Kommentarvermeidung?

Neulich sagte jemand zu mir, vielleicht ist es ja auch ein gutes Zeichen, wenn dein Text keinen Kommentar erhält. Welch schwacher Trost. Ich denke nicht, dass es gut ist, wenn ein Text ohne Kommentar davon kommt. Entweder man schämt sich, ihn zu kommentieren – zuweilen aus Ratlosigkeit – oder er wird einfach ignoriert. Vergessen. In die Rolle gepackt. Abgeheftet und in die Schrankwand gestellt. Kommentare sind Formen der Wahrnehmung und Wertschätzung. Warum gibt es denn einen solch riesigen Berg an Sekundärliteratur zu Autoren wie beispielsweise Thomas Mann? Also: Vorsicht mit der Kommentarvermeidung. Es könnte sich Ignoranz dahinter verbergen. Wir sind keine Buddhisten, die westliche Kultur lebt nicht von Gelassenheit. Kritik und Kommentar sind Fortschreibungen und haben Tradition.

schwaene werden nicht gegessen
ein projekt barocker schaugeflügelkunst, entstanden aus der jugendstil-dramaturgie der crysantheme und den puppenspielen der frau kleist. Vorsicht, wir schmecken tranig!

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