Berlin inmitten

Stadt, die mir
zugefallen, gestorben im Inferno
und wieder auferstanden,
Stadt mit ihrem Gestöhn in den Nächten,
dem Wolkenmeer über Häusern,
dem grauenden Tag.

Als sei mir
jeder Bordstein bekannt, als sei
selbst das Unwetter über den
Dächern ein Du. Und doch, fremd
die Stadt, fremder noch als die
eigene alternde Haut.

In den Höfen
brütet der Juni, Brachen in
Straßen, deren Namen halb vergessen,
weisen auf Lecks, die ihr Echo werfen
in die sonderbare Lautlosigkeit
des frühen Stadtsommers.

Dieser Beitrag wurde von Antigone am 1. Juli 2016 um 08:02 Uhr geschrieben.

Genre: Realitätsschatten

7 Kommentare »

  1. bei dieser drückenden schwüle kann man schon mal kopfweh bekommen. das sitzt.

    Comment by crysantheme — 1. Juli 2016 @ 10:04

  2. Hallo Crysantheme,

    ich verstehe bloß Bahnhof.

    Gruß, Antigone

    Comment by Antigone — 1. Juli 2016 @ 10:29

  3. sorgen sie sich nicht – das kommt sicher vom wetter. bei mir ist’s die unpässlichkeit. es heißt ja nicht umsonst: die crysantheme.

    Comment by crysantheme — 1. Juli 2016 @ 10:41

  4. Das ist der Chrysantheme so eigen… Ich glaube, sie hat Spaß daran, ihre Blütenblätter bei jedem fallenzulassen. Dort liegen sie, ungeordnet, einzeln oder gleich büschelweise. Ausdauernd und krautig, wie Wikipedia sagt. Ich glaube allerdings, dass das Blümelein in seinem stickigen Großstadt-Loft steht und ein wenig frisches Wasser braucht. “Berlin-inmitten” erinnert es schmerzlich daran…

    Comment by rapunzel — 1. Juli 2016 @ 10:46

  5. ich glaube allerdings auch, dass …

    Comment by gartenwasser — 1. Juli 2016 @ 11:29

  6. Aha, ich konnte mit Chrysanthemen noch nie was anfangen. Weiß jetzt, warum.

    Comment by Antigone — 1. Juli 2016 @ 19:16

  7. zwischen formlosigkeit und konvention war hier in diesem blog schon so manches vertreten. (ein beispielloses beispiel der formlosigkeit: van hengel). berlin inmitten, hingegen, ist das anstreben der formvollendung im traditionellen sinn. das ist gute schule. da gibt es nicht viel zu mäkeln. die stimmung sitzt.

    Comment by frau kleist — 2. Juli 2016 @ 12:47

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