H&6 (bei Horten)

Draußen vor der Halle. Es rieselt Flocken auf mich herab. Im ersten Stock bei Horten gibts Herrenmode für Jedermann. Mädchen, ich möchte Frau sein, endlich einmal. Ich stehe draußen, vor der Halle. Ein Penner lächelt zu mir herauf, greift nach meinem Schuh. Ich ziehe ihn weg. Eine unwirsche Geste. „Ey, Mädel, sei doch nich so zickich. Biste frigide oder watt?“ Das ist Braunschweig. Da quetscht man Kaugummi auf dem Gehsteig platt, weggeworfene Tempotücher, Hundescheiße. Ich trete Spuren in den Schneematsch. Ein Dicker in Thermohosen rempelt mich an. Saum aus der Hose gelassen. Schnauzbartträger mit Rossmann-Brillen beißen in Bockwürste. Mit Senf. Mit Majo, oder mit Pommes, rot-weiß. Ich möchte einen Mantel haben, schwarz wie ein Nachttuch. Wie Fischgeschmeide. Ich möchte abends nach elf einen Salon betreten, in dunkelblaue Rauschwelt tauchen und jemanden finden, der mir den Mantel abnimmt. Nein. Nicht er. Nicht er, den ich von der Schule kenne. Er ist ein Tölpel. Kabine rein, Schwanz hoch. Findet nie die richtigen Worte. Eine Art Symbiose. Turnschuhspeckundtintenfleck. Seine Hand klatscht auf meiner Schulter auf wie ein heruntergelassener Flaschenzug.

Dieser Beitrag wurde von frau kleist am 16. Oktober 2011 um 16:03 Uhr geschrieben.

Genre: Trauersymmetrie

1 Kommentar »

  1. coat outlet store online

    (Zitiert aus entlegenen Quellen)

    Einen Haps Sushi, gab ich zu bedenken. Wenn Dumme applaudieren, gibt es nicht mal ne Tasse Pro Mocca danach. Alles wird günstiger, sogar der Eintritt. Hermine und Chesalde nickten mit vollen Mündern. Dayday. Ich esse aus der Schale.

    Comment by Chesalde — 30. Januar 2012 @ 14:44

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