Als Lichtstrahl unterwegs

Den Knorpel einer menschlichen Pupille durchquerend wurde ich zum erstenmal gebrochen. Es zwang mich in jenen Hautsack hinein, dessen Hinterseite von so ekelhafter Beschaffenheit ist, daß es einen bei Berührung dieses knotigen Himmels zicken und zucken läßt, als sei der Gott der Lichtquanten ein Ziegenbock mit zwei verschieden langen Maßhörnern.

Später sollte ich auch die Glaswand durchdringen, deren Mineralhaut die ewig ruhelosen Wesen unter der Sonne vorm plötzlichen Kältetod bewahren will, der regelmäßig die Kolonien kurzatmiger Wasserballons mit zottiger Innenoberfläche und Quantenchaos im Innenkammerbereich der elektromagnetischenPotentiale zu befallen pflegt – als sei das Lichtquantum irgend so ein Kornkreis auf dem Meer.

Außerhalb dieser Höhlenwelt mußte ich zwar lange wandern, bis die unverhoffte Begegnung mit einem Schicksalskollegen dem mikrosekündlichen Einerlei der Auf- und Untergänge meiner Pracht eine wechselwirkende Beschränkung des ewig Gleichen hervorrief, Form eines Materietropfens, allein dieser kurze Moment der Selbstauflösung im Weltraum der Körpergeburten um den Preis einer Identitätsverdopplung war es wert, nicht nur meine Frequenz im Schmelzofen der spezifischen Wirkungen nach wer-weiß-wohin zu verschieben, sondern auch den individuellen Reichtum, Amplitude über dem durchschnittlichen Nullniveau aller kosmischen Festsetzung, auf ein fast infinitesimales Prozentchen der ursprünglichen Größe schrumpfen zu lassen.

So wurde ich zum Teilchenpaar, geboren aus dem Opfer des Lichts.

2 Kommentare

  1. seltsam … wenn ich diesen Text lese … dann scheint er sich zu verändern … nur weil ich gerade hinschaue … und wenn ich nicht hinschaue … dann ist es ein anderer Text …

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