graustrich

Von | 19. Juli 2012

es schifft vielmals ein, die temperaturen sind im vergleich zu denen der tropischen planeten niedrig. natürlich lebensfreundlich. vor hitze schnaufen ist zum fremden zustand geworden. dennoch gibt es orte, an denen die artenfielfalt mehr beiträge liefert. bunte schleifentapire, goldspitzbarden, rüsselmigranten – all das bekommen wir hier nicht zu sehen. gisbert dunkel: „leider fallen die lebensformen in dieser witterung eher klein und farbneutral aus. ein großteil macht nur monotone geräusche und verhält sich auch so. das bringt der graustrich mit sich.“ der graustrich also. unter zeltplanen streichlen wir die ganzjährig befellten braunbandstrolche. sie fiepen leise und verlangen nach wasser. zum beißen haben sie schon lange keine lust mehr. keine bange, raus aus dem zelt mit ihnen und unter den freien himmel. da können sie sich gründlich abduschen.

Kategorie: Trauersymmetrie Wortmysterien

Über frau kleist

Schenkt keine Chrysanthemen zu festlichen Gelegenheiten - sie haben die Würde und Feierlichkeit von Totenblumen. Reznicek, Paula von u. Reznicek, Burghard von: Der vollendete Adam. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1928], S. 9158

3 Gedanken zu „graustrich

  1. fryxell

    mir fällt gerad mein grüner buntstift runter. da fällt mir auf hinauf jawohl, daß es ja doch der grünstrich ist, der hier vorm heimisch fenster üppt. ich weiß ihn wohl zu schätzen, seit ich den estrich kenne, den nutzestrich. dazu den gelbstich. iih. und auch den lyrakaiserfisch (obwohl, der ist bemerkenswert: alle lyrakaiserfische sind bei erreichen der geschlechtsreife zunächst weiblich und wandeln sich später in männchen um ! was auch immer das uns sagen will.) doch nieder mit der aufklärung. paradigmenwechsel. nur eines noch am rand – und das weiß ich genau : klein vielleicht, doch ganz und gar nicht farbneutral. wer in der wüste von sonora auf dem trocknen saß, der liebt den auwald. sachsen pur. empfehle ausflug. dahin oder dorthin. es gibt nur noch 300 quadratkilometer auwald in ganz mitteleuropa.
    so. und trotzdem muss ich immer erstmal weinen, peinlich peinlich – aber gut, wenn ich nach jahren, mitten im cafe, bei öffnen einer zuckerdose oder ähnlich gelagerten übergriffen, erstaunt feststelle, daß ich im jenseits sitze, also jenseits des graustrich, weit weit weg. olympos, lykien, oder so.

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  2. fryxell

    wenn uns dereinst die rosaringelfanten plätten, dann werden auch die prosakonsonanten uns nicht retten. tthh !

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  3. frau kleist Beitragsautor

    oja, was für ein planet. nicht zu überbieten, da mögen die astronomen suchen und suchen. und es gibt ja immer noch die möglichkeit, eine jahreszeit in der hölle (rimbaud) zu verleben.

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