Monatliche Archive: Oktober 2017

Der Schlaf

Von | 30. Oktober 2017

Sie entschlafen sich, jeder für sich. Des einen sei nicht der Schlaf des anderen. Kein Strahl der Gewohnheit. Ihr inneres Sprechen, nie nach außen gedrungen; ein Sprechen in die Eingeweide, das muss sie begleiten, jeden für sich, auch im Schlaf. Gleich nach dem Eintreten erschlafft er bis zur Unkenntlichkeit; vor der Hochzeit hatte sie dergleichen… Weiterlesen »

walisische nächte (zweiter gesang)

Von | 29. Oktober 2017

zwischen den häusern spazierten menschen neben zebras und antilopen auf der suche nach einer wasserstelle dürsteten alle nach wissen am grunde des meeres bewegten sich träume im trilobitengang vorwärts zeichneten starenschwärme und bienen flugbilder an den himmel im kommen und gehen unterschieden sie sich nicht von irgendwoher drang gesang in die gassen und hinterhöfe eines… Weiterlesen »

Fotografie

Von | 27. Oktober 2017

(passend zu einem deutschen Wort) Eine Erzählung * * * und papa war mein Überich und sein papa war seines und Stalingrad sein Untergrund und auschwitz war das golgatha

isenheim (erster gesang)

Von | 22. Oktober 2017

wir richteten uns ein im bauch eines wales und hofften dass er uns wieder ausspeien würde nach seinen tauchgängen im marianengraben seinen flügen über wellengebirge hieltest du licht in den händen antworteten dir stimmen und erinnerungen hörten wir auf die nächte zu zählen die jahre das unglück die landschnecken befuhren alle weltmeere hielten auf inseln… Weiterlesen »

Desconort

Von | 18. Oktober 2017

1. Du hast gar keine Eyer. 2. Alle Stöcke verdorrt. 3. Die Brüste ausgetrocknet. 4. Die Lippen zwei Wülste. 5. Monotones Pulsieren, was noch? 6. Ringe über Ringe. 7. Manche perlenbesetzt. 8. Muskeln über Muskeln, darunter auch. 9. Die Sehnen nur Angelschnüre. 10. Eine wuchtige Masse, ein Kleeblatt. 11. Nach unten der Stängel, nach vorn?… Weiterlesen »

Dichter auf Pervitin

Von | 18. Oktober 2017

„Hinter jedem Steind hockt ein Nazi“ (frau kleist, am 17. Oktober 2017 um 22:15) Da gibt es diese Tafeln in dieser steinigen Landschaft an der Grenze. An manchen Steinen. Am Mönchstein. Oder am Haus im Dorf. Zur Erinnerung. „Am 21. April 1945 ermordete hier ein SS-Kommando der Todeskolonne aus dem KZ Schwarzheide die Antifaschisten Harry… Weiterlesen »

Replik

Von | 17. Oktober 2017

Nazis hocken. Quaderartige, in Blöcken geteilte Landschaft. Das Wetter ist gut. Die Sonne beleuchtet die Blöcke wie auf einer Bühne für Giganten. Tableaus aus Sandstein. Riesig, aus einem anderen Erdzeitalter. Die Sonne scheint rein und an bizarre Steinkultur. Ach nein, das ist ja Natur. Das geht nicht so richtig. Steinnatur. Klingt nicht gut, sieht auch… Weiterlesen »

Auf der Halde

Von | 17. Oktober 2017

1. wie wär’s mit Ästhetischer Theorie / wie wär’s mit arbeit ohne freizeit / Herz ohne hose, Haut / Haut euch, mit 2. vater, das waren deine taten. / mutter, das sind deine adern / & junge-junge, ach mädel … keine grenze, nirgendwo 3. Und wie es fließt … Zu Hilfe! Von außen docken sie… Weiterlesen »

Von | 17. Oktober 2017

Ostwärts, überm Berggipfel Weiß und klar der Mond erscheint: Das Antlitz einer schönen Jungfrau Dringt voll Kraft in meinen Geist.

Munden

Von | 16. Oktober 2017

Augen Blicke munden wie nichts sonst sodass sogleich geschlagen Du zerschlagen für Augen für Blicke lang dein Wüten & richten´s wieder auf sodann dass her-, & eingerichtet dir dein Grundton noch barbarischer noch schöner Weilen & Weilen lang klingen & dir munden will

Umwendungen

Von | 13. Oktober 2017

in Zigarettenpausen der Zusammenruf der Dienerschaft ihrer Nöte Leidenschaften, Erotik-Abenteuer hat sie in Filmen gesehen was sie in sich trägt, ist Inventar die losen Schnüre, an denen sie zieht versuchsweise, die Umwendungen so vieles & alles ist möglich an Löslichem am Strom der Experimentierfelder nur das Tamtam ums Lose, kann’s erhöhen, zersinnen die Umwendungen kehren… Weiterlesen »

veraltet

Von | 11. Oktober 2017

veraltet, zum Durchschauen drein den Hosenbeinen zwischen der Naht, das sind die Zutaten wie die Fernsehantenne samt immergleichen Raben Töne, selbst des Umwebens Geschichten will auch andeuten sich überm Trüben: Versöhnliches so wirksam ist das nie Ausgesprochene die Lüste auch, verlaufen sich in den Untergrundbauten (veraltet)

Once

Von | 10. Oktober 2017

in a lifetime, sagt der Pilot, 17.000 Kilometer, nördlich des Polarkreises durch Kanada. Allein der Landeanflug auf das Dorf in Alaska: atemberaubend. Ein Inuit erzählt vor der Kamera minuten- lang mit singenden Augen vom Duft und Geschmack eines Apfels.

Sand aus der Wand

Von | 8. Oktober 2017

„Son Scheiß Leben, nachher muss ich noch zu Rewe, und dann holen wir den Sand aus der Wand.“ (frau kleist am 23. September 2017 um 17:48 Uh) Ich hab da mein Buch versteckt. Hinter einer losen Fliese. Die dritte, von dort gezählt. Haben die nicht gefunden, die Polizeikohorte in meiner Wohnung. Das eine Zimmer, da… Weiterlesen »

Märchen

Von | 6. Oktober 2017

bluten, wer hat den schönsten Zerrspiegel? verteilt sich Märchen nehmen so viel auf, damit überhaupt was drin ist, an Märchensubstanzen ein Uppercut? ein Nagel quer durch die Stirnhaut? Märchen rinnen, ziehen durch Nase, Mund- & Rachenraum Märchen im Blut wollen sich erzählt wissen (Märchen)

gesang sieben

Von | 4. Oktober 2017

legten sich landschaften über die schönheit wie stimmen über das gras und staunende nebelbänke in den wald floh eine kuckuckslichtnelke deinen namen auf den lippen kuckucksknabenkraut trugen gebirge schwere auf deinen mund legte sich ein murmelndes und trauriges meer sprachst du mit den scheuen füchsen und botest gesänge zum tausch gegen schatten ein mammut überlebte… Weiterlesen »

Konvention

Von | 4. Oktober 2017

Konvention. Er trägt sich & erträgt sich. Findet sich nur wieder, steht er in der Kurve mitsamt & darf brüllen, schreien, sich ärgern & freuen et cetera. Im Büro, wo sie vermeintlich die Entbehrlichen verwalten, zu welchen der Ertragende auch gehöre, nicht nur aus Solidarität, spricht er naturgemäß vom Ich & sagt dann zu den… Weiterlesen »

war, ist, wird sein

Von | 3. Oktober 2017

wieder stehen, du hier, dein Jacques andernorts, die Soßen rinnen, wie Zeit ins Eisengestänge, in Grabarbeiten denn: war, ist, wird sein, inzwischen Zahnlücken, das Pfeifen & das Widerspenst, wider die Höhlung & die Materialbröckchen gehen nie aus Jacques widersteht den regelnden Regalen (war, ist, wird sein)

das Dunkel

Von | 1. Oktober 2017

es gibt ihn vom ersten Herzschlag bis zum Einsturz der Skyline DEN WILLEN was wollte das Dunkel auf der endlosen Treppe dann: den Atem einfrieren? die Schatten weiter schwärzen? wohl nichts anderes als in den Straßen überall Lichtungen ernten (das Dunkel)

Januartage

Von | 1. Oktober 2017

Deine Stimme flieht über die Berge. Auf dem Gipfel liegt der Schnee kniehoch. Ich gebe dem Wind Meerworte und eine Handvoll Regen. Die Zeit ist noch nicht reif, sagst du. Sie liegt dir bitter auf den Lippen, und Kraniche sind unbekannt verzogen.