Monatliche Archive: November 2019

grauzeiten

Von | 29. November 2019

nun entblättert sich der baum still ist es draußen in der dämmerung atmen wir frieden berühren unsere sprache mit den küssen des fallenden regens ich erzählte dir von den herbsttagen der wind torkelte ums haus und auf dem tisch lagen gedichte von Hesse und Kästner die sehnsucht hängt schief im raum nächte fallen ins leere… Weiterlesen »

Rückkehr

Von | 27. November 2019

Auf gewohnter Straße. Bäume, Lichter, Plakate färben das Gedächtnis. Hauseingänge riechen nur hier so. Mein Gang wird schneller, die Schatten dunkler. Ich höre die Fragen ihrer Gesichter. Auf dem Stadtplan irre ich zwischen Namen. Taste die Stadtmauer entlang. Durch den grauen Graben hinauf zur Burg. Falken stechen in den Horizont. Er glüht. Am Drehkreuz kehre… Weiterlesen »

luzid

Von | 25. November 2019

Wir spielten uns selbst und gerieten beim Sprechen in Verse. (Peter Kurzeck)   die treppenstufen gezählt 21   22   23 die herzschläge 24   25   26 oben angekommen und wieder nach unten alles noch einmal von vorne die treppenstufen der herzschlag am ende die müdigkeit und schließlich fingen wir an zu leben im häuserschatten der jordanstraße schwammen… Weiterlesen »

S.

Von | 18. November 2019

Tränen netzen mein Gesicht. So nah wie einst, so fern doch jetzt. Nicht mehr eigen Fleisch und Blut. Unbekannte Fremde, aufgebrochen ins Land ohne Halt. Zerstörung des Selbst auf unbekanntem Pfad, jenseits von Sinn und Verstand. Tastend ins Nichts, begleitet von düsteren Gestalten, ohne Liebe. Verlierend das eigene Ich. Trostlos rücklassend mich.

nachahmung

Von | 18. November 2019

der dichter ahmt vogelstimmen nach …… der dichter ahmt steine nach ……                                               (aus Zbigniew Herbert, Gleichnis) ihre textur ist seine handschrift auf einem blatt des welkenden bergahorns in seine rinde ritzt er… Weiterlesen »

atemübungen mit lungenfischen

Von | 18. November 2019

wir machen atemübungen mit den lungenfischen survivaltraining im schlamm was das anbelangt sind sie uns voraus mindestens 200 millionen jahre auch beim totenkult den liedern und gebeten lungenfische glauben nicht an ein jenseits eine wiedergeburt oder auferstehung ewiges leben dauert bei ihnen höchstens 100 jahre von ihren ahnen haben sie die lungen und die traurigen… Weiterlesen »

lungenfische

Von | 18. November 2019

messe ich die welt mit dem maß der lungenfische sind drei nächte noch kein vers sieben kein gedicht öffne ich die tür zum totenreich für die stimmen formen sargnägel einen fluss heilige finsternis bleibe verdammte finsternis weiche atmen die lungenfische die tage stehen sterne immer am firmament krümmen sich ihre schatten gegen die unendlichkeit ewig… Weiterlesen »

V.

Von | 5. November 2019

Nicht gesehen von dir, schmerzte, trieb mich weiter und weiter. Nie wirklich gekannt, gehalten von dir, machte mich haltlos. Zeitlose Ewigkeiten in der Vergangenheit, Längst vorbei, vermeintlich, Ruhelosigkeit bis heute. Endlose Zeiten heute lassen dich sehen. Im Jetzt. Aber das Vergessen ist schneller als das Verstehen. Langsames Verschwinden, Verblassen, ohne Wiederkehr, ohne Abschied.

Heimweg

Von | 3. November 2019

Manchmal falle ich in Zwischentöne, die drängender hallen als Menschen und Züge. Gedanken sterben an Ampeln. Wenn ich alles auf Rot setze, zerfällt mein Kopf über Unebenheiten der Zeit, hält der Atem nicht inne über unerledigten Dingen. Manchmal stoße ich ans Innere der Müdigkeit.