber mit blitzen unterm lid all meine liebe bettet dein gesicht gegen das gemetzel der gesetzestreuen als würden wir immer jünger und jünger eine singende belle starr im falsett mit jesse james bis kein ton mehr in unsrer trommel ist

Hemmungslos nicht heucheln

Ach, wie lang, lang ist´s her, seit Heiner Müller gegangen ist? Gestern war´s! Vor bald zwei Jahrzehnten. Müller war der erste aus der Riege des starken Jahrgangs (1929) der deutschen Literatur. Peter Rühmkorf ging 2008, Christa Wolf 2011. Was bleibt?
Mit uns sind Kunert und Enzensberger. Müller, Kempowski, Wolf und Kunert haben keinen Platz in Peter Rühmkorfs Reden „Über Kollegen“, die in dem Band „In meinen Kopf passen viele Widersprüche“ gebündelt sind. Keine Nachlaß-Ausgabe. Doch erstmals eine Sammlung von Schriften, die der Schriftsteller nicht nur en passant, hier und dort, dann und wann veröffentlichte. Altes also neu? Ja doch! Und: Nicht doch! Ist nur eine Frage der Geburt. Nicht fragen: Ran an den Band! Er ist für alle Generationen. Für alle, die gelegentlich gern ins Museum gehen. Sprich ins Literaturmuseum. Vor allem das der deutschsprachigen Worthäcksler. Ob Rühmkorf je mit einem derart schlichten Wort Maß nahm? Mit wenigen Worten sagte er, wer Kunstgewerbler, wer Künstler ist.
Peter Rühmkorf war ein Hemmungsloser, der nicht heucheln konnte. Er war kein krummer Geselle, der kroch. Er war ein kraftvoller Kritiker, der blitzschnell gepriesenen Koryphäen des Geistes, der Kunst, der Kultur… eine Kopfnuss verpassen konnte. Peter Rühmkorf hatte den Humor, sich zu erleichtern. Seine Sicht auf die Schreiberei und die Schreiber ließ er sich durch keine Nebelkerzen trüben und durch keine Weihrauchkerzen parfümieren. Peter Rühmkorf hat den Plauderern in der Literatur kein Pardon gegeben. Plauderte er, stimmte der Ton. So zog er die Leser seiner Literatur und Literaturbetrachtungen auf seine Seite. Dem Literaturerklärer liefen die Leute hinterher. Er selbst war, wie er selbst sagte, eine der „poetischen Naturen“, der schonungslos äußerte, was für Naturen die lieben Kollegen waren oder was nicht. Rühmkorf ist vergnüglich zu lesen. Selbst wenn er mit zusammengebissenen Zähnen spricht. Rühmkorf läßt sich das Vergnügliche nicht nehmen. Er muß schmunzeln. Er läßt schmunzeln. Auch, wenn´s Ohrfeigen gibt. Locker bleiben! Schön locker das Buch durchblättern. Wer sagt denn, dass Text für Text gelesen werden muß? Angefangen mit dem zu Adorno bis hin zu dem über Zuckmayer. Muß nicht sein. Rühmkorf gemäß, der sich auch nicht auf eine Linie trimmen ließ. Jeder kann herauspicken, was ihn zuerst neugierig macht. Auf diese Art läßt sich am ehesten herausfinden, wie sich der Autor bei den Lesern beliebt macht.
Peter Rühmkorf brachte die Literatur nie in Verruf. Er war ein verliebter Verteidiger der Literatur. Im Verurteilen groß, war er im Loben nicht kleinlich. Bestes Beispiel dafür sind im Buch seine Betrachtungen eines glorifizierten Großschriftstellers. Zuerst gibt Rühmkorf zu erkennen, dass er ganz und fest auf der Seite der Anti-Thomas Mann-Truppe steht. Gleichauf mit dem Kollegen Brecht, Döblin, Jahnn….. Abermals beim Nobelpreisträger nachgeschaut, läßt sich Rühmkorf dann doch vom „Zauberer“ verzaubern. Was ist geschehen? Der Kritikus der „Meisterwerke“ hat die Erzählungen als die Pfeiler der Thomas Mann-Literatur für sich entdeckt. Und er ist glücklich und preist. Mit ihm die Leser? Wenn den Lesern auch der eine andere Text entgleitet, bitte beide Augen auf den zu Werner Riegel (1925-1956). Neugierig bleiben! Selbst wenn einem der Name nichts sagt. Der seitenstärkste Essay des Bandes ist mehr als ein Freundschaftsdienst des Verfassers. Für den war Riedel „ein junger Geistesmensch mit nichts als Literatur im Kopf“, dessen „Zeitgeist bereits die Asche des Vergessens überdeckt“. Das schrieb Peter Rühmkorf Jahrzehnte später. Nicht nur rührendes Gedenken, ist der Essay ohne Asche. Er hat den Geist der Gegenwart. Er ist Ermunterung wie Ermutigung. Der Werner-Riegel-Essay ist´s wert, empfohlen zu werden wie der gesamte Band „In meinen Kopf passen viele Widersprüche“. Peter Rühmkorf war ein ständiger Entdecker in der Landschaft der Literatur, der in Abgründe schaute und ein verläßlicher Begleiter bei Aufstiegen war.

