Origami

Den Spuren der Faltlinien
ohne Anleitung folgend
öffnest du erneut das Papier

Es braucht keine Worte
ein unbeschriebenes Blatt
zusammengelegte Bilder
im Versuch, etwas zu erschaffen

Der Falz reißt
zum wiederholten Male
den Gedankenfaden

I. J. Melodia
*1985 in Padua (Italien), lebt seit 2008 in Freiburg (Breisgau), Magister Artium der Sinologie und Geschichte. Autor, Redakteur, Lektor und Herausgeber. Vorsitzender des Lyrikvereins Vers & Vielfalt e. V. und des Kulturvereins KeinVerlag e. V. Regelmäßige Lesungen sowie Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien. Diverse Shortlists und Finalteilnahmen bei Literaturwettbewerben. Redaktionsmitglied der Literaturzeitschriften kapitelzwei und 16 Seiten sowie Co-Host des YouTube-Kanals 16 Minuten. Mitorganisator des Zusammen/Kunst-Kulturfestivals und dessen digitalen Ablegers, dem Kein/Kalender. Mitgründung und Co-Moderation der Open Stage der Kulturinitiative Freiburg-St. Georgen. Der Lyrikband „Polaritäten“ ist 2024 im Geest-Verlag erschienen. Mehr unter: ijmelodia.com

2 Kommentare

  1. Ist doch gut, wenn der Gedankenfaden reißt. Also, wenn es zu strenger, zu logischer Faden ist. Besser ist doch ein Gedankenfluss. Oder, ein Gedanken Origami. Ja, ein guter Gedanke ist ein Origami.

  2. So habe ich es gehört. Zu einer Zeit war der Erhabene in Kosala auf Wanderschaft; zusammen mit einer großen Mönchsschar, mit fünfhundert Mönchen, gelangte er zu einem Brahmanen der Kosala namens Manasakata. Eben dort, bei Manasakata, verweilte der Erhabene, nördlich von Manasakata, in einem Mangohain am Ufer des Flusses Aciravati

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