Aus : Ossip Mandelstam : Der Stein

Wie hasse ich die Bahn
Gleichförmigen Sternenzugs.
Willkommen, uralter Wahn –
Turmes pfeilartiger Wuchs.

In Spitze, du Stein, und Lust
Verhülle, verwandle dich:
Himmels entleerte Brust
Mit dünner Nadel stich.

Auch mein Dasein versiegt –
Ich spüre gefiederten Keil.
So – doch wohin fliegt
Des Gedankens lebendiger Pfeil?

Oder, das Ende in Sicht,
Kehre heim ich, Gesicht zerfurcht:
Dort – lieben konnte ich nicht,
Hier – zu lieben habe ich Furcht…

1912

.

J. W. Rosch
geb. 1967 in Charkiv, lebt in Frankfurt am Main. Gedichte, Prosa, Roman. Bisher bei LLV erschienen: Jokhang-Kreisel. Gedichte und kurze Prosa mit Zeichnungen von Anna H. Frauendorf (2003), Goðan Daginn. Gedichte. Mit Radierungen von Mechthild Mansel (2010).

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert