Archive for the ‘Realitätsschatten’ Category

morgens

Dienstag, März 3rd, 2020

eine Hand hält sich am Zwielicht
hellmorgens vor dem Absturz ins Getriebe
wieder das Frühjahr im Aufwachen
Ungeduld der Vögel der prallen Knospen
den soundsovielten Lebenstag anfangen
Visionen sprießen lassen
bis klimaxähnlich die Mauer
höher ist als die Hoffnung
bis ein Brand entfacht
im unterschiedenen Dunkel
deine Hand lodert
durchs halboffene Fenster
in den nackten Morgen
das Schweigen nicht zu versäumen

Leipziger Buchmesse: abgesagt

Dienstag, März 3rd, 2020

Natürlich konnte Aldous Huxley 1932 nicht wissen, wie ein Fledermaus-Virus zuerst China, dann die Menschheit im Jahr 2020 in Atem hält. Großereignisse werden abgesagt, Arbeiter bei vollem Lohnausgleich in häusliche Quarantäne geschickt – man könnte geneigt sein zu glauben, es sei eine gute Zeit zum Lesen und für die Literatur.

Tatsächlich können Texte dramaturgisch kaum spannungsgeladener sein: Im mentalen Wechselbad wird einerseits verkündet, die Infektion verlaufe mild und Panik sei zu vermeiden. Andererseits wird im Halbstundentakt die Mortalitätsrate durchgesagt. Im Stil der Frontberichterstattung heißt es, der Virus rücke in Richtung Berlin vor. Nun hat er Leipzig “erobert” … (Noch ist hier niemand infiziert.)

Über die an der gemeinen Virusgrippe Verstorbenen wird kein Sterbenswörtchen verloren. Geschweige über die Verkehrstoten, Opfer von Krieg und Hunger und all jenen eigentlichen Katastrophen, an die wir uns längst gewöhnt haben. Verrücktwerden eingeplant.

Die Perepetie drückt sich im Bedauern eines Feuer­wehr­hauptwachtmeisters aus, dass sein erkrankter Kollege noch keine Temperatur messen konnte – die Meldung brachte es in die Abendnachrichten.

Davon können die literarischen Neuerscheinungen dieses Frühjahrs nur träumen. Entgegen der Beteuerungen von gestern wurden die Leipziger Buchmesse und das Lesefest „Leipzig liest“ – mit tausenden Veranstaltungen die soziale Seele des Literaturbetriebs – nun doch abgesagt. Sicherheit geht vor. Zugleich ist es die Konsequenz einer kollektiven Hysterie, von der sich – kaum zu wagen, anders zu hoffen – auch die Buchbranche hat anstecken lassen.

Natürlich konnten wir im Herbst 2019, als das Programm für dieses Frühjahr geplant wurde, nicht wissen, wohin es die Welt treibt. Doch es scheint, als hätten es die Autoren bereits geahnt…

Gebet nicht für Marilyn Monroe

Dienstag, März 3rd, 2020

Du lebtest wie ein Junge und starbst wie ein Junge. Ein junger Mann,

Letzter Kniefall aus der Sicht
Gottes, Beweis:
Hartherzigkeit des Hirten,
Karol König, Kriegers Hinterland. Kommunismus
& Antikommunismus,
champ-contrechamp. Was noch?
Wünsche:
1. Die Erde sei blau wie eine Orange.
2. Die Anzahl der Engel, die auf einer Nadelspitze Platz finden, sei stets größer als die der Toten.
3. Friede sei mit Dir.
Amerika, Amerika – “… singing!”

als vibrato a.D. zwölf tage vor 22.10.

Bublava

Donnerstag, Februar 13th, 2020

Heimgesucht von Sabine : geht im Dorf
Zwischen den Bergen der Strom aus
Ohne Strom wird es dunkel und kalt

In Bächen strömt Schmelzwasser
Die Straßen hinab : über Nacht
Ist wieder alles weiß : die Räder

Der Lifts stehen noch zwei Stunden still
Bevor sie sich weiter drehen und drehen
Bequemes Abenteuer der Selbstüberwindung

Bublava
Babluva
Blablavu

abhängig

Freitag, Februar 7th, 2020

deine Worte
das Rauschen von Muscheln
am Ohr
dem Kind war es
das ganze Meer

Gesang der Wale
dröhnende Bohrinseln
Geschmack von Salz
von Öl im Gefieder
Friedhofstille

deine Worte brennen
über harten Narben
über das weite Meer

(..Waren.)

Freitag, Januar 17th, 2020

n.a.d.M.

