Unauffällige, ganz und gar unscheinbare Frage, so nebenbei

Hallo Leute,

für ein unglaublich großartiges literarisches Projekt sammle ich noch Material. Ich habe dazu eine Frage:

Was ist eigentlich Eure größte Angst?

Bitte zahlreich in den Kommentaren posten. Das bleibt unter uns. Vertraut mir.

Danke.

Wassili Busskläff
Finnegans Wakes, 5,5 ff.: „Of the first was he to bare armes and a name: Wassaily Booslaeugh of Riesengeborg. His crest of huroldry, in vert with ancillars, troublant, argent, a hegoak, poursuivant, horrid, horned. His scutschum fessed, with arches strung, helio, of the second. Hootch is for husbandman handling his hoe.“ Das ist die einzige Erwähnung W. Busskläffs in den Quellen.

72 Kommentare

  1. Das mein Busen hängen wird…bald schon. Immer mehr.
    Und trocken werd ich auch.
    Aber seid gestern hab ich New Blond obendrauf.
    Und unten Natural grey.

  2. Das Finanzamt macht mir Angst. Fette Rückzahlung. Bis 21. Dezember.
    Otto kriegt auch noch Ratenzahlung.
    Und Weihnachten steht vor der Tür.
    Was mir also Angst mach?
    Das Jahresende mit Blick auf meinen Kontostand.

  3. Ey Leute! Angst macht mir hier dieser Blog: Wohin gehen eure guten Gedanken? Wer sammelt sie? Wer verwertet sie? Für sich? Für euch? Verdient ihr damit die Kohle? Oder…?
    Diese leichtsinnige Verschwendung des Gedankengutes kann einem doch Angst machen.

  4. Verhaltenstherapie zum Jahresende. Das ist der Überschuss der Krankenkassen. Sonst nix. Also ziemlich banal. Wohin mit dem Geld sonst? In den Gully? Nee, rein damit in kranke Köppe. Sollen die sich doch mal so richtig auskotzen können!

  5. Ich kann mich nicht entscheiden. Da habe ich Angst davor. Dass ich mich nicht entscheiden kann. Ständig muss man sich entscheiden, und das kommt völlig unerwartet. Dann geht bei mir nichts mehr. Dann stehe ich auf der Schwelle und zucke vor und zurück. Ewig. Den ganzen Tag. Dann rufen die nach mir. Die einen von vorn, die anderen von hinten. Schrecklich.

  6. Hallo Bildungsangst, also ich habe auch totale Angst vor kultureller Belästigung. Ist nicht von mir. Ist aus einem von diesen furchtbaren Witzen, von diesem Slavoj.

  7. Ich habe so viele Ängste. Das die Kommentare besser sind als meine Beiträge. Ja, und vor Symmetrie. Die Angst vor der Symmetrie ist die schlimmste. Tiger, Tiger.

  8. Im Anrufen der lieben Göttin lag Angst vor der Leere,
    aus einem finsteren Loch krochen – der Verzweiflung zum Trotz –
    Ideen, formten mit Hoffnung getünchte Sätze;
    obgleich Schatten nur, nützliche Schatten – Leere brennt.

    Dieser Beitrag wurde von Faron Bebt am 19. August 2017 um 02:53 Uhr geschrieben.

  9. Dieser Kommentar ist eigentlich nur für die Quadratzahl. Dass die auch schon gern mal mit den Primzahlen verwechselt werden, könnte einem schon Angst machen

  10. Mir macht Angst, dass in 26 Tagen Weihnachten vor der Tür steht. Scheiße. Mein Konto ist leer. Basteln? Was schreiben? Was schreiben! Dat ist schön billig!

  11. Dieses Gedicht macht mir Angst:

    Jesus, deine Höflichkeit

    Wer einst die Höflichkeit erfunden hat,
    war Jesus, steht doch in der Bibel drin:
    „Haust du mir auf die Backe, halt ich glatt
    dir auch noch gleich die andre Backe hin!“

    Vergiss die Höflichkeit dabei nicht gleich,
    sag: „Bitte sehr! Bediene dich, mein Bester!“
    Verbuchst du als dein Plus fürs Himmelreich.
    Der andre haut dann auch ein bisschen fester.

    An diesem Beispiel kann man gut studieren,
    wie vorteilhaft die Höflichkeit doch ist.
    Wohl keiner braucht sich deshalb zu genieren.
    Und notfalls wird er eben Masochist.

    Warum? Es zeigt die gesamte paradoxe Situation unserer Gesellschaft.

  12. Hey, Gendermaus, wenn wir zusammen einen Paarclub aufmachen, dann verstricken wir uns doch in der Logik? Was dann? Ist das wieder so ein unauflösbarer Widerspruch in unserer Existenz, den wir nur akzeptieren können? Das ist doch wie ein Blitz der unendlich lang andauert und doch zugleich jeden Augenblick wieder neu blitzt. Moment und Ewigkeit zugleich. Das wäre doch eine paradoxe Gesellschaft. Nur wir zwei.

  13. Kommentar 27:
    Das Gedicht war von der gnadenlosen Antigone. Die ist nicht mehr da. Was nen Glück. Die könnte einem und einer schon Angst machen. Mit ihren galligen Bemerkungen und ihrer grottenhaft gruseligen Schreibe.

  14. Nr. 28
    In Logik kann man sich nicht verstricken, du Penner! Selbst in der Finsternis findest du den Ausgang. Ist doch logisch! Und überhaupt: Als Gendermaus steht mir ein Machokater zu. Rrrr.

  15. Nr. 31
    Interessant ist, dass die Phobie vor Katzen unter Diktatoren verbreitet ist.
    Sprechen Sie mal mit einer therapeutisch geschulten Person darüber…

  16. Ich habe keine Katzenphobie, aber ne Katzenallergie, und das ist deutlich unangenehmer. Man kriegt da gar keine Luft mehr, und das macht schon Angst.

  17. Das Problem mit antigone ist folgendes:wir haben das gleiche Problem wie sie. Auch wir fürchten dass es rückwärts geht man denke nur an glykosphat und die Reduktion der Kinderbetreuung.

  18. Aufrund der Reduktion der Kinderbetreuung wird aus Glyphosat Glykosphat. Und dann Klygosfad. Und dann Glückspfad. Unser Glückspfad ist Glyphosat. Könnte auch ein Klingonenpfad sein. Führt über die Felder, hinter der Schule, bis zum Mausoleum für die Bienen.

  19. Kreon ist übrigens auch weg. Ob beiden etwas passiert ist? Davor habe ich Angst. Das einer nach dem anderen geht. Einfach so. Wie eine abegeschickte SMS, die nie ankommt. Wo ist die jetzt?

  20. Wer einst die Höflichkeit erfunden hat, war Jesus, steht doch in der Bibel drin: „Haust du mir auf die Backe, halt ich glatt dir auch noch gleich die andre Backe hin!“ Vergiss die Höflichkeit dabei nicht gleich, sag: „Bitte sehr! Bediene dich, mein Bester!“ Verbuchst du als dein Plus fürs Himmelreich. Der andre haut dann […] Wenn er seinen Verstand gebrauchen sollte, so war es ihm, als wenn jemand, der beständig seine rechte Hand gebraucht hat, etwas mit der linken tun soll. Georg Christoph Lichtenberg, Sudelbücher, S. 40 Der Mensch regt sich oft über gar nichts auf, braucht einfach einmal einen Kontrapunkt. Dann wird er keck; mit Verve und Geschnauf wirft er sich in die Schlachten, dass es funkt. Dort steht er gar nicht gern alleine da. So sucht er sich Verstärkung, findet sie, vermeidet Aufruhr nicht und nicht Eklat, und hin ist […]Den Dichter kommt das holde Dichten an. Ein bissel dies und das, nur bissel dichten, mehr will der Dichter nicht, der brave Mann, will ernst sein ernstes Tagewerk verrichten. Noch ahnt er nicht, wovon er heute schreibt. Die Wände schweigen, und es schweigt die Muse. Er stutzt: Wo heut denn nur die Muse bleibt? Verzweifelt […]Das Fernsehn überrascht uns alle Tage. Zum Beispiel damit, was die Promis machen. Ob Royals oder Beatrix – ganz ohne Frage, das sind gewaltig relevante Sachen. Der Mensch legt sein Gedächtnis kurz mal weg, jetzt weiß er nicht mehr, wo er’s hingelegt. Und so bestaunt er noch den letzten Dreck, stiert auf den Bildschirm, königlich […]Herr Seckenpiel, von Stand und Ansehn Mann, ein Angestellter bei dem Ministerium, beweist der Welt, was er so stemmen kann. Man staunt, der gute Mann ist ein Mysterium! Was bringt Herr Seckenpiel wohl nicht zustande? Er pfuscht herum in Lehrbüchern der Kinder, er kommt mit Paragraphen schnell zu Rande, und wenn er Zeit hat, mimt […]Die nette, gute, stets besorgte Dame Kleist, die höchstwahrscheinlich Müller oder Lehmann heißt, ist sehr erbost, wenn wer ihr dumpfes Nest bescheißt, ihr fehlt nicht nur, was man geläufig nennt den Geist. Statt Denkerstirn hat sie am Kopfe bloß Frisur, nichtsdestotrotz ist sie von staatlicher Statur, die schleppt sie hoffnungsfroh mit Eifer und Bravour, das […]Im Leben tritt der Mensch in manches rein, den Rosenzüchter- und den Sportverein – er will dabeisein, immer vorneweg, er kümmert sich partout um jeden Dreck. Und kein Verein, der ihm dafür zu klein. Er weiß genau, was grad der Nachbar macht, sei es bei Tag und sei es in der Nacht – moralisch misst […]Der alte Mann liegt mitten auf dem Weg. Wie’s aussieht, gut rasiert und situiert. Was ist dem armen Kerl denn bloß passiert? Und hat der denn dafür ein Privileg? Wie peinlich, geht es dir durchs Hinterhirn. Das tut man einfach nicht. Was denkt der sich? O Gott, das ist ja fast schon unmenschlich! Liegt hier […]Hallo Rapunzel, was stellen Sie uns denn hier ein? Das Geschwafel, eines bürgerlichen Bildungsprotzes, das noch nicht mal zu einem Prozent wirklich etwas zum Nutzen oder Nichtnutzen der Kunst auf wissenschaftliche Weise sagt. Die Stoßrichtung, obwohl etwas versteckt, ist klar: gegen die DDR. Eine Anhäufung von Gefühlchen, Vermutungen und Diskreditierungen. Die Wissenschaft von der Kunst […]Die Intrigantin (2 Stanzen) Wem ist solch Frauentyp noch nicht begegnet, der immer nur das Böse will und intrigriert, und wenn man dem ein Widerwort entgegnet, wird es sogleich ins Gegenteil frisiert – ein übles Weib, dem’s in die Suppe regnet, das liebend gern die andern kommandiert? Das kollert nichts als nur gestanztes Blech, und […]Sie reden viel zu viel, meist über nichts. Da staut sich irgendwas, das muss jetzt raus! Das reißt den Schnabel auf, hofft auf Applaus von wegen seines innern Gleichgewichts. Sie sind aufs viele Reden schwer erpicht, begeistern sich wie wild an dem Erguss und wissen selber doch, es ist bloß Stuss. Egal, Sie sind gemacht […]Tun Sie uns und sich den Gefallen: Machen Sie mal Pause. UND ZWAR GANZ WEIT WEG.

  21. Ey, Geschwafel, also das klingt jetzt ziemlich aus dem Zusammenhang zitiert und falsch gerissen. So war macht mir echt Angst, solche Wünsche, dass jemand Pause machen soll, so ganz weit weg.

  22. Ey Wasja, ruhig Blut … so wie ich Protzi verstehe, sacht det bloo s:: „Dieses Schaf ist falsch gerissen.“ Normalerweise haben Schafe doch Angst vor dem Wolf, sogar vor dem guten.

  23. Mir machen Menschen angst, die so umwölkt und umnebelt sind von ihrem Narzissmus, dass sie selbst abfällige Kommentare als Lob empfinden – oder diese erst gar nicht lesen.

  24. Mir scheint, als sei das „Geschwafel“ in Kommentar 41 gar kein Geschwafel – und auf keinen Fall ein Angstsyndrom – sondern es legt sich wie ein Schmierfilm über den einst geistreichen Blog, und das kann einem schon Angst machen. Man fühlt sich beim Lesen wie der Senior, der seine Brille nicht mit dem Fielmanntuch, sondern mit dem Küchenhandtuch gereinigt hat, nachdem seine Frau sich daran die Hände abgetrocknet hat, an denen noch Butter klebte.

  25. Und ich habe – so alt das Cliche auch sein mag – Angst vor Menschen. Wenn ich mal Angst hab‘. Jedenfalls stellt jede Angst unvermeidlich die Frage: Wenn das jetzt Angst ist, wovor?
    Jede Antwort, die nichts mit Menschen zu tun hat – Erdbeben oder Asteroideneinschlag – wäre dagegen Ausdruck nicht gelingender Faszination für’s Erhabene, der Natur.

    Und: von Beiträgen in diesem Blogg, und seien es körperteilfokussierte Lustkommentare, kann man eine solche Faszinierbarkeit wohl nicht erwarten. Schade eigentlich!

  26. „…von Beiträgen in diesem Blogg, … kann man eine solche Faszinierbarkeit wohl nicht erwarten. Schade eigentlich!“

    Ist das nur schade oder macht das schon Angst? Langeweile? Ich hab‘ Angst vor Langeweile. Denn, wie schon Frank Wedekind wusste, schlimmer als ungestilltes Begehren ist die Langeweile.

  27. Ich habe Angst, dass ich hier bald nur noch mit den Brüdern allen bin! Die stoßen schon wieder laut auf, und ich hab grad nen kunden am telefon…

  28. Das ist ja gruselig, Kommentar Nr. 47 spricht schon von körperteilfokussierten Lustkommentare,aber Nr. 51 ist der erste solche.

  29. Wie immer. Kaum wachsen dem Blogg Körperteile, schon stürzen sich alle drauf. Also: Wir sind hier auf das Gehirn fixiert – und nur auf das Gehirn. Das ist unser Lustorgan. Das einzige.

  30. Ich habe große Ängste. Nachts kann ich nicht schlafen. Schon länger nicht mehr. Warum? Ich fürchte mich vor den Pilzen. Den Pilzen, die in ganz Deutschland gezüchtet warden. Ganze Pilzkolonien überziehen das Land! Eine Züchtung, die von unten beginnt…

  31. Ich befürchte, dass diese Frage (oben im Beitrag) nur gestellt wurde, damit diejenigen, die hier ständig kommentieren, einen Ort dafür bekommen. So eine Art Reservat, damit sie anderswo Ruhe geben.

  32. Er hatte Angst vor diesem Leben. Dem Leben seines pflegebedürftigen Vaters, das sich wie ein Schmierfilm über sein eigenes legte, das einem zu langen Liegen in lauwarmem Badewasser glich.

  33. Das Leben des pflegebedürftigen Vaters legte sich wie ein Schmierfilm über sein eigenes, das ihn wie lauwarmes Badewasser umspülte.

  34. Diese Dinge, vor denen ich am meisten Angst habe, die ich zu vermeiden versuche, mit aller Kraft, mit aller Energie, die passieren dann doch, und wie ich jetzt weiß, gerade, weil ich sie vermeiden wollte.

  35. Angst vor Pilzen? Was vor Pilzen denn genau? Zuchtpilze? Aber das ist doch eigentlich der Kapitalismus, der die Angst macht, nicht die Zuchtpilze. Und was ist so schlimm an uns? Wir stehen doch bloß rum. Uns kann man sogar rauchen. Oder in den Tee mischen. Da kannste endlich mal was erleben.

  36. ich finde es ein bisschen unheimlich, dass wir hier bereits 61 Kommentare haben, während bei den meisten Gedichten 0 Kommentare steht.

  37. Es kann aber auch sein, dass man sich selber nicht die Kompetenz zutraut, etwas sagen zu dürfen. Das ist dann Eitelkeit. Angst. Scham. Aber bei so einer einfachen Frage, da ist es nicht so peinlich.

  38. Wer hier schreibt, will eine Reaktion. Das Nicht-Kommentieren ist in der Tat nur verschämte Eitelkeit. Warum hat’s wieder mal jemand schneller gemacht. Besser vielleicht noch nicht. Egal, die Idee ist verbrannt. Das Schicksal der Zuspätgekommenden.
    Und bevor jmd. Anderes drauf kommt: Unbedingt die Frage als Este dem neuen Inskriptionen-Band voranstellen.
    Das ist jetzt meine Idee. Vebrannt, verbrannt!!!! Wer sie mir wegnimmt, ohne das Copyright zu beachten, der sollte es mit der Angst zu tun bekommen…

  39. Das bleibt unter uns. Vertraut mir. Hallo Leute,

    schön dass ihr immer noch an

    ein unglaublich großartiges literarisches Projekt

    glaubt. Und glaubt weiter. Glaubt! Glaubt einfach!!

    Ich war immer mit euch. Vertraut mir. Das bleibt unter uns.

  40. Ich habe Angst vor der Zeit, in der diese Kommentare kamen – und ich kommentieren musste, mit einem Körper, der dreißig Kilo schwerer war als mein heutiger, und dass es wieder so kommen könnte, dass ich beim Kommentieren sitze, den Stuhl eindelle und nicht wieder hoch komme – im Gegensatz zu Jetzt, wo ich einen Zentimeter überm Stuhl schwebe und die Leichtigkeit von Ballons kennen lerne

  41. Der Garten ist eigentlich ein Kunstprodukt, die meisten Pflanzen würden dort auf natürlichem Wege nie wachsen. Sie sind mehr auf Blütenpracht und schönes Aussehen getrimmt, haben aber keine Ellenbogenmentalität. Ohne Eingriffe des Gärtners sind die Kulturpflanzen den wüchsigen Unkräutern hoffnungslos unterlegen, die durch und durch auf Anpassung und Durchsetzungsvermögen getrimmt sind.

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