Peter Rühmkorf: In meinen Kopf passen viele Widersprüche. Über Kollegen. Hg. von Susanne Fischer, Stephan Opitz. Mit Dichterporträts von F.W. Bernstein. Wallstein Verlag: Göttingen 2012. 368 Seiten, Geb., ISBN 978-3-8363-1171-8

im nein

ein hin und her auf der stelle gepeinigtes herzunterlaufen im kummer des leibes liebeslos abgeworfen schlafunterlaufen im nein trag ich mein verfressenes herz kein huldigungskleid blickloses abendbrot woher genau nimmst du das herzzerreissende deiner stimme herbstprinzen schämen sich in ihren erigierten gesichtern hochschnellend zu tage

wilde wie worte

worte waren immer da, wie haare auf dem kopf, doch wehe wehe wilde worte, mit kamm und bürste stillgelegt, zopf und kranz und krone, scheitel punkt und aus. heimelich im kirschenbaum, das haar gelöst, die mähne kurz geschüttelt, ins süße fleisch gebissen, kerne gespuckt, von ast zu ast, die sinnlichsten sätze gemacht.

Schreiben als prophetischer und pädagogischer Auftrag

So zumindest sah es der Dichter Stefan George. Er scharrte Jünger um sich und lebte mit ihnen in einem Haus. Seine Gedichte sah er als den Ausdruck einer neuen Lebensform, als Perfomance, wie wir heute sagen würden, und so war er sich auch nicht zu schade, sie in antiken Gewändern selbst zu rezitieren. Der Kreis war ein geschlossener. Ein späterer Abzweig war der sog. „Kreisauer Kreis“, dem die Familie meiner Großmutter angehörte.

von texten und viren

da glaubst du nach tagen schier endloser bettlägrigkeit den virus überwunden zu haben, und plötzlich schnappt er nochmal zu. beißt sich fest. frißt sich in deine zellen hinein. macht sie sich eigen. und streut immer weitere kleine, fiese virenzellen in die blutbahn deines geschwächten körpers. antibiotikum hilft nicht. es sind viren. zähe viren. keine heißblutigen bakterien, wie sie zu finden sind in pest, cholera, tbc und lepra. harmlose krankheiten dagegen. zurückgeworfen auf dein lager musst du dich nun zutexten lassen.

Weiten.

Du weitest zwar nicht meine Liebesgelüste: aber meine Blutbahnen. Manchmal hätt’ ich mir gewünscht, dich nur so dasitzen zu sehn, wie du deine Füsse vor der Sonne versteckst, wie du deine Vergeblichkeit vom Fleisch lösen wolltest, wie wenn du dich in Flüssen mit Lachsen zusammentust … 

heim.lich.

hast du in deinem leben schohn mal empfunden, dass dich etwas getrieben hat … oder bist du fast vernachlässigt worden …

war sprache heimlich

der herr der gullis.

… er presst seine texte in einen gulli + fängt sie kurz darunter wieder auf … geht damit ganz vorsichtig am liebsten in der nacht nach hause … und legt sie auf dem balkon leise weinend wieder aus …
mittlerweile ist er der herr der gullis … 

(eine erfindung meiner olderburger freundin)