Novemberlicht (für M.)

Von | 9. Januar 2020

Die Pappelallee vergoldet.
Wortfetzen hallen
über den See.
Glitzernde Wellen
im schrägen Schein
der blassen Sonne.
Letzte Blumen
begleiten Gedanken
an den Sommer.
Fröstelnd zieht
der Boden sich zusammen,
atmend in den Nebel,
bedeckt sich mit Laub,
– wie die Jungfrau
mit dem Laken –
alt und doch wieder
unschuldig nach
getaner Ernte.
Vertrocknete Äpfel
im Geäst, bewacht
vom zeternden
Hüter den Waldes.
Rote Beeren im
hellen Grüngelb.
Vogelschar – fliehend –
mit Sehnsucht
nach Wärme.

Nov. 2019

Ein Gedanke zu „Novemberlicht (für M.)

  1. Turgenjew-Leser

    das ist geniale Prosa!

    Entscheidend: ein roman

    Mitoderohne handel

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.