Zwischen den Zähnen
Unter den Bäumen
Quillt es hervor
Träume
Eines unbekannten
Körpers, Sternbilder
Ohne Sterne -
Geraden
Abstrakte Unendlichkeit
Kurz vor Erfindung der Geometrie

* * *

Ein Geschehen
Dessen Eckpunkte
Wir sind und nicht sind
Kinder
Von Eltern, deren Eltern Kinder

versunken

Sonntag, Januar 12th, 2020

die feine Reibung von Kieselsteinen
erzeugt ein Knirschen
das ich Schritt für Schritt genieße
umgeben von Natursteinen Zwergkiefern
und wiegenden Gräsern
hier springt ein Bach über Felsen
beruhigt sich im See
Spiegelbild und Tiefe
Mythen steigen auf
am Feuer
an Höhlenwände gezeichnet
vertraute Spuren
die entblößen

Am Rosenberg (Sorbisch Kemnitz)

Dienstag, Dezember 31st, 2019

Über Berge in die Klamm geraten
Barock thront die Kirche auf dem Fels
Rosa Mandelblüte im Dezember
Kohlestaub rieselt leise durchs Fenster

Die Sonne hab ich im Nebel gesehen
Auf dem Vulkan mit vier Geistern getanzt
Weiße Dämmerungen über geklöppeltem Schnee
Haltet inne : Freunde : kehrt ein

Papierschlangen kreiseln vom Himmel
Munter murmelt das Wasser im Tal
Kleine Welten : eingekästelt von Fichten
Einer Umgebindehütte im Wald

Grün leuchten die Berge im Januar
Die Glöckchen bimmeln : wie immer
Wir wissen nicht : wie es früher war
Schön oder hart oder wunderbar

windergeticht

Samstag, Dezember 28th, 2019

in den nebel geschriehen kräen
haggen die aucken
aus
dem schnee

vorbereitung

Freitag, Dezember 13th, 2019

versehentlich
wurde ein wolf angeschossen
gestern am nachmittag
in der fußgängerzone
zwischen dem gebäude der warenhauskette und dem feinkostimbiss
erschraken die kauflustigen passanten
und fremden weihnachtsmarktbesucher
beim knall des schusses beim anblick
des blutes
verschüttete ein mann seinen glühwein
versehentlich gestern
fing es kurz darauf an zu schneien
die spur des angeschossenen tieres
führte in die tiefgarage
eine hetzjagd begann
jeder wollte als erster den wolf erlegen
vor dem festbeginn
am abend rief der bürgermeister
den notstand aus
forderte er truppen der streitkräfte um hilfe an
der örtliche fernsehsender schickte ein kameratea

jede liebe

Freitag, November 29th, 2019

hat ihre eigene sprache
vom flüstern
bis zum wörterfall

bleibt manchmal nur
das gewicht des schweigens

Rückkehr

Mittwoch, November 27th, 2019

Auf gewohnter Straße. Bäume, Lichter, Plakate färben das Gedächtnis. Hauseingänge riechen nur hier so. Mein Gang wird schneller, die Schatten dunkler. Ich höre die Fragen ihrer Gesichter.
Auf dem Stadtplan irre ich zwischen Namen. Taste die Stadtmauer entlang. Durch den grauen Graben hinauf zur Burg. Falken stechen in den Horizont. Er glüht. Am Drehkreuz kehre ich um, sinke in das Tal. Weit bis zur Bergkette. Bin da. Ohne Ort.

S.

Montag, November 18th, 2019

Tränen netzen
mein Gesicht.
So nah wie einst,
so fern doch jetzt.
Nicht mehr eigen
Fleisch und Blut.
Unbekannte Fremde,
aufgebrochen ins
Land ohne Halt.
Zerstörung des Selbst
auf unbekanntem Pfad,
jenseits von Sinn
und Verstand.
Tastend ins Nichts,
begleitet von
düsteren Gestalten,
ohne Liebe.
Verlierend das eigene Ich.
Trostlos rücklassend mich.

nachahmung

Montag, November 18th, 2019

der dichter ahmt vogelstimmen nach
……
der dichter ahmt steine nach
……
                                              (aus Zbigniew Herbert, Gleichnis)

ihre textur ist seine handschrift
auf einem blatt des welkenden bergahorns
in seine rinde ritzt er chiffren der zeit
da ist eine klinge aus tönendem erz
die schneidet die glasfaserkabel und kehlen
der braunzungigen und braunzahnigen werwölfe
aus dem osten kommen sie in riesigen rudeln
da ist ein gefäß aus irdenem steinzeug
darin bewahren wir auf die schlagenden herzen unserer feinde
stellen sie aus in museen und liveshows
um nachahmer abzuschrecken
kein gedicht ist die nachahmung des todes wert

V.

