Lebenslügen

Von | 15. März 2016

Die Glückzustände
werden rar, wir sind Leiber nur
voll Schmerz, in Rückspiegeln
Ertrinkende, das große Wort
führt der Verzicht.

Erinnern einzig,
mit dem Blick voll Erde, auf die
wir gekommen, damals, als die Winter
anbrachen, als die Krähen kamen
aus kalten Regionen.

Wir glauben es nicht.
Uns bräche das Herz, nähmen wir
kommende Entsetzlichkeiten zur Kenntnis,
wir versichern uns goldener Tage,
wir sind gar nicht hier.

Dies unser Licht.
Wir fliehen durch die Jahre,
suchen den Weg, der hinausführt aus
dem Verhängnis, doch wer
weiß schon, wohin.

Kategorie: Realitätsschatten

Über Antigone

Weder gewesene Pionierleiterin, Mitglied des Politbüros oder gar Geliebte des Staatsratsvorsitzenden (wie hier vermutet), sondern schlichte DDR-Bürgerin, nunmehr für 18 Milliarden DM zusammen mit 17 Millionen DDR-Bürgern zwangsweise verkaufte Bürgerin des Staates BRD. Hanna Fleiss: geb. 1941, wohnhaft in Berlin, Veröffentlichungen: zwei Gedichtbände "Nachts singt die Amsel nicht" und "Zwischen Frühstück und Melancholie" sowie in zahlreichen Anthologien und im Internet.

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