Stäbchen und Zäpfchen. Fragmente

(2. Fassung)

stäbchen und zäpfchen
trafen sich
im wald

stäbchen war ein hampel
mann, zäpfchen
wurde laut

***

zäpfchen und stäbchen
trafen sich
im zimmer

stäbchen, eine pampel
muse, zäpfchen mousse
au chocolat

***

stäbchen und zäpfchen
treffen sich
im raum

stäbchen ein computer
bildschirm – zäpfchens
sonnenuntergang

Dieser Beitrag wurde von chlebnikov am 11. Juni 2016 um 07:03 Uhr geschrieben.

Genre: Rezensionen

7 Kommentare »

  1. lange zeit schien der baum unbewegt. er hat, wie ich gern sage, nichts gemacht. gestern endeckte ich den hölzernen stamm und wusste bescheid: anstatt flott, grün und dünn nach draußen zu gehen, setzte im stillen dicke rinde an: “arbeite still, zäh und hart, dann wirst du auch nicht abgesägt.” oh wunder der natur – ein schweigsamer Geselle.

    Comment by stehe ich im wald. — 18. Juni 2016 @ 22:28

  2. und in der tat: welch wunder der natur. ein baum, so fest wie eine ei-eiche. nach seinem absterben – unterirdische landschaften, verbrennungs-motor-paradies. und selbst das stirbt ab. und dann ein direktanschluss, wind und sonne. vielleicht dauert es nicht mehr lange, und der mensch kann mit hilfe dieser ganzen umformungstechnik seinen unterhalt gänzlich aus seinen wutausbrüchen bestreiten. man würde also fünf jahre lang auf vorrat wachsen und in dieser zeit sein auskommen fast für den rest des lebens hervorbringen. technisch vorstellbar. nur in den allerletzten fünf jahren dürfte das leben nach diesem gestaltungsmodell dann nicht mehr so klar und glatt durchgehen

    Comment by ein feuer — 19. Juni 2016 @ 21:29

  3. Die letzten beiden Strophen passen meiner Wahrnehmung nach überhaupt nicht zum bis dahin angefangenen Text: so stirbt alles, aus lebendigen Gefühlen wird toter Müll. Damit auch dieser wieder lebendig wird, müsste zumindest Pfingsten noch einmal passieren, was für dieses Jahr ja nun doch etwas zu spät wäre. Aber vielleicht kann im nächsten Jahr werden, was noch nicht ist. Zum Glück ist die Gegenwart zeitlich flexibel

    Comment by holz — 23. Juni 2016 @ 06:55

  4. und was ist mit dem letzten wort – sonnenuntergang: ein rundgang, ein einrollungseffekt, die stacheln eines igeln, ein abgenutztes stück holz? oder doch ein hoffnungschimmer? schließlich geht sie immer noch jeden morgen wieder auf – und worauf sie scheint, und ob das ein müllauto bei 40 grad ist, das gerade was verliert – .

    Comment by frau kleist — 23. Juni 2016 @ 08:55

  5. ?

    Comment by solnce — 24. Juni 2016 @ 12:22

  6. Zwischen selbst und selbstbespaßung passt noch nicht einmal ein Zäpfchen.

    Comment by .,- — 8. Juli 2016 @ 15:35

  7. ja, das ist wegen der zeit, dem witz schlechthin

    Comment by Kraba vel Jop — 9. Juli 2016 @ 09:22

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