Boulevard

September, ein grauer Tag,
das Jahr macht einen Sprung.
Der Zeitungsmann, hagerer
Graukopf, ist neu im Geschäft.

Wind lässt die Blätter flattern,
die Schlagzeilen schreien.
Wer kommt, eilt vorüber.
Ihm nach der Blick des Alten.

Teuer das Leben, die Rente
schmal. Nie würde er eine der
Zeitungen kaufen, mit denen
er handelt.

Es hat zu regnen begonnen.
Der Mann zieht das Zeitungsgesell
besorgt unter die schützende Passage.
Bares Geld seine Ware.

Ob er versteht, denke ich,
warum und für wen es ihn hierher,
in den Wind, in den regendunklen Tag,
verschlagen hat?

Dieser Beitrag wurde von Antigone am 5. September 2016 um 09:16 Uhr geschrieben.

Genre: Realitätsschatten

14 Kommentare »

  1. Ich muss bei Ihren Gedichten immer schluchzen vor Mitleid.
    PS: Wenn Ihnen die Kritik zuviel wird, dann melden Sie sich bitte bei der UN In Brüssel Abtgl. Unverstandene… oder betätigen Sie die Löschfunktion.

    Comment by Das literarische Forum — 12. September 2016 @ 19:28

  2. Liebes Literarische Forum,

    es ist mir schon eingegangen, dass ich hier unter lauter Spießern bin, die um Gottes Willen nichts von der Wirklichkeit lesen wollen. Die Erinnerung war nicht nötig. Ein Blick ins Forum, und alles war klar.

    Gruß, Antigone

    Comment by Antigone — 16. September 2016 @ 06:09

  3. Ja dann schreiben Sie doch hier nicht mehr! Das ist nicht realer Mainstream, sondern ein Blogg, der Kunst wagt. KUNST. Gut, Wilhem Busch und Heinrich Zille waren auch Kunst in ihrer Zeit. Ebenso ein Bertholt Brecht. Und Sahrah Kirsch oder Eva Strittmatter. Eben in ihrer Zeit. Wer heute diesen Stil kopiert, traut sich nicht viel zu, wagt keine Experimente. Die Gesellschaft, liebe Antigone, die Gesellschaft, die Sie so gern bemitleiden bzw. beschreiben, die liest Ihre Zeilen eh nicht. Zumal sie wenig nützen. Außer eben schlechte Stimmung zu verbreiten. Das reiht sich ein in den sozialen Hartz4Jammergesang der Ostband “Silbermond”: Wann reißt der Himmel auf? Auch für mich.
    Es gab mal einen superguten Film mit Joachim Król. Darin ein Ausspruch, der jegliche Jammerei im Keim erstickt und sozialkritischen Gedichten die Luft nimmt: HEUL DOCH, MUSCHI!

    Comment by Das literarische Forum — 16. September 2016 @ 14:57

  4. Hallo Literarisches Forum,

    Einen schönen Menschen kann eben nichts entstellen.

    Gruß, Antigone

    Comment by Antigone — 16. September 2016 @ 17:01

  5. Ein Nachtrag:
    Wäre ja ganz hübsch, Literarisches Forum, wenn du uns mal ein Beispiel deiner revolutionären Tätigkeit zur Erneuerung der deutschen Lyrik als Kostprobe gäbest, damit wir prüfen können, ob etwas Genießbares daran ist. Ich freue mich schon riesig, und sei versichert, ich werde dir meine Meinung nicht vorenthalten.

    Gruß, Antigone

    Comment by Antigone — 17. September 2016 @ 07:06

  6. Nicht ALLE, nur SIE würden sich freuen, mit dem Adverb “diebisch” dazu. Fadenscheinig, Ihr Nachtrag.

    Comment by Das literarische Forum — 17. September 2016 @ 07:15

  7. Sie haben wohl Angst vor meiner Meinung, Literarisches Forum? Das liebe ich: Erst die Klappe aufreißen und mir etwas von KUNST erzählen zu wollen (bei der es sich höchstwahrscheinlich um KUNSCHT handelt, wie Bertolt ohne h Brecht diese Art “Kunst” nannte) – und dann den Beweis schuldig bleiben. Bisschen memmenhaft, finden Sie nicht auch?

    Gruß, Antigone

    Comment by Antigone — 17. September 2016 @ 11:55

  8. * Anm.: Möglicherweise handelt es sich beim “Literarische[n] Forum” um ein mehrere Peronen umfassendes “Dichterkollektiv”. Um etwas lesen zu können, hülfe uns eine Publikationsliste mit Jahresangaben vielleicht weiter. Die Herausgeber-schaft sollte hier etwas offensiver vorgehen.

    Comment by Anm. zu eventueller Kritikfähigkeit — 17. September 2016 @ 13:31

  9. Ja, so habe ich früher auch immer die Schulkollegen herausgefordert. Memme, Memme, Butterbemme. Wie gesagt, früher.
    Bewahren Sie sich Ihre Naivität, Antigone. Sie hilft definitiv in der letzten Stunde vor dem Schöpfer.

    Comment by Das literarische Forum — 17. September 2016 @ 14:19

  10. Ja, das glaube ich Ihnen gern, dass Sie noch ein bisschen naiv sind. Übrigens: Das Wort “diebisch” ist nicht, wie Sie annehmen, ein Adverb, sondern ein Adjektiv. Soviel Deutsch müsste bei Schreibern schon sein. Den Rest kann man sich dann denken.

    Gruß, Antigone

    Comment by Antigone — 17. September 2016 @ 16:58

  11. Müsste ich ein Buch zur Nerd-Bibel erheben, dann wäre es wohl Per Anhalter durch die Galaxis oder wie es im englischen Original heisst The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy. Es handelt sich um einen satirischen Science-Fiction Roman des Schriftstellers Adam Douglas, Der Anhalter ist der erste Band einer fünf bändigen Trilogie.

    Comment by frau kleist — 17. September 2016 @ 22:46

  12. https://nerdybynerds.ch/2011/03/23/per-anhalter-durch-die-galaxis/

    Comment by frau kleist — 17. September 2016 @ 22:46

  13. Ach Kleist, Sie mal wieder. Wie immer deplatziert, selten beim Thema. Halt jenseits vom Mainstream. Ich weiß, Sie wollen uns was sagen. Dann tuns Sies halt. SPO ins verständlicher Form, ein wenig Sinn dazu und schon verstehen wir Sie. Kann ja nicht so schwer sein… Ansonsten wirken Ihre Kommentare wie ein Bettvorleger, der einst ein Tiger war.

    Comment by Das literarische Forum — 18. September 2016 @ 06:57

  14. Lyrik nach

    Fünf Strophen, drei Ideen.
    Von der Textmast im
    Titel abgesehen.

    Es regnet: der ehe
    malige Maler
    meister friert.

    Friert am Kopf.
    Keine heiße Idee.
    Nicht wauwau und miezmiez nicht,

    zum Kotzen! Die Vorüber
    gehende, une passante
    blinzelt unmerklich

    hinterm Blick auf die
    ausgestellte, heuer letzte
    Seite DEINER MEINUNG

    Comment by Vielleicht : noch zum Thema — 22. September 2016 @ 09:34

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