gespritzte Zungen

Es funkelten Gläser. Eins trudelte die gewendelte Treppe hinab, hinein in einen mythischen Raum. September 2011. Aus einem älteren Haus, das ein Zimmer mit roten Vorhängen enthüllte, zirpten sie mit gespritzten Zungen ihre Grillen. Innen, ganz unten, stand dunkleres Wasser. Sie verlasen auf gegenseitigen Wänden die Aufschrift Snorris Bad. In ihren Nasen lag der Geruch von messinggelben Äpfeln, ein wintriger Kellerduft. Schlappe Tulpen in lila und weiß füllten die Ausgüsse. Einer von ihnen verschwand. Die gespritzten Zungen zirpten weiter.

crysantheme
Vyvyan. Der Name allein war schon eine Pose, ein Kostüm. Ich dachte an die Dandys des 19. Jahrhunderts, jene Männer, die sich nicht kleideten, sondern inszenierten. Baudelaire hatte sie als Priester der Schönheit beschrieben, Wilde als Märtyrer der Eleganz. Und während Eduard sprach, sah ich in Vyvyan genau dieses Erbe.

4 Kommentare

  1. Nun … ich hoffe, der Text hat die Konsistenz von Konfitüre. Zum Überwintern. Die Konfitüre, die andere blass macht oder sie gelb aussehen lässt vor Zitronenneid.

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