Nachtgedanken
Wenn alle Sätze schon gesagt sein sollten, die je die Dichter kunstvoll aufgeschrieben, und wenn das dumpfe Schweigen nur geblieben, schlägt bald der Ungeist se...
Wenn alle Sätze schon gesagt sein sollten, die je die Dichter kunstvoll aufgeschrieben, und wenn das dumpfe Schweigen nur geblieben, schlägt bald der Ungeist se...
sitzen Spatzen, lösen sich Ziegel aus Erinnerung. Ich sehe Mutter am Bügelbrett, wie sie den Tag glättet. Draußen bist du Schneekönigin mitten im Frühling, häng...
Wieder der Sterbemonat November. Heute beschreibe ich mein Leben ohne dich, Ungereimtes in zwölf Zeilen. Immer die Flucht hinter die Vorhänge der Zeit. Und dies...
du lebst nicht mehr in dieser stadt neigen dichter zu abschiedsgedichten hast du wort gehalten und bist gegangen zurück bleiben ablagerungen von feinstaub aufge...
Alex marschiert, exerziert, Alex mit Pulle in der Hand, lila-blauem Iro und Nietenjacke gröhlt gaffend tuschelnde Touristen an, ob sie wüssten warum er so sei. ...
Gezeugt aus archetypischem Willen Leben zu preisen, gefangen in einer Zwischenwelt naiver Schaffensfreude, dem unsäglichen Regime eines mehr oder weniger beschr...
Ein Tag, so kahl wie Bäume im Winter. Nichts, und doch, der Sommer kommt, sobald sich die Erde aus dem Schlaf windet, die Erde, der blaue Stern. Wir reden nicht...
Die hohe Jury hat getagt und endlich den Beschluß gefaßt: für die nächste Inskriptionen-Ära laden wir euch ein, zu Themen, die die dänische Dichterin Inger Chri...
Von den Schlägern war nichts mehr zu sehen, als die Polizei kam, nur der Obdachlose in seinem Blut, das herumliegenden Papptellern eine curryähnliche Färbung ve...
Mein zerzaustes Gedächtnis sammelt die Bruchstücke von Jahren, ein Ziehen im Herzen, nichts weiter. Was auch geschehen, das Große, das Kleine, die Spuren verwis...
Nicht meine Schuld, dass die Schönheit lackierten Larven gewichen, dem willigen Leugnen – wer klug, schweigt sich aus der Welt, hinter die Wand der Wörter...
Schnee weiß, graues Eis Auf rissigem, geborstenem Grund. Warme Flickendecke liegt auf ihm: Die Wege der Verkehrsknotenstadt. Und über ihr schwimmen die Wolken, ...
Wir begriffen es nicht, dieses Dorf mit dem offenen Himmel, den verschlossenen Blicken. Die Nachmittagssonne, die über dem Anger lag, schien melancholisch, als ...
Die Glückszustände werden rar, Leiber sind wir, voll des Schmerzes, Ertrinkende im Meer des Daseins. Wir glauben es nicht. Der Preis ist hoch: Leben ist Verzich...
So – nach langer Zeit meldet sich der Admin mal wieder. Was verborgen blieb: in den letzten Wochen hat sich immer wieder unsere Jury getroffen und die Bei...
Jahr um Jahr geht ins Erinnern ein, und noch immer derselbe Märchenmond, dieselben Paradiese. Schwer drückt die Zeit auf die Seelen, die schon gestorben sind an...
Dann ertönte vor dem klaren, sternschwangeren Nachthimmel Afrikas eine sprechende Trommel. Ihr Klang ahmte das Auf und Ab freundlicher Scherze, heftiger Streits...
Traurig die Schatten der Sonne im März, die auf das Straßenpflaster stürzen in die ewigen Zweifel, die Unentschiedenheiten des Menschen. Entsetzlich das Wissen ...
für einen Moment, die Engel hatten sich von ihren Nadelspitzen erhoben und ließen stumm im Gedächtnis die sämtlichen Ziffern der Zahl Pi abrollen. Die Kurse an ...
Die Straße, die Häuser, zehn Etagen, die Dächer von Krähen und Tauben bewohnt, Halbtote in späten Betten, milchigen Traumstaub in den Lidern. Hauptstraßenwahnsi...
Fröhlich hüpfen kleine Frühlingstropfen auf dem Balkongeländer umher, ein wenig Wind pfeift leise und nicht gerade kalt dazwischen. Stiefmütterchen, gelb und bl...
Träume ich, oder wache ich? Friere ich, oder ist das Hitze? Habe ich es nun begriffen? Wird es nun gerade Winter, oder wird es Sommer? Zwei plus zwei, oder zwei...
Die Glückzustände werden rar, wir sind Leiber nur voll Schmerz, in Rückspiegeln Ertrinkende, das große Wort führt der Verzicht. Erinnern einzig, mit dem Blick v...
„Mein Leben gähnt mich an wie ein großer weißer Bogen Papier, den ich vollschreiben soll, aber ich bringe keinen Buchstaben heraus. Mein Kopf ist ein leerer Tan...
dein vater ist bekloppt. erst entkalkt er die kaffeemaschine und lässt die tablette drin. dann brennt er die zeitung an. das kleinkind kommt in den laufstall. d...
„Du Schuft und dein dir eigener boshafter, chauvinistisch getränkter Charakter kann mir gestohlen bleiben! Ab jetzt suche ich mir einen sensiblen Mann, e...
Denn kaum war Mutter im Krankenhaus, nahm Vater das Feiern, das Essen und Trinken mit seiner Familie wieder auf. Vater – ganz wie der Tintenfisch ein Meis...
der Schnee hat Stille gebracht und er verwandelt den Blick : ich blicke vom Fenster auf : Türmchen und Zinnen strecken ihre Ärmchen den Flocken entgegen : wie s...
Bewahren die Schönheit des Menschen, der Städte, der Verse. Wie finde ich mich in die Schuld der Kriege, des zerstörten Lebens, des belanglosen Gedichts, des Ha...