“Sie müssten mal…”

„Sie müssten mal Ihre Prosa vom Facharzt untersuchen lassen!“ Das schöne Wetter, das nun schon seit Tagen über Karlpeters Haus herrschte, konnte nicht darüber hinwegtäuschen, dass dieser Arztbesuch erschütternd für ihn war und blieb.

Dieser Beitrag wurde von crysantheme am 25. Oktober 2007 um 16:01 Uhr geschrieben.

Genre: Trauersymmetrie

3 Kommentare »

  1. Vorwürfe habe ich Mutter keine gemacht. Selbst dann nicht, als die Kindergeburtstage endeten und die Freundinnen statt eines Lollis oder Marienkäfers mit Schokofüllung bei den Spielen mit verbundenen Augen eine Packung Damenbinden – von Mutter Hygieneartikel genannt – in die Hand gedrückt bekamen und sie uns mit bunten Tüchern und Klebeetiketten an die Sektbar von Onkel Didier fesselte – mit kühnem Schwung. Mutter war speziell. Und Onkel Didier hatte Hunger. Seine Vorliebe für kleine Häppchen überstieg unseren Charme und den der Klettermäuse hinten im Garten. Es muss um die Zeit gewesen sein, als Mutter uns die Brettspiele mit Vater verbot. Vater machte nun alle Laubsägearbeiten allein und war gar nicht mehr so lustig. Ich klammerte mich voller Stolz an meine Packung Damenbinden extra large, während die Freundinnen mit verstärktem Seilhüpfen und dem von Mutter gebrühten Petersilientee an sich arbeiteten. Der 13. Geburtstag war der Tag der Ackerfurche. Mutter fand die Aktion von Herrn Weigand, der später mein Mann werden sollte, noch ungehobelt, aber bereits 2 Jahre später wurde er geschmeidiger. Ich sehe heute noch die Klebestreifen an Onkel Didiers’ Bar. Herr Weigand hat dort nur hin und wieder Staub gewischt. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für die halbjährliche allgemeine Kontrolluntersuchung, die Zahnsteinentfernung für Herrn Weigand einmal im Jahr.

    Comment by Hr. Weigand — 7. Februar 2011 @ 18:23

  2. Inskriptionen ist eine (Arzt)Praxis: Hier werden schmerzhafte Untersuchungen durchgeführt, alte Zähne betäubt und gezogen, Operationen mit ungewissem Ausgang eingeleitet… Das mehr als fünfjährige Bestehen dieser Praxis kann Vertrauen wecken. Ich gehe im alten Jahr auf jeden Fall noch mal zum Arzt…

    Comment by frau kleist — 16. Dezember 2012 @ 10:42

  3. blaskapelle gehirn:

    austritt(s) – und eintrittselemente: durchzug. ungelenkig, (immer morgens; im schlafanzug), kommt (mich) (das) an. danach: fließend. wartend. (und immer diese ungeduld beim essen). der geist ist unruhig, aber das fleisch muss

    wir sind alle
    gebaut nach einem
    programm:

    und die programm-
    gestaltung
    lässt uns . nachgehen

    (aber mit diesem gehirn)

    Comment by in der matrix: eine diktatur — 7. November 2017 @ 23:28

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