Dienstag, November 5th, 2019

Nicht gesehen von dir,
schmerzte,
trieb mich weiter und weiter.
Nie wirklich gekannt,
gehalten von dir,
machte mich haltlos.
Zeitlose Ewigkeiten in der
Vergangenheit,
Längst vorbei, vermeintlich,
Ruhelosigkeit bis heute.

Endlose Zeiten heute
lassen dich sehen.
Im Jetzt.
Aber das Vergessen
ist schneller
als das Verstehen.
Langsames Verschwinden,
Verblassen,
ohne Wiederkehr,
ohne Abschied.

_ _ *

Donnerstag, Oktober 31st, 2019

Das Perfide an der Rede vom Krieg der Geschlechter ist der Umstand, dass die Männer ihn erfunden haben. Frauen hätten also überhaupt nur eine Chance, ihn zu gewinnen, wenn sie ihn sich zu eigen gemacht hätten. Sie taten das, indem sie ihre Nachkommen als Waffe einsetzten. Aber: “… niemals nur als Mittel, immer auch als Zweck.” (Kant) So kam es, dass sogar die Menschheit als Ausdruck des Bedürfnisses, sich seines Verstandes ohne Leitung durch einen anderen zu bedienen, in Verruf geriet. Stattdessen bräuchte es einen weiblichen Arminius, der das männliche Imperium zu stürzen als seinen Stern über sich hängen weiß.

Ilo

Sonntag, Oktober 20th, 2019

Sie war das Paradies mit der Welt die sie erschuf.
Sie war das Paradies.
Sie war das Para dies.
Sie war das Paradies mit der Welt die sie erschuf.
Sie war das Königreich.
Sie war der Boden, der herabfallende Stern.
Aus ihren Lippen brach die Musik.
Aus ihren Augen sprachen Herzen.
Sie war das Königreich der Sonne.
Des herabgleitenden Gletschers, aus tiefsten schneeweißen Bergen.
Sie ist die glitzerndste Träne im Sternenteich.
Sie war das Paradies mit der Welt die sie erschuf.

Fundsache

Donnerstag, Oktober 17th, 2019

ein Schlüssel
verloren
die Gartentüre offen
in der Abenddämmerung

er hängt an nichts an niemandem
der Faden verloren
in Ereignissen
Irrtümern

die Erinnerung ist abgerissen
ein Fund ohne Anfang
stellt Fragen

/ / *

Sonntag, Oktober 13th, 2019

featuring fried gomringer etc.

sofa profanica

fehlt das
i
lässt sich der
: : : : : : : arsch
hemmungslos
darauf
nieder

ein zeichen ein zeichen
stumm
visuell
i
die stimme
im innern
bricht hin
aus / /

au
ssssssssssssssssss
in
schreibschrift niedergelegt
spürt
man die kette-kette

kett-e-e-e-e-e

stimm
Apparat in Bewegung
“ist das nicht obszön?!”

i-a, au, U

der Abschlus
ein Schuss

i-n-s/d-u-ng-k//l
kl

vice versa

Irrtum schlechthin
oder
konkrete Musik,
Artikulation des eigenen Herzschlags bei 50 Hz, Brummen
auf der Leinwand / des
Auges oder Blatt//Pa
pier, frei
händig durch ein Bullauge gehalten

wand geflecht knoten

du (aporizmo Nr. 67)

solltest endlich aufhören
von den falschen leuten
geld anzunehmen

oc:

Es (Aporismo ’68)

riecht nach kinder
kacke und heil
igem geist

* * *

heiligem stockendem
stinkigem fauligem
odem

odem, atem -
autem
aut.at

(serie #1)

Vogelvau, Treppenwitz und das Kettensägenmassaker

der garten steht still / in den straßen warten die unbeugsamen

Montag, Oktober 7th, 2019

pulst blut im ohr
und der atem hält an
die stimme gelähmt
die stimmbänder gedehnt
reise ich
in eine zeitlose zeit

* * /

Sonntag, Oktober 6th, 2019

Tränenflug
Sternenpflug

champ
contrechamp

Regung, keine Regung
Zitternde Luft, Bewegung

Unsere hum. Bildung 8

Samstag, Oktober 5th, 2019

Heute: Die Omelette Surprise genannte Nachspeise

- “Kaltes unter dem heißen Eierschaum”, ein philosophischer Erguss Castorps, der wieder einmal nur Stirnrunzeln bei seinem Vetter Joachim hervorbrachte.

- Dem Sonntag mit der unnatürlichen Herbstwärme war ein kühler, nebliger Morgen gefolgt, und die Sonne sollte sich nun für länger kaum zeigen.

- Außerdem handelte das Seminar nicht von Süßspeisen, sondern von den Sonderformen des Todes in Thomas Manns Zauberberg.

(Vorschlag: Ändert doch endlich mal diese öden Genrebezeichungen!!!)

Sinnbettungen

Donnerstag, Oktober 3rd, 2019

Bewußtseinspreziosen
voller Herz
in Fabeln;
nacherzählend
vom Tränenflug
im Rätselspruch

El año de los niños sagrados

Montag, September 30th, 2019

In der Grundschule, die ich heute im Rahmen einer Veranstaltung besuchte, hingen selbstbemalte Pappen aus. Die Sechs-bis Zehnjährigen, die sie erstellt hatten, besaßen offensichtlich ein ausgeprägtes Gespür für den ihren Alltag beherrschenden Zeitgeist und seine massenmedialen Abgesandten.

Mir wurde ein wenig kulturrevolutionär zumute, als ich die Kunstwerke näher zu betrachten begann und erahnte, was sie wohl gesellschaftspolitisch Bedeutsames zu verraten schienen.

Da war es, ein eher seltenes Gefühl, das sich in der oberen Magengegend einstellt, wenn einer Person bewußt wird, dass gerade etwas Wichtiges bezeugt wird, etwas, das prägend ist und die Wahrheiten jener Zeiten für immer tief in ihre Seele brennt.

Das Bonmot, die Revolution fresse ihre Kinder im Sinn, lief es mir eiskalt den Rücken herunter. Diese Grundschulkünstler: die Revolution, ich: ihre Kinder. Was ihre Plakate implizierten, war deutlich. Das neue Gebot: Fahrräder (grüner Haken). Die Verbote: Fleisch, Käse, Autos, Kreuzfahrtschiffe, Flugzeuge und dass Schlangen Plastik fressen.

Soweit, so radikal. Als ich jung war, kamen mir Gleichaltrige oft zu unpolitisch vor, zu konsumgeil und zu gemein.

Doch in den Hinterlassenschaften der hiesigen demographischen Repräsentanten schwelte offensichtlich noch etwas weitaus Düstereres – Angepasstheit, gepaart mit gleichgeschaltetem Eifer. War es eine junge Lehrerin vom Bund deutscher Meisenliebhabex, die das Feuer entfacht hatte? Oder vielleicht ein Geschwisterkind in der Hipsterjugend? Ihre glutenbefreiten, veganen Mütter? Schwer zu sagen. Der fanatische Eindruck bekommt jedenfalls ein identitär-religiöses Göring-Eckhardt-Moment: “Wir gehen auf die Straße und sagen: Bitte Klima! Verzeih uns doch!”

Ich muss einschieben, ich bin keiner von den “eigentlich bin ich ja keiner von denen”-Typen.
Wenn also die forenflutenden Rechtspopulisten, diese saublöden Arschlöcher, mit Stichworten wie “Klimareligion” polemisieren, dann triggert das nicht, oder würde mich das mit Wut im Herzen unterschreiben lassen. Aber dieser Begriff kam mir nun tatsächlich in den Sinn.

Ist da vielleicht etwas Messianisches im Gange? Mit Greta existiert immerhin eine Prophetin, inklusive Autismus – anstelle der klassischen Epilepsie – als modernes “Gott-nah-sein”, die das Wasser überquert hat, dazu die Verklärung einer, von den Anhängern als Dogma anerkannten, jedoch kaum en detail nachvollziehbaren Wissenschaft und, last but not least, die Hinwendung zu einer inquisitorischen Durchdringung aller Gesellschaftsbereiche mittels der reinen Lehre. Den neuen Kinderkreuzzug nicht zu vergessen.

Ich lebe in einem Bezirk, in dem die Grünen die absolute Mehrheit errungen haben und bin insofern einiges gewohnt. Gerade gestern habe ich etwa erfahren, dass die umgebenden Straßen für Durchgangsverkehr gesperrt werden und auf allen größeren Straßen Tempo 30 herrschen soll, an Wochenenden allerdings Tempo 0, da dort dann Spielstraßen auf eimsbüttler Biomütter mit ihren kleinen Emils und Lenas im Schlepptau warten. Wie Schwerter zu Pflugscharen, werden Nebenstraßen nach und nach zu Sackgassen umgewidmet. Und jedes neugebaute Haus muss nun eine Solaranlage vorweisen, sonst wird der Zutritt zur schönen, neuen grünen Wohnwelt von bauamtlichen Hohepriestern verwehrt.

Was mir sauer aufstößt, was mich wirklich nachdenklich macht, ist, dass die ursprüngliche Verzweiflung “todkrank ist dein Weltenerbe!” sich in Wahn verwandeln kann “und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt”, dass sich ein Mitläufertum, das den Totalitarismus begünstigt, herausbildet und Antistagnativ-Anarchisches in Kindern mithilfe frömmelnder Zombies (Mangelerscheinungen) früh, allzu früh erstickt.

Selbst wenn mit den Grundlagen und Zielen hunderprozentig übereingestimmt wird, wenn also die Differenzen nur den Stil betreffen würden, so ist es doch dieser Stil, der am Ende die Gesellschaft nicht nur umweltpolitisch, sondern gesamtheitlich – eben auch und gerade – verhaltensoktroyierend transformiert.

Die schwarze Pädagogik, hat sie sich ein grünes Fell übergezogen, lauert der Ökofaschismus tatsächlich hinter der nächsten Fahrradstraße?

Das sicher nicht, nur ein Aufmarsch der grünen Garden.

[Ich hatte Zweifel, diese Polemik zu schreiben, habe mich aber aus gegenwartsgeschichtlichen Gründen dafür entschieden. Und aus Gründen der Selbstkritik.]

20190929_124925 (3) 20190929_124931 (3) 20190929_124921 (2) 20190929_124909 (3) 20190929_124914 (3)

*Polarstern

Freitag, September 20th, 2019

Heute schreiben wir
Freitag, den zwan
zig sten
septembre
anno domini 2019,
Festtag der Geometrie:
(Konstruktion)
Vom Nabel des Himmels
ziehe man eine Gerade
hierher,
wo es am kältesten ist -
Der Begriff ist ein
Gott in Bewegung.
Man warte.
Messe.
Bete oder nicht.
Atme! Ein und aus,
“wie es sich gehört.”
Man baue eine Welt
a priori
und warte, warte
auf die richtige
(passende)
Wahrnehmung:
Festakt des Denkens -
politische Natur.
Heute laufen wir aus, ein, aus – -
und die Erde rotiert.
Der Mond ist ein Schaf
in Elysium, der Begriff
ein Gott, ein Fühl en

Riemenfischgedicht

Dienstag, August 13th, 2019

was stört
kann weg
und wenn’s
die
letzte
Zeile
ist.

Inskriptionen No. 11 sind da

Freitag, August 9th, 2019

9783866602489

Die Inskriptionen No. 11 sind da – können aufgeblättert, beschnuppert und gelesen werden.

Clemens Brentano Förderpreis

Montag, August 5th, 2019

Die Stadt Heidelberg schreibt in Zusammenarbeit mit dem Germanistischen Seminar der Universität Heidelberg auch in diesem Jahr wieder den mit 10.000.- Euro dotierten Clemens Brentano Förderpreis für Literatur aus. Er wird 2020 in der Sparte „Lyrik“ vergeben.  Prämiert werden Autorinnen und Autoren, die bisher nicht mehr als zwei literarische Publikationenin deutscher Sprache veröffentlicht haben; das einzureichende Werk kann somit die erste, zweite oder dritte literarische Publikation darstellen. Das Veröffentlichungsjahr des in Frage kommenden Textes muss 2018 oder 2019 sein.

Texte, die für den Clemens Brentano Förderpreis geeignet sind, als Pdf-Dokument und als Buch in drei Exemplaren bis spätestens 12. August 2019 an folgende Adresse einzusenden:

Per E-Mail: brentano@gs.uni-heidelberg.de

Postalisch: Prof. Dr. Michaela Kopp-Marx

Germanistisches Seminar der Universität Heidelberg

Hauptstr. 207-209

69117 Heidelberg

 

im verriegelten raum

Montag, August 5th, 2019

meiner kindheit
schläft noch die einäugige puppe
zeichnet die nacht
eisblumen ans fenster
schon damals träumte ich
vom leben vor dem tod

Ingenieure der Seele

Dienstag, Juli 23rd, 2019

Manchen Metaphern sieht man ihr Innerstes unmittelbar an: Metatheorien subatomarer Gespinste, der Geist von Hamlets Vater tritt auf. Der Geist befiehlt dem Willen, der Wille befiehlt dem Körper. Wenn es dann so richtig heimelig geworden ist in der Arena, vielleicht ein Sonnenuntergang oder der Aufgang eines neuen Sterns, schauen alle in die gleiche Richtung: Soll das etwa Ausdruck der Algorithmen des Herzens sein?