Silbern der Fluss,
Der Tag gelb, abgeerntet.
Die Ebene geweitet zum Horizont.
Der Baum allein, im Schlaf des Schattens,
zerrissen die Rinde.
Drei Kraniche
Im Stoppelfeld. Gegen West blicke ich,
Sinkende Sonne im Gesicht. In der
Grassenke ein rotes Dach.
Stein birst
Unterm Schlag eines Distelfalters.
Eschen hier oben zitternd,
Das Herz im Geäst. Die Hügel fern,
Versunken im Treibsand.
Tagmüd die Gräser,
Wach ein Vogelschrei. Ob mich
Der schwarze Adler fängt, er kreist
Um den Bergfried, zeternd,
ein Vogelgott.
Mir gefällt die Sprachnatur des Textes.
Beim ersten Lesen störte mich die Form insbesondere der ersten beiden Strophen noch ein wenig und ich wollte eigentlich eine gewisse Überarbeitung vorsachlagen (bspw. mit dem Weglassen von „der, die, das“ am Anfang der Zeilen etc. experimentieren, bzw. Satzteile umstellen), aber beim nochmaligen Lesen habe ich festgestellt, dass deine Darstellung eine persönliche Note beinhaltet, die genauso wie sie sich offenbart den Text zu dem macht, was er sein kann.
In diesem Sinne, danke für diese Impressionen, die zugleich noch eine metaphysische Assoziationsebene zu transportieren scheinen! Du hast damit genau den Nerv getroffen, der mich an Lyrik und Prosa reizt 🙂
Faron Bebt, ich habe diesen Text mal gepostet, nichts Besonderes, Natur, Blick über die Oderlandschaft. Na, muss auch mal sein. Naturgedichte habe ich noch ein paar Dutzend. Aber in der Literatur kann man mit diesem Genre keine Furore machen. Hab herzlichen Dank für deinen Kommentar.
Gruß, Antigone
Die erste Frühe,
als im Gewölk das Gold
der Toten lag. Es schlief der Wind,
wo im Geäst
die nebelgefiederte Krähe saß.
Der Vogel flog,
sein Fittich schlug das Licht
im Erlemgrau,
die milchige Haut der Steppe.
> Ich, Aristeas,
> als Krähe einem Gott gefolgt,
> ich schweife,
> vom Traum gerissen,
> durch Lorbeerhaine des Nebels,
> mit starrem Flügel den Morgel suchend.
> Ich spähte
> in schneeverkrustete Höhlen,
> Gesichter, einäugig, feuerbeschienen,
> versanken im Rauch.
> Und Pferde standen, vereist die Mähnen,
> an Pflöcke gefesselt mit Riemen aus Ruß.
Die Krähe strich
ins winterliche Tor,
strich durch verhungertes Gesträuch.
Frost stäubte auf.
Und eine dürre Zunge sprach:
Hier ist das Vergangene ohne Schmerz.