Mond in deutsch? Nie wieder!
Und bald ist voll der mond
schon wieder schwarzrotgold
und liebe menschen bluten
Ein blick aus meinem fenster
trüb in den regen (wie gut, die fenster ungeputzt)
im schaukelstuhl sitzen
auf dem schoß den laptop
links von mir das x-te bier
die zeit: es reicht
Wirklich: ich könnt kotzen
die fifa lange schon vorbei
vuvuzelas tröten immer noch
:wir sind papst: wir sind dabei
ja benediktum est nie bitte wieder
schwarzrotgold auf dächern gegenüber
nazis immer öfter immer wieder
nach braun die mitte schreit
Die zeit: es reicht
19.10.2010
* * *
Nachgebet
(armutszeugnis) Wann wurde Kamal ermordet von einem rechten
schon vergessen?
am 16.oktober versuchten nazis es erneut
in leipzig, dortmund, cottbus und wo auch immer
schwarzrotgold marschiert, wann wird sie braun
die mitte? Die zeigt – ratet mal – wer wem, den weg.?
schwarzrotgold verwittert wird im kalten
kalten wind die krise schöngeredet
wird schwarzrotgold zu schönen bildern
bleich – wie hamilton – und bitteschön global
und nein – doch international sind wir nicht schön
denn überall ist diese nationale pest:
wir sind britisch, sind wir polnisch oder türkisch
oder bitterarm & ganz egal: sind wir alle national?
22.10.2010
Kurzvita, Niko Skrotzki
„Unter dem Pflaster, ja da liegt der Strand. Komm, reiß auch du ein paar Steine aus dem Sand" (Schneewittchen)
Wer bin ich und überhaupt:
warum ich geboren wurde weiß ich manchmal nicht aber ich bin glücklich darüber, da zu sein.
Geboren 1952 in Lüdenscheid, zum größten Teil aufgewachsen in Dortmund, wo ich Sozialarbeit studiert und bis 1996 auch gelebt und gearbeitet habe.
Bin 1996 vor der Arbeitslosigkeit nach Flöha geflohen und habe mich kurze Zeit später von meiner Familie getrennt.
Heute wohne ich in Leipzig und zwar seit Dezember 1999. Ich werde auf jeden Fall hier bleiben. Diese Stadt mag ich, die Leute hier, meinen Freundinnenkreis, die Gegend und überhaupt: hier habe ich Wurzeln geschlagen.
Ich selbst schreibe seit Jahrzehnten und trete regelmäßig öffentlich auf. Beispielsweise in der„Pfeffermühle", einem über die Grenzen von Leipzig bekannten Kabarett oder in diversen Kneipen und Lese-Cafés. Da ich politisch engagiert bin (attac, Bürger- und Antikriegsinitiativen, Sozialforen), schlägt sich das selbstverständlich auf meine Text nieder. Weil aber, - frei nach Brecht - die Empörung über die Ungerechtigkeit der Welt, die Gesichtszüge verzerrt - suche ich auch nach Worten, die kleine Glücksseligkeiten beschreiben. Also schreibe ich auch über Befindlichkeiten, gelungene und gescheiterte Beziehungen, kurze Begegnungen, die Augenblicke des Glücks beinhalten.
Manchmal blühen Blumen am Ende des Elends und hinter Brandmauern bauen einfache Bauern ihre Bastionen des Glücks ...
Was ich möchte? Lyrik, nicht im Elfenbeinturm sondern Gedichte, mit denen man Fensterscheiben einschmeißen kann. Gebrauchslyrik. Wahrlich, wahrlich wir leben in schlechten Zeiten. Laßt uns deshalb den Strand finden unter dem Pflaster ….
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