Archive for Juni, 2019

Featuring : A. N. Whitehead : Prozess und Realität

Donnerstag, Juni 27th, 2019

O NOUS GAR EMOON O THEOS

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Jede Wissenschaft muss sich ihr Instrumentarium selbst ersinnen.
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Das Hilfsmittel, mit dem die Philosophie arbeitet, ist die Sprache.
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So gestaltet die Philosophie in derselben Weise Sprache neu, wie in den Naturwissenschaften vorgegebene Anwendungsmöglichkeiten neu gestaltet werden.
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Genau an diesem Punkt wird die Berufung auf Tatsachen zu einer schwierigen Angelegenheit.
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Damit beruft man sich nicht allein auf die Darstellung der Tatsachen in geläufigen Redewendungen.
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Gerade die Adäquanz solcher Formulierungen stellt hierbei das wichtigste Problem dar.
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Natürlich ist die allgemeine Übereinstimmung der Menschheit hinsichtlich erfahrener Tatsachen am besten sprachlich vermittelbar.
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Aber die Sprache der Literatur scheitert genau an der Aufgabe, den allgemeinen Prinzipien in expliziter Form zum Ausdruck zu verhelfen
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- genau den Prinzipien, deren Formulierung die Metaphysik anstrebt.

Mythen

Montag, Juni 24th, 2019

die Flügel ausgebreitet
nistet ein Vogel im Schlaf
singt von jeder Faser des Dunkels
in schwarzer Schattierung Gewebtes

Träume pulsen im Körper
Lichtwerk hinter geschlossenen Lidern
die Flut rast mit Geröll
in der Weite des Flussbetts

Nächte fliegen in den Tag
jeder Schritt ein Wagnis
Worte klemmen in alten Türen
graues Licht doppelte Schatten

zwischen flackernden Felswänden
die Tänze ums Feuer
in Geschichten versöhnte Nächte und Tage
ich höre die eigenen Träume

Ein Text wie

Samstag, Juni 22nd, 2019

wenn ein Raumschiff startet. Erst ist da ein Feuerkreis, tanzende Kontur, in deren blaudunklem Rot sich undeutlich schwarze Schlieren abzeichnen. Tausende von Dingen, alle gleich, alle anders, in einem Strudel permanenten Nachdunkelns eingeschlossen. Dieser Text erzeugt ein Geräusch wie ein Fieber, das einem heiß aus den Ohren tritt. Inmitten dieser andauernden Explosion sind die Familien der Dinge erkennbar, aus denen wir gemacht sind, die uns immer wieder füllen, bis sie uns einmal ganz ausgefüllt haben werden. Dieser zukünftige Zustand bleibt irreal, ist nur als Verheißung erkennbar. Da wird nichts sein, kein Blatt, kein Stein, kein Stückchen Erde, das nicht von der dinglichen Fülle überquellen würde, das nicht ein Gedanke, ein Schatten wäre in sich. Das Dunkel all dieser Dinge aber sehnt sich nach Licht. Undeutlich sind die Konturen erkennbar, hier eine und dort eine, wie sie sich schemenhaft geometrisch aus einem schwarzweißen Hintergrund herausheben, wie sie versuchen zur Ruhe zu kommen, um einen klar erfassbaren Gegenstand zu bilden und wie sie immer wieder vom Fieber erfasst werden, das den Strudel der Dinge in einem einzigen Wünschen zu entbergen vermag. Plötzlich fällt dieser strudelnde Trichter von Text in sich zusammen, in der einst dampfenden Badewanne steht noch weiß seine spektrale Gestalt von Licht und Wärme, alles Wasser hat die Arena verlassen, nur Schaum, Reste von Schaum bedecken den glatten Boden.

Wie im Nebel heben sich aus dem schäumenden Grund satzartige Gebilde heraus,

Gesichter verhaltener Worte und Worte verhaltener Wünsche,

Ereignisse einer großen Bewegung -

seelisches Kondensat.

bauhaus

Donnerstag, Juni 20th, 2019

fallen in die straßen kinder
blaue augen braune
kohlenstaub
wachsen aus den gärten
glas beton un vent
les vents reviennent aux soleils
svetlana

[warten auf den winter deine hände]

In alte Wunden

Mittwoch, Juni 19th, 2019

taucht die Morgensonne,
so rot steht sie am Horizont.
Aus Fenstern kriecht das Schweigen.

Wenn du sprichst,
rollen sich die Worte zu Steinen,
die sich mittags erhitzen
und glühend in die Sonne schreien.
Doch jetzt liegen sie kalt
zu meinen Füßen,
hinterlassen Abdrücke
vernarbter Träume.

Auf der Rückseite
spüre ich noch Jahre später
die Kerben von einst.

Funzeln (FAZ, 12.6.19)

Donnerstag, Juni 13th, 2019

Birne

 

Aus deinem Mund

Samstag, Juni 8th, 2019

fällt Schnee.
Deine Stimme ein fremder Wald
ohne Rehe.
Immer den Schneisen nach
gehst du
zum Ausweg,
auf dem das Mondlicht liegt
und manchmal ein See
am Ende der Böschung.
Nach Harz riecht der Atem des Dunkels.
Bäume zittern Schatten
unter die Haut,
und ihre Nadeln
weisen nach Norden
wie du.