Monatliche Archive: Juli 2008

Dämmern [8]

Von | 30. Juli 2008

Danach waren Wände da ohne errichtet worden zu sein der Winter verging und dort wo alles versperrt ist blieb der lautlose Kampf der Kleider mit dem Wald auch der Ort des Gesichts an dem wir nicht weilen dürfen Gennadij Ajgi, Requiem für ein Mädchen Veronika, denn so werde ich dich, wie wir beide, wie wir… Weiterlesen »

Zettel für Golem

Von | 25. Juli 2008

Es klingt gut. Was Golem da geschrieben hat. Und nimmt mich länger ein als lieb. Das apokalyptische Gemurmel, der kryptische Vers, die krude Vision vom MenschComputer. Selbstläufer. Funktionierendes System. Mystisches Gebräu aus Lehm und sciencefiction. Golems sind der Sprache nicht mächtig. Wer hat dir das Plättchen unter die Zunge gelegt ? Doch sein wir vorsichtig.… Weiterlesen »

Sequenz

Von | 17. Juli 2008

Städtisch geworden Ist alles Weben Der cardo wächst Woher dieses Weh Das leidige W Ware Worte Wunder Werke Wahnsinn Wissen Wünsche Wege Wonnekessel W W W  — Nichts im Übermaß. Sagen die Griechen. Aber die Römer sind nicht aufzuhalten.

David Sylvian and You

Von | 16. Juli 2008

Judy required a high resolution graphics from the chain store girl. A wedding picture she wanted to send to her mum. I was pointing at her. And the sublime portrait she threw on the counter. Dressed up in a feather boa, pictured from a magazine, I was out to teach poetry. Putting Judy quaintly off her stride when… Weiterlesen »

trug : ich werde

Von | 10. Juli 2008

diesen ort ließ ich aus : den versammlungs- +=+ ort : agora fahrender jünger +=+ junger fahrer : eingereiht & nach wartemarke sortiert +=+ es geht so friedlich zu : in hierarchien +=+ diskussion überflüssig : zeigen sie +=+ ihre papiere : schweigen & nicken +=+ durchschwirrt den raum : versammelte langeweile +=+ nur ich… Weiterlesen »

ZU FUß AUF ALLEN VIEREN

Von | 9. Juli 2008

Selten so irdisch ein Frühjahr besungen Bezwungen den Berg auf allen Vieren Kalymnischen Ziegen den Schatten genommen Geschwommen im Keil des Mandarin Jasmin geschnüffelt Holunderdolden Und immer noch golden schimmert die Schuppe der toten Brasse Gelaufen gelaufen und wieder gelaufen Und selten so ungern ans Gehen gedacht

Grundierung : beflecktes Gelände

Von | 7. Juli 2008

In Berlin überlebst du dank deiner Gleichgültigkeit die Museumswächter : ausstaffiert mit prächtigen Schnurrbärten : weisen dich aufs Absurde hin schütz deine Gesundheit : indem du vermeidest   dich anzulehnen : dich hinzusetzen : zu atmen die Füße zu lüften : du könntest dir eine Infektion einfangen : Berliner Marmor ist sauber : kein Bakterium… Weiterlesen »

die jury

Auch im nächsten Jahr werden wir eine Inskriptionen-Anthologie auf Papier drucken & laden als Co-Juroren diejenígen ein, die sich mit den am meisten poetischen Beiträgen oder Kommentaren einschreiben. Als Kommentare gelten Entschlüsselungen hermetischer Texte oder Fortschreibungen im Stil des Protagonisten. Wertungen nach dem Schema „gut“ oder „schlecht“ werden nicht gezählt…

Anzeige

Von | 3. Juli 2008

Die Weite ist nicht die Weite und die Enge nicht die Enge. Das wissen wir doch. Was also reden wir herum, was denken wir, so nach und nach, geschraubt, gedreht, gedrechselt. Ist das Freude, ist das Spiel, ist das gut fürs eigne Hirn, höhere Onanie sozusagen ? Oder ist es wirklich schon Unzucht,  denkporno …?… Weiterlesen »

Posted

Von | 2. Juli 2008

Lyrik auf Semmeltüten: die ultimative Verbaldiarhooe geschrieben um entsorgt zu werden: knittert leicht und innen krümelts: Herr Bäcker, Íhre Semmeln enthalten zuviel Luft, die abgelassen werden will: Pffffft!!! Las mal einen los, Mann runter vom Sofa ran an den PC rauf auf die Semmeltüte. Fliegende Darmwinde auf Kettenbäckers Packpapier Warten auf ein gemütliches Frühstück, garniert… Weiterlesen »

Mazisi Kunene: Europa

Von | 2. Juli 2008

Europa, Rohgestein – So ist dein Fundament. Dein Herz wie Spinnweb so Trocken in der Wüste. Die Kinder dein – unsere Angst: So wie die Jungen einer Beutelnatter Das Fleisch ihrer Alten verschlingen. Einst glaubte ich den Geschichten. Einst glaubte ich deine Brüste Überschießen in Milch. Ich sah dich andrängen mit Büchern Aus denen die… Weiterlesen »

Aufbauabbau

Von | 1. Juli 2008

Mit der Pleite des Aufbau-Verlages verliert Ostdeutschland endgültig seine Stimme im Chor des bundesdeutschen Verlagswesens. Christoph Links hat in seinen Beiträgen (siehe: Was wurde aus dem „Leseland DDR“?, in: ders. (Hg.), Am Ziel vorbei, Berlin 2005) schon vor Jahren auf den ökonomischen Irrsinn hingewiesen, der eine gesamte Region zum Absatzmarkt degradiert, die Wertschöpfung aber liquidiert.… Weiterlesen »