der angler

der angler liebt die nacht : mit lichtern
sucht er im see : was sich im dunkeln
locken läßt : ruhlose geduld

darin üben sich die männer : reglos
scheints : im liegestuhl : die angel
aufgespannt wie ein gewehr : das zielt

ins nichts : die frauen schleppen
eimerchen und brötchen hinterher und dann
verschwinden sie : verstecken sich im schlaf

die kinder wecken sie : da putzt der mann
die beute : unterm wasserhahn
mit kleinem messer holt er die innereien

raus : wirft kopf und schwanz zurück
um großen fang zu locken : er kostet nur
den schlaf : der angler braucht ihn nicht

Dieser Beitrag wurde von Theodor Holz am 16. August 2014 um 11:07 Uhr geschrieben.

Genre: Wortmysterien

4 Kommentare »

  1. warum nicht: im schilf?

    Comment by frau kleist — 16. August 2014 @ 12:52

  2. ein dinggedicht: wie bei rilke. dem wurde beim anblick von gottes verworfenheit auch ganz schlecht.

    Comment by samtmilbe — 16. August 2014 @ 17:33

  3. gott, der hat und sah dass es gut war gesprochen, verworfen, nicht ungeschehen, abfällig gemacht – hauptsache straff, ein muster, wir lieben strukturen, wer wird sich denn einem solchen, unumkehrbaren gottediktat widersetzen, es gibt gute dikatoren und böse diktatoren und mit den guten diktatoren kann man einig werden. sie haben öl, und wir wissen: öl ist das abfallprodukt alter bäume.

    Comment by frau kleist — 18. August 2014 @ 09:37

  4. … man nennt es auch: realpolitik

    Comment by frau kleist — 18. August 2014 @ 09:40

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