Kategorie-Archive: Realitätsschatten

Ebene sieben

Von | 17. Oktober 2020

Sangesi spricht. Sie sagen, gestorben seien die Rjurik und Romanow, Gefallen die Kalédin, Krymów, Kornílow und Koltschak… Nein! Mit den Sklaven (kämpfte/ die polnische Garde) trieb es Pan, der Durchtriebene [waren da Kastraten & Jungpioniere, barocke Avantgarde] – War Kiew schon zig.mal erobert, verbrannt. Asche, Feuer aus Eis… Der Reiche weinte: da lachte, wer arm… Weiterlesen »

Poesie und Prosa

Von | 14. Oktober 2020

Auch er, der Dichter mit dem kindlichen Herzen: nicht frei von Moralinstaub zwischen den Gedanken … und es reizt die übersensible Nase zum Niesen just in dem Moment (b e i m L e s e n) da die dem Leiden entsprungene Verachtung gut und gern auch dich treffen könnte – << Oh Hassesblick der… Weiterlesen »

Bolero von Ravel

Von | 9. Oktober 2020

Steine springen über das Wasser Kind sein sinken ins Erinnern im lang anhaltenden Crescendo in Erwartung drängen Kreise ins Weite wiedererkennen erhebt sich ein Sturm Spannung bebend das Wasser Angst sein Sog Zwang nach innen wohin? ein Akt was? das Neue oh! Stille Zeit

Die ausgewilderten Worte

Von | 3. Oktober 2020

Den Dingen gleich betreiben sie ihr Spiel mit der Gleichheit, die ausgewilderten Worte Den Dingen gleich ernähren sie in der Seele die Illusion und leben gut davon, die den Dingen durch Ähnlichkeit verwandten Worte, die sich fein säuberlich getrennt immer in einem wortreichen Sicherheits- abstand zu ja und nein erhalten (diesen Wächtern unser aller Kindheit,… Weiterlesen »

Im Schnee wird meine Stimme blau

Von | 20. September 2020

An meinen Versen hängt noch Nacht. Bei der Kaimauer rufen die Möwen nicht mehr, und Schiffe fahren zu keinen Ufern. Worte graben sich in Sohlen und Ackerfurchen. Ob sie über mich hinauswachsen im Frühling zwischen gestrandeten Gedanken und morschen Planken – Du legst mir Meer vor die Füße, doch jeder Tropfen rinnt an einen Ort… Weiterlesen »

Kaum hörbar : laut

Von | 6. September 2020

Im Sturzflug kreisen die Rotoren Hubschrauber erklimmen Berge Beton : Beton : Beton Fürs Hüttchen auf der Alm Der Sturzbach rauscht Kaum hörbar : laut Die Wanderer : sie rasten Im nächsten Jahr : so Bauherr will Ist oben Schluß mit Fasten

migration

Von | 23. August 2020

im gerodeten auge speicheln die töne (zerfurcht) wie gras sage ich: lied singe dich selbst da mir die worte entblutet entkernt entblättert die früchte vom lippenrand tödlich dies murmeln (zusammen- gerottet): iss von den klängen! im schweigen verborgen (so sprachst du) ein taumeln schlingernd zurück zum urgrund sprache mit flammen- schwertern vorm tor (überm feuer)… Weiterlesen »

umgehung

Von | 28. Juni 2020

unbestrumpft abgebogen in die vertrauten gärten voll der rosen kraftduftendem odem springt flaneur träge zum wegrand hinüber als vierrädrige staatsmacht frech sich verirrt hat in dichters flur grau überwölkte bewegung ist noch leicht aus zu machen im verzug der eigenen courage liebevoll entsprungen sucht neues alte hauptstatt im langsam anhebenden takt der djemben auf grünender… Weiterlesen »

Wir sind alle

Von | 20. Juni 2020

Amazonasbewohner, mehr oder minder Traum von Wasser oder Wasser, das die dämmernden Körper bewegt Maschinenbauer und perturbierende Stoff- wechselzentren, Organbesitzer und Verlierer exklusiven Vertrags Was sind wir noch? Alles, was die gefügte Ordnung aufzulösen begehrt und sein Begehren fortwährend bedroht weiß Körper und Denken getrennt, eine Seele aus Zweien, die nicht weiß – woher das… Weiterlesen »

delphisch

Von | 18. Juni 2020

da war dieses weben gestalt & klang am wimpernrand – im eisernen brustkorb ein schatten aus rotem gefieder dem rankten sich töne ums singende haupt aus trockenen kehlen vom straßenstaub das elend der worte nur ein erinnern wie fernes leuchten – kindheitsgerüche enthäutete sommer (zusammengewürfelt) zerstückelte echos – einmal hört ich sie singen ins licht… Weiterlesen »

Das hier

Von | 16. Juni 2020

„Und er hat dich wirklich nicht noch einmal gemalt?“ fragte Eduard ungläubig. Das letzte Wort ging fast unter. „Dr. Motten hat ihn sicherlich davor gewarnt.“ „Nein, Eduard. Er wollte mich mittags malen, bei Tageslicht. Ich habe ihn versetzt. Er war nicht einmal böse. Ich glaube, es war etwas anderes.“ Ich fühlte eine seltsame Leere und… Weiterlesen »

Amputationen

Von | 10. Juni 2020

Man nahm dem Engel die Arme. Er konnte nichts mehr halten. Man nahm dem Engel die Beine. Fortbewegung wurde fast unmöglich. Man nahm dem Engel den Kopf. Er konnte nichts mehr hören, sehen, riechen, schmecken und denken. Man ließ ihm die Flügel. Damit kann er fliegen.

semantische absurditäten

Von | 19. Mai 2020

schon morgens die tage beginnen zu altern wir müssen nur noch die stunden erschlagen die stadt liegt trunken am straßenrand fensterscheiben erbrechen licht … ich … (du) nur der auswurf des augenblicks um m(d)ich herum blutende wände waagerecht übereinander- gestapelt die ordnung der dinge verlor sich im herbst m(d)eine glieder (wahllos) im zimmer verstreut ein… Weiterlesen »

Ein Sprung von Mathematik

Von | 12. Mai 2020

Ein Ereignis ist, wenn Sie mit einem einzigen Würfel eine 7 würfeln. Oder eine 8. Jedenfalls keine der Zahlen auf dem Würfel. Aber bitte, bleiben Sie dem Ereignis treu. Akzeptieren Sie die 7. Würfeln Sie nicht noch einmal. Bleiben Sie der 7 treu. Folgen Sie ihrer Spur.

Featuring : Josif Brodskij : Erinnerung 1995

Von | 9. Mai 2020

Je n’ai pas oublié, voisin de la ville Notre blanche maison, petite mais tranquille Charles Baudelaire Das Haus war ein Sprung von Geometrie ins taubstumme Grünen des Parks, dessen Statueninfanterie, wie der Eingang zur Orangerie Bewohner – nie! lümmelte in den Alleen, abgestolpert vom Straßenknie; als sich die Fenster erhellten, war unklar – wessen und… Weiterlesen »

portfolio für eisenwarenhändler

Von | 1. Mai 2020

engelsgeplärr aus wolken blechblasmusik über talnebeln saßen wir auf einer datenbank das loch schon im kopf ausgeschlagen von einem grünspecht grünspan auf allen dächern heimwärts! sollte es gehen nur weg aus der ferne legten sich träume auf wüstensand schlaflos kippten die bäume in jener nacht in ein meer deine lippen formten wörter du ahmtest stimmen… Weiterlesen »

maigedicht

Von | 1. Mai 2020

hältst du in den händen die enden der welt wie die enden einer gerissenen perlenkette leuchtet lyrik ihrer wege gehen die brandstifter das eine ende der welt liegt hinter einem apfelbaum du schüttelst ihn und tapst in die schneewittchenfalle wer in meinem bettchen geschlafen hat kommt nimmer um ich saß in der küche und dachte… Weiterlesen »

spurend

Von | 27. April 2020

nachts offenen auges hinterm fenster des kalten traums die luft voller salz und moll ins augenweiß gestürzte stunden kein kerzenlicht überm scheitelsims verschüttet die frühen tage über allem ein welkes braun das zittert sich warm fremd im wind der gegerbte leib schwer vor angst die stimme gebrochen gesänge übereinander gestapelt aus gelbem gestein enthauptet der… Weiterlesen »