Archive for November, 2019

Hm. Bildg. 9

Montag, November 11th, 2019

Heut kann ich nicht meckern: Die ganze Woche lang gebratenes Gemüse mit Schuhsohlenartigem Fleisch-Ersatz, Tofu-Bürger – und nun, da die harte Arbeit der Woche sich, verkürzt, wohlbemerkt, wie es bei Schaffenden der Fall sein sollte, dem Ende entgegenneigt: Totes Tier, genauer Rinderfilet mit Kartoffel und Blumen-Kohl. Da möchte man doch gleich in die Szene der Buddenbrooks einsteigen, in der Th. Buddenbrook im Zahnarztstuhl liegt, sich das Gesicht des Dr. Brecht annährt und der Erzähler einfällt: “Sein Atem Roch nach Steak und Blumenkohl.” Großartig. Das toppt sogar den Tristan-Akkord.

V.

Dienstag, November 5th, 2019

Nicht gesehen von dir,
schmerzte,
trieb mich weiter und weiter.
Nie wirklich gekannt,
gehalten von dir,
machte mich haltlos.
Zeitlose Ewigkeiten in der
Vergangenheit,
Längst vorbei, vermeintlich,
Ruhelosigkeit bis heute.

Endlose Zeiten heute
lassen dich sehen.
Im Jetzt.
Aber das Vergessen
ist schneller
als das Verstehen.
Langsames Verschwinden,
Verblassen,
ohne Wiederkehr,
ohne Abschied.

Heimweg

Sonntag, November 3rd, 2019

Manchmal falle ich
in Zwischentöne,
die drängender hallen
als Menschen und Züge.
Gedanken sterben an Ampeln.
Wenn ich alles auf Rot setze,
zerfällt mein Kopf
über Unebenheiten
der Zeit, hält der Atem nicht inne
über unerledigten Dingen.

Manchmal stoße ich
ans Innere der Müdigkeit.