Die Hornissage

Gummiuniform hieß das unmögliche Theaterstück, in das Hornberg am folgenden Sonntag mit Iva gehen sollte. Er fürchtete sich davor, er wusste nicht, was ihn erwartete, der Titel sollte wohl die Farce eines Sprachwitzes sein, wahrscheinlich war das Stück Avantgarde oder ein Experiment für die eigene Kunstproduktion, ein Softwaretest, wie Iva am Telefon lachend gesagt hatte. Hornberg fürchtete sich vor schlüpfrigen Anspielungen, er fürchtete sich vor verbalen Angriffen unter der Gürtellinie, die er nicht zu parieren wusste. Oder es war von alledem nichts und das wäre noch unverständlicher gewesen. Iva hatte das Wort putzig gebraucht. Je länger Hornberg darüber nachdachte, desto weniger wollte er dorthin gehen, später sondierte er schon eine passende Ausrede.

Hornberg sagte nicht ab, und es geschah nichts von dem, das er erwartet hatte. Das Stück war ein Volksstück, aufgeführt auf einer kleinen Bühne außerhalb von Dresden. Er und Iva wurden begafft wie Außerirdische, Ihre Jacken geben Sie bitte an der Garderobe ab, mit Jacke in die Vorstellung, das ist bei uns nicht üblich. Iva amüsierte sich sichtlich. „Na, was sagt denn ein IT-Profi zu so etwas.“

schwaene werden nicht gegessen
ein projekt barocker schaugeflügelkunst, entstanden aus der jugendstil-dramaturgie der crysantheme und den puppenspielen der frau kleist. Vorsicht, wir schmecken tranig!

4 Kommentare

  1. Danke für die Reaktion. Sie sind also nicht begeistert, Frau Kleist, sehen Ihren geistigen Kanal durch meine Texte verstopft. Gut. Auch eine Aussage, die ich mir zu Herzen nehmen kann: Unpassierbar. Verstopfend. Doch woran liegt es denn, verdammt nochmal? An der Qualität oder an der Quantität? An beidem?

  2. Beweisen muss mir niemand hier seine intellektuelle Tieflage, ich kannte sie doch schon vorher, sonst hätte ich das Gedicht ja nicht schreiben können. Aber Dankeschön, doppelt hält besser.

    Comment by Antigone — 1. Dezember 2016 @ 15:43

  3. Eine Mischung aus Massage und Vernissage ist es, was Hornberg da verpasst wird. Und das Baiserhäubchen ist ein aufgesetztes: Horn! Es könnte übrigens das haptische Motto vor einer Präsentation von „Inskriptionen“ im Kulturprogramm sein.

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