Flatterteil

Erstaunlich einprägsam: Das lakonische Buchcover zu Lenonid Aronson, Innenfläche der Hand. Und obwohl ich weder den Autor, noch seine Gedichte kenne, freue ich mich schon jetzt auf die Lektüre, denn: was kann nach diesem plakativen Auftakt noch schiefgehen? Ein spießiger Urlauber als Flatterteil, mit ebenso spießiger Sonnenbrille und Spazierstock als Libellenrüssel. Das Wellenförmige unter ihm interpretiere ich jetzt mal als Strand, irgendwo vermute ich auch eine Badehose. Ist das alles nur meine Interpretationsleistung, meine überheizte Phantasie oder gibt es da etwas, das sich „kollektive Optik“ nennen darf? Tolle Idee, würde die Werbedame sagen.

(Anm. zu „Flatterteil“: Ein guter Bekannter machte mich im Sommer in unserer Wohnheimküche gern auf die Insektenschwärme an der 70er Jahre-Neonröhre aufmerksam mit den Worten: „Siehst du sie nicht, die Flatterteile?“)

crysantheme
Vyvyan. Der Name allein war schon eine Pose, ein Kostüm. Ich dachte an die Dandys des 19. Jahrhunderts, jene Männer, die sich nicht kleideten, sondern inszenierten. Baudelaire hatte sie als Priester der Schönheit beschrieben, Wilde als Märtyrer der Eleganz. Und während Eduard sprach, sah ich in Vyvyan genau dieses Erbe.

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