Monatliche Archive: Februar 2011

geplante obsoleszenz

Von | 27. Februar 2011

die socken die ich trage halten nicht nach einem winter sind sie dahin wo die glühbirnen schon nach 1000 stunden landen im müll wo der nylonstrumpf von 1935 nie ankam so reißfest daß er von patriotischen damenbeinen gerollt militärisch bedeutsames material wurde erfunden zu halten nach allem anschein nach mir die sintflut halt —

Am Rand der Altstadt

Von | 27. Februar 2011

Überbreite Straßen liegen ausgestreckt auf den Leichnamen der kleinen Häuser in denen einst Leben / urgründiges sich ergoß / zurückgedrängt in enge Mauern Kein Grashalm reckt sich in den Ritzen des Betons durch überbreite Straßen drängeln sich klapprige Busse in denen die Menschen dicht an dicht gepackt nicht aussteigen können nicht aussteigen können

Lücken und Lügen

Von | 27. Februar 2011

Was denn nur dazu sagen? Verschmitzt schmunzeln, wie der Autor das tut, der den Roman „Nesselkönig“ geschrieben hat? Schmunzelnd, verschmitzt sagen: Lies mal! Lesen Sie Ralf Eggers „Nesselkönig“! Das ist ein satirischer Roman. Mit derartigen Romanen ist die deutsche Literatur nicht gesegnet. Kaum haben wir Uwe Tellkamps „Der Turm“ verkraftet, kommt schon wieder ein Turm… Weiterlesen »

H.C. Artmann zum 90. Geburtstag

Von | 23. Februar 2011

Hinter der Maske jedes lieben Menschenfressers steckt ein garstiges Kind. Bevor ich H.C. Artmann kennenlernte, wußte ich schon, daß das Grauen in Österreich wohnt. Dieses Wissen verdankte ich einem Büchlein, das 1984 im Verlag Volk und Welt (DDR) erschienen war. Es hieß bezeichnenderweise „Der handkolorierte Menschenfresser“ und sollte womöglich vom Kannibalismus im eigenen Land ablenken.… Weiterlesen »

Mit den Augen eines anderen

Von | 18. Februar 2011

Geschieht alles zehn Jahre später Kommen die Fältchen im Spiegel Nie in die Flamme der Muskeln Und manchmal, manchmal Mit den Augen eines Anderen sieht es aus als Seien schon wieder zehn Jahre Aber die Zeit vergeht nicht

MIT STRENGE MIT GÜTE

Von | 16. Februar 2011

(Ein Erziehungsbrevier für Knaben) Früher Vogel fängt den Wurm. Nun aber raus aus den Federn! Äpfel fallen nach dem Gesetz der Schwerkraft. Wiederhole das, Anton! Äpfel fallen … Nimm die Kröte vom Tellerrand, Bruno! Hört ihr, Bruno möchte heut kein Kompott essen. Setz dich auf deine vier Buchstaben, Christian! Wer sagt den Tischspruch? Danke, Dieter.… Weiterlesen »

Extremes Elend

Von | 16. Februar 2011

Was war der 8. Mai 1945? War´s der Tag des Zusammenbruchs? War´s der Tag der Befreiung? Eines war der Tag mit Sicherheit nicht – die Stunde Null. Es war auch nicht die Stunde des demokratischen Neuaufbaus. Die Kriegshandlungen waren beendet. Es begann der Nachkrieg. Und der war für viele schlimmer noch als der Krieg. „Welche… Weiterlesen »

Gugong

Von | 10. Februar 2011

Die Abendsonne steht über den Dächern glänzend halb & halb verblichen aus gelber / zierlich gewölbter Keramik Modernisierung ruft die Eunuchen & Konkubinen nicht zurück / armer Kaiser! Verliebte sitzen versteckt im Park & bemerken nichts außer sich Ein alter Mann in blauem Kittel fegt aufstörend / doch unbeirrbar heruntergefallene Blätter fort als lägen wie… Weiterlesen »

Elend des Eingesperrtseins

Von | 1. Februar 2011

Wer Abbas Khider´s Debütroman „Der falsche Inder“ verpaßte, sollte nun nicht auch „Die Orangen des Präsidenten“ versäumen. Gute Titel haben die Eigenschaft, Synonyme zu sein. Das trifft auf „Die Orangen des Präsidenten“ zu. Er steht für Hoffnung, die den Hoffenden in die Hoffnungslosigkeit zurückstößt. Genau das ist die Erfahrung des jungen Irakers Mahdi. Gerade Abiturient,… Weiterlesen »

Ein Hauch von Frühling

Von | 1. Februar 2011

Zehn Grad minus, zwanzig unter Der Sprießtemperatur Europäischen Grases, während Bereits Schwaden weißen Nebels (roten Grünen, gelben? Lichts?? Ausdünstungen von Träumen – In der Erde gemixt) durch Die Wiesen unter den Bergen Ziehn!  Im schwarzen Licht des Morgens ahnst du bereits Die Farben der Dinge, und die schweren Gedanken gekrönter Fische tief auf Dem Grunde… Weiterlesen »