Sterben : kann tödlich sein

Sterben : kann tödlich sein
Das Feuer flackert noch : wo

Wir einst saßen beim Wein
Knistert das Holz in den stillen


Abend hinein : Funken stöbern
Nach oben wie Glühwürmchen
Flimmern für Sekunden
Dann fallen sie wie wir als Asche-


Türmchen auf die Erde : das ist
Das Leben : eine Sekund
Im Blühen : bevor wir einsam
Verglühen : zuerst gehen


Die Eltern : mit ihnen Grund
Für den Familienbund : dann
Sind Geschwister und Freunde
Dran : niemand tanzt oder singt


Die Glut färbt sich bunt : der Wind

Facht letzte Röte an durch unstetes

Hauchen zwischen die Falten
Der Zweige : mal raus mal rein

Wir stöhnen jeder für sich und fauchen

Sterben : kann tödlich sein

Theodor Holz
geb. in Dresden im Herbst 1989, hab die Wendewirren mit der Muttermilch aufgesogen, Pflastersteine wurden aus dem Bahnhofsvorplatz gerissen und flogen knapp an meinem Kinderwagen vorbei, meine Mutter konnte ihren Beruf als Jungpionierleiterin auf dem Albrechtsberg nicht mehr ausüben, sie nahm an einer Umschulung zur Altenpflegerin teil, während ich brav die Kreuzschule besuchte.

3 Kommentare

  1. Ich hoffe doch sehr, dass Sie mit ihrem romantischen Gedicht nicht den Blog meinen. Sterben, ohne Abzusterben, ist das Motto. Fühlt sich eleganter an.

  2. PS.: Ich habe neue Schuhe. Fühlt sich elegant an, sich unter Schmerzen da ‚reinzuzwängen. Und zur Not kann man sie sich beim Schuster des Vertrauens aufdehnen lassen. Denn: Leder gibt nach